12.04.2017, 08:00 Uhr

Der Bezirk Tulln putzt sich heraus

Katharina Brunner im Kampf für ein sauberes Tulln. (Foto: privat)

Das haben Tullner unter dem Motto 'Wir halten Niederösterreich sauber' im Bezirk erreicht.

BEZIRK TULLN (bt). "Für eine saubere Umwelt packen die Menschen an, das zeigen die alljährlichen Frühjahrsputzaktionen. Ein riesiges Dankeschön an sie alle", so Landesrat Stephan Pernkopf.
Ein Dank, der sich etwa an 64 Müllsammler richtet, die am 25. März zum ersten Frühjahrsputz der Sportunion St. Andrä-Wördern starteten. Alleine bei dieser Aktion kamen 90 volle Müllsäcke zusammen. Darunter auch "kuriose Dinge" wie eine Christbaumkugel, eine lang vermisste Geldbörse und gar eine Pistole.

"In der Hoffnung, dass die gesammelten Mengen künftig rückläufig werden", dankt Bürgermeister Franz Dam allen Absdorfern, die ihre Gemeinde einem Frühjahrsputz unterzogen haben. 40 Säcke voll achtlos weggeworfenem Unrat, insgesamt 350 Kilo schwer, waren es hier. Weitere zehn Säcke füllten später die Volksschüler auf ihrem zweistündigen Weg durch den Ort.

Besonders lobenswert ist das Engagement von Jürgen Zeithammel und Freundin Katharina Brunner. Am Tullner Zeiselweg zogen die beiden privat los. Neben einem halben Kopiergerät kamen haufenweise Plastik- und Glasflaschen sowie Aludosen zum Vorschein. "Gefährlich, denn Hunde und Wild können sich daran verletzen."

Verpackungen als Dorn im Auge

Als "Schlusslicht" werden die Neudegger am 15. April unter der Organisation von Alex Jamöck losziehen. "Umso später, desto schwieriger", so Jamöck, weil der Müll im sprießenden Gras schlechter sichtbar ist. Doch das trübt die Motivation nicht. "Bei uns fahren viele Lkw und die schmeißen viel aus dem Fenster." In den Gräben fanden sich aber auch schon Räder und Betten.
"Im Zuge unserer Frühjahrsreinigungsaktion müssen wir entlang der Straßenzüge unserer Gemeinde eine Unmenge an Dosen, Flaschen, Becher und sonstigen Verpackungsmaterialien diverser Fastfood-Ketten einsammeln und entsorgen. Es ist nicht einzusehen, dass wir als Kommune die Kosten dafür zu tragen haben", so Michelhausens Bürgermeister Rudolf Friewald in einem Schreiben an Bundesminister Andrä Rupprechter. Der Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung daher eine Resolution für die Einführung eines Pfandsystems auf Einwegverpackungen beschlossen. "Um die Verschmutzung unserer Umwelt hintanzuhalten."

Aufklärung in Kinderschuhen

Martina Sommer vom Abfallverband Tulln hat bei der Säuberungsaktion in Zeiselmauer mitgewirkt. Was sie schockiert hat: "Extrem viele Gackisackerl in die Stauden." Sonst leiste die Abfallexpertin Präventionsarbeit: "Wenn man Kinder möglichst früh erwischt, prägt sie das ganz anders." Bewährt hat sich eine Spieldecke. Erst wenn der Müll von Wiese und See entfernt und in die richtigen Behälter sortiert ist, wollen die Tiere zurückkehren. Warum Erwachsene dann sogar Kühlschränke und Fernseher in der Natur hinterlassen, kann sich Sommer nicht erklären. "Schon seit Jahren ist die Abgabe am Bauhof gratis."

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