13.02.2018, 13:13 Uhr

Baummord in Judenau

(Foto: Andreas Prem)

Hochwasserabflussbereich wurde entholzt.

JUDENAU-BAUMGARTEN. "Am Freitag, 9.Februar wurden in Judenau entlang der großen Tulln, im Bogen um das Schloss herum, brutal ein großer Teil der wenigen Bäume umgeschnitten. Gründe dafür gibt es sicher genug, doch wichtig ist, was passiert", schreibt Gemeindearzt Andreas Prem per Mail an die Tullner Bezirksblätter. "Es macht mich persönlich sehr betroffen, denn ich fahre hier fast täglich mit dem Fahrrad in meine Ordination und ich sehe und spüre die Bäume. Sie fehlen mir. Bäume und Pflanzen sind Individuen und fühlende Wesen wie wir Menschen auch. Ich setze mich als Gemeindearzt für gesunde Menschen ein und ebenso für eine gesunde Umgebung. Denn ein natürliches Umfeld bringt Gesundheit im Menschen hervor und erhält sie und das ist am Wichtigsten, da wo wir leben. Bäume und wildes Strauchwerk, die als unordentlich und unnütz gelten unterstützen vielerarts unser Wohlbefinden. Vogerl, Insekten und Kleingetier haben hier ihren Lebensraum. Dazu kommt in Zeiten des Klimawandels die Schaffung eines intakten Mikroklimas durch Staubbindung, Lärm- und Sonnenschutz und Atemluftreinigung; abgesehen von den Kindern, die hier spielend ihre Umwelt erkunden können. Nicht das „Geschniegelte“, die wilde und unberührte Natur ist lebendig und gesund. Das gilt es zu erhalten! Jeder von uns kann mithelfen, in seinem „kleinen“ Bereich diese Naturnähe umzusetzen. Ich wünsche mir für die Menschen in unserer Gemeinde und auf unserem Planeten Erde, dass sie mit Pflanzen genauso achtsam umgehen, wie mit sich selbst. „ Wir sind Natur! – Es lebe unsere gemeinsame Natur!“, so Prem.

Haben gekämpft

Warum die Rodungen so passiert sind, erklärt Bürgermeister Georg Hagl auf Anfrage der Bezirksblätter so: "Der Hochwasserabflussbereich ist von Bäumen freizuhalten. Aufgrund einer Kontrolle des Ministeriums wurde darauf hingewiesen und so wurde der Bescheid erfüllt". Der Meinung, dass es "wild ausgeschaut hat", ist auch Hagl, der betont, dass "wir um jeden einzelnen Baum gekämpft haben". Was weiter passiert? "Im Bereich des DOKW-Parks werden, wo es möglich ist, neue Bäume nachgesetzt", informiert der Orts-Chef.

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