14.06.2017, 00:00 Uhr

Friedhof war total verwahrlost

Unkraut macht sich breit: Wetter spielt mit. (Foto: Zeiler)

Kritik an Pflege in Langenlebarn: Unkraut-Wetter macht Stadtgärtnern zu schaffen.

LANGENLEBARN. "Man findet keine Worte", ist Christl Bess entrüstet, die sich mit ihrem Anliegen an die Bezirksblätter Tulln wendet.
Ruhe sollte hier sein und die Pflege nicht zu kurz kommen. Schließlich wollen wir auch unseren Verstorbenen den nötigen Respekt entgegenbringen. Und das tun die Angehörigen, die mit viel Hingabe und Liebe die Gräber pflegen. Doch die kommen hier am Friedhof in Langenlebarn nicht mehr zur Geltung. "Auf den Schotterwegen wächst das Unkraut schon bis zu 20 Zentimeter hoch", zeigt Bess. Kein Friedhof wäre so verwahrlost, zwei Stunden hat das Ehepaar in der Umgebung des eigenen Grabes gezupft, um den Weg vom lästigen Unkraut zu befreien. Vonseiten der Stadt hätte es lediglich geheißen, dass man nur biologisch vernichten dürfe. "Das hat aber keinen Sinn, das ist, wie wenn man das Unkraut gießt", zeigt die 72-Jährige auf.

Regen und Sonne

"Als erste 'Natur im Garten'-Stadt Österreichs pflegt Tulln sämtliche Grünräume ohne Glyphosat – was die Unkraut-Bekämpfung in Beeten, am Straßenrand und natürlich auch auf den Friedhöfen wesentlich aufwändiger gestaltet", heißt es aus dem Rathaus. Mai und Juni seien witterungsbedingt mit viel Regen und gleichzeitig viel Sonne die stärksten Unkraut-Monate. Die Mitarbeiter des Bauhofes kämpfen deshalb an unzähligen Fronten und tun ihr Möglichstes – etliche Überstunden werden geleistet. Zudem helfen auch Asylwerber und Mindestsicherungs-Empfänger mit.

Überfällige Anpassung

Sauer ist das Ehepaar auch deswegen, weil die Gebühren von 249 Euro (pro 10 Jahre) im Oktober 2016 auf satte 800 Euro (ebenfalls für 10 Jahre) erhöht wurden.
2005 galten noch die günstigeren Tarife, per 1. Jänner 2006 trat die überfällige Anpassung der Tarife in Kraft, 2011 folgte eine neue Tarifordnung und anschließend nur noch Indexanpassungen, informiert die Stadt, und dass die Friedhofsgebühren jedoch noch immer nicht kostendeckend sind.

Zur Sache:
Das Betreuungsgebiet des Bauhofes ist mit über 51,6 Hektar riesig und statt der üblichen Pflegeintervalle von 3-4 Wochen müssten die Mitarbeiter jede Grünfläche derzeit wöchentlich bearbeiten, um den hohen Standard aufrecht zu erhalten. Sie wollen eine Grün-Patenschaft übernehmen? Dann kontaktieren Sie Stadtgärtner Mario Jaglarz unter: Tel. 02272/690-850, E-Mail: mario.jaglarz@tulln.gv.at.

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