20.12.2017, 00:00 Uhr

Asylcontainer auf Herbergsuche

Die Container-Standorte Agrana und Frauenhofen stehen leer, in den anderen wohnen derzeit noch 24 Asylwerber. (Foto: Zeiler)

Nach Aufnahmestopp in Tulln stehen bereits zwei Standorte leer.

TULLN. Vor knapp zwei Jahren wurden Container für die Asylwerber im Stadtgebiet von Tulln aufgestellt. Die Bezirksblätter haben bei der Stadt nachgefragt, welche unbewohnt sind, wie viele Asylwerber hier vorübergehend eingezogen sind und welche Lehren das Rote Kreuz aus der Betreuung gezogen hat.

Welche Containerstandorte stehen mittlerweile leer?
Die Standorte Agrana und Frauenhofen sind seit ca. Anfang Oktober nicht mehr bewohnt.

Was ist das Grund dafür?
Die Container waren immer nur als Zwischenstation gedacht, daher ziehen laufend Personen aus. Grund dafür, dass keine neuen Personen zugeteilt werden, ist einerseits der nach wie vor geltende Aufnahmestopp in Tulln, der wegen des Vergewaltigungsfalles im Mai ausgesprochen wurde. Andererseits hat sich der Strom an neu ankommenden Flüchtlingen massiv verringert, sodass in ganz Niederösterreich zahlreiche Quartiere leer stehen oder aufgelassen wurden, die während der großen Flüchtlingswelle 2015/16 entstanden sind.

Wie viele Asylwerber haben sich in den vergangenen zwei Jahren in den Containern aufgehalten?
Seit Sommer 2015 wurden insgesamt 135 Personen an den Container-Standorten des Roten Kreuz in Tulln aufgenommen und betreut.

Wohin zieht es die Asylwerber?
Die aus Tulln wegziehenden Personen gehen erfahrungsgemäß zu einem Großteil nach Wien. Die neuen Wohnorte werden aber nicht gezielt erfasst – nur automatisiert im zentralen Melderegister, sobald ein neuer Wohnort angemeldet wird.
Was passiert mit den leerstehenden Containern? Sind die Eigentum der Stadt?
Die Container sind nicht im Eigentum der Stadt, sondern – unseres Wissens – im Eigentum des Roten Kreuz. Und dieses teilt mit, dass eine weitere Verwendung noch offen ist.

Wie viele Asylwerber leben aktuell noch in den Containern und mit welchen „Angeboten“ werden sie versorgt?
Derzeit leben noch 24 Personen in den Container-Standorten (St. Stephan: 7 Personen, St. Severin: 8 Personen, Langenlebarn: 9 Personen). Das Rote Kreuz ist mit der Grundversorgung und Betreuung beauftragt, außerdem sind noch immer sehr viele ehrenamtliche Helfer aktiv. Auf dem Programm stehen Deutsch- und Wertekurse sowie teilweise Aushilfstätigkeiten am städtischen Bauhof („Remunerantentätigkeiten“.)

Geht man davon aus, dass in naher Zukunft weitere Container leerstehen?

Das lässt sich nicht mit Sicherheit voraussagen. Allerdings werden bis zum Abschluss des Verfahrens rund um den Vergewaltigungsfall keine neuen Flüchtlinge aufgenommen. Danach ist die Zukunft abhängig von der Zuteilung durch das Land NÖ.

Zur Sache:
Ende 2015 wurden an fünf Standorten (Josef-Reither-Straße 19, am Areal der Pfarre St. Stephan, am Areal der Pfarre St. Severin, in Frauenhofen und in der Tulbinger Straße 18 in Langenlebarn) jeweils zehn Container errichtet. An jedem Standort finden ca. 20 Personen Platz.

Hier geht's zum Artikel: Rotes Kreuz: Von den FAQ's bis zur Individualität, 20.12.2017.
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