29.05.2017, 11:41 Uhr

"Kraken" für Tullner Frühchen

Häkelt für den guten Zweck: Claudia Zeh. (Foto: Zeiler)

Gehäkelte Tiere vermitteln Babys Geborgenheit; Garnspenden erwünscht.

TULLN. "Ich häkle mit, das ist eine tolle Geschichte", dachte sich Claudia Zeh, als sie vom Projekt "Oktopus für Frühchen" erfuhr.
Der Grundgedanke dieses Projektes beruht auf der Unterstützung von Babys in ihren ersten Lebenstagen. Der gehäkelte kleine Kuscheloktopus soll für die Frühchen und Neugeborenen ein Freund und Begleiter im Inkubator sein. Die Tentakel sollen dabei die Nabelschnur der Mutter im Bauch widerspiegeln. Ein enger Vertrauter, der Tag und Nacht bei ihnen ist, wenn dies Mama und Papa nicht sein können. Die gehäkelten Tiere imitieren mit den Tentakeln die Nabelschnur, sie ist den Babys vertraut und sie halten sich gerne daran fest. Und so werde auch verhindert, dass sich die Frühchen nicht in den lebenswichtigen Kabeln und Schläuchen verfangen oder diese sogar entfernen.

Ab ins Krankenhaus

Seit Ostermontag häkelt auch Hausbetreuerin Zeh mit, etwa einen Oktopus schafft sie pro Tag. Diese sendet sie an die Projektleiterin, dort werden die Tiere desinfiziert und verpackt. Und dann geht's ab ins Krankenhaus, so auch nach Tulln.

Frühgeborene sind ruhiger

"Es ist schön, dass etwas so Einfaches ein Baby trösten und den Kleinen helfen kann, sich besser zu fühlen. Wir sind sehr dankbar für diese Initiative der Freiwilligen und sind sicher, dass die Familien, die diesen Service nutzen, es auch sein werden.

Tiere geben Geborgenheit

Wenn sie schlafen, klammern sie sich an die Beinchen des Oktopus, und wir können feststellen, dass die Frühgeborenen, welche ja normalerweise noch im Mutterleib wären, deutlich ruhiger sind. Die Tentakel der Oktopusse geben dem Kind das Gefühl der Nabelschnur im Mutterleib und sie verbinden damit Geborgenheit. Des Weiteren hören wir auch immer von den Müttern, dass sie selbst zu Hause noch beobachten, dass ihre Kinder mit den Oktopussen deutlich ruhiger und entspannter wirken", erklärt die Pflegedirektorin Eva Kainz vom Tullner Universitätsklinikum.
Auch wenn Zeh ihrer Meinung nach "handwerklich nicht begabt ist" – und das kann auch nicht bestätigt werden, wenn man sich in ihrer Wohnung umsieht, wo Filethäkelei auf dem Tisch und auch an den Fenstern zu sehen ist –, hilft sie mit ihrer Zeit und der Fingerfertigkeit den Frühchen.

Zur Sache:
So können auch Sie (mit-)helfen: Mithäkeln und/oder Garnspende (100 Prozent Baumwolle) erwünscht: Infos finden Sie auf oktopusfürfrühchen.at. Die Garnspenden werden am besten direkt in der Tullner Bastelstube in der Kirchengasse 3 erworben und dort hinterlegt.
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