03.10.2017, 16:22 Uhr

Google "klaut" das Pleyel 'e'

Google-Maps unterschlägt Komponisten ein "e". (Foto: Screenshot: Googlemaps)

Fehler: Ignaz Joseph Pleyel wird zu Pleyl; Präsident Ehrentraud schickt Tullner auf Schulbank.

GROSSWEIKERSDORF / TULLN. Er war ein hochtalentierter Komponist der zweiten Hälfte des 18. und des angehenden 19. Jahrhunderts – Ignaz Joseph Pleyel. Und er war ein Ruppersthaler. Ob er sich im Grabe umdrehen würde, wenn ihm bekannt wäre, dass er umgetauft wurde ... wer weiß.

"Da fährt Zug d'rüber"

In Tulln wurde eine Straße nach Pleyel benannt. Der Beschluss dafür wurde am 6. Dezember 2011 einstimmig vom Gemeinderat gefasst. Doch aus dem Ignaz Joseph Pleyel wurde ein Josef und das ist auch auf dem Straßenschild nachzulesen. "Das „ph“ wurde dabei nicht unterschlagen – anscheinend gibt es verschiedene Schreibweisen, z.B. ist im Eintrag auf Wikipedia das „f“ zu lesen. Jedenfalls war es keine bewusste Unterschlagung", heißt es aus dem Rathaus. Adolf Ehrentraud, Präsident der Internationalen Ignaz Joseph Pleyel Gesellschaft (IPG) in Ruppersthal meint: "Da müssen die Tullner nochmal zur Schule gehen, dass auch sie wissen, wie man den weltberühmten Komponisten richtig schreibt", lacht Präsident Ehrentraud. "Denn man schreibt ihn mit 'ph' – da fährt der Zug drüber", fügt er hinzu.
Aber dem nicht genug, dem Komponisten ist auf Google Maps sogar ein "e" entwendet worden. Er wurde zu Pleyl. Im Zuge der Recherche staunten die Bezirksblätter nicht schlecht als sie auf der Homepage der IPG nachlesen, dass der Vater, ein Dorfschulmeister, Martin Pleyl hieß. Eine Erklärung dafür hält Präsident Ehrentraud parat: "Als Pleyel mit 19 Jahren seine erste Oper komponierte, fügte er seinem Namen ein "e" bei, weil dieser dann auch in Frankreich ausgesprochen werden konnte".

Fehler melden

Die Bezirksblätter ließen nicht locker – eine Anfrage bei Google auf Änderung wurde umgehend beantwortet: "Die Daten in Google Maps kommen von verschiedenen Quellen. Daten wie Ortschaften, Straßennamen, Grenzen und Straßennetzwerke stammen von einer Kombination aus Drittanbietern, öffentlichen Quellen und Inputs von Nutzern", heißt es von jener Agentur, die von Google für die Pressearbeit beauftragt ist. Im Allgemeinen würden diese Quellen eine starke Basis für umfassendes und aktuelles Kartenmaterial bieten. Natürlich würden aber auch Ungenauigkeiten, welche von einer der verschiedenen Quellen herkommen können, bestehen. Das Kartenmaterial werde regelmäßig aktualisiert, allerdings variiere der Zeitaufwand. "Aus diesem Grund werden Nutzer deshalb dazu eingeladen, Fehler zu melden, die sie selbst bemerken. Mit diesem Tool kann man den regulären Update-Prozess unter Umständen beschleunigen", so Christoph Reisinger.

Zur Sache:
Auch Sie können ein Google-Maps-Problem melden: Über Klick unten rechts auf "Feedback geben" gehen. Auf das entsprechende Menü klicken, Feedback geben; die entsprechende Straße od. Stelle auf der Karte auswählen.

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