17.07.2017, 12:00 Uhr

Mediation: Eine emotionale Geschichte

Mediatorin Barbara Sündermann setzt oftmals auch die systemische Aufstellung ein. Die Figuren haben keinen Mund, das wäre schon zu viel des Ausdrucks. (Foto: Zeiler)

Zeiselmaurer Mediatorin Barbara Sündermann entwickelt Mediation in der Mediation und befragt Kinder, was sie von Trennung halten.

ZEISELMAUER. "Ich habe eine Form der Mediation entwickelt, ohne gewusst zu haben, dass es etwas Neues ist", sagt Barbara Sündermann.

"Streitschlichtend" zum konstruktiven Miteinander

Die Mediation ist ein konstruktives Miteinander, bei dem alle Parteien zu gemeinsamen Vereinbarungen gelangen, die ihren Bedürfnissen entsprechen. In vielen Fällen kann sie Rechtsstreitigkeiten vor Gericht verhindern und eine außergerichtliche Einigung herbeiführen. Angewendet wird sie bei Konflikten, beispielsweise bei Scheidung oder Trennung, aber auch bei Streitigkeiten.

Vor zwölf Jahren hat sich Sündermann diesem Beruf, der zu ihrer Berufung geworden ist, verschrieben. Im Rahmen ihrer Tätigkeit hat die vierfache Mutter vermehrt festgestellt, dass die Kinder bei einer Trennung der Eltern immer mehr untergehen. Daher hat sie sie befragt, was sie von der Trennung halten. Und genau mit diesem Ansatz hat sie eine Mediation in der Mediation gestartet. Wie das genau funktioniert? In Abstimmung und vor allem mit der Zustimmung der Eltern hat sie vorab mit den Kindern Punkte erarbeitet, die ihnen wichtig sind. Schlagwörter wie "Wohnung", "Zorn", "Haustiere", "Schule", "Freunde" kristallisierten sich schnell heraus.

Eltern bekommen Zettel

Und exakt diese Themen werden dann im Rahmen der gemeinsamen Mediation zwischen Kindern und Eltern besprochen. "Zuerst reden aber die Kinder", das ist der 49-Jährigen ein Anliegen, "die Eltern hören zu und bekommen Zettel und Bleistift, um sich ihre Antworten notieren zu können", erklärt Sündermann.

Anforderungen bewältigen

In der darauffolgenden Sitzung, wo das Paar allein mit Mediatorin Sündermann arbeitet, stellt sie auch schnell fest, dass "es besser geht, denn das Paar hat mitbekommen, das sie ein Leben lang Eltern sein werden und als solche auch die entsprechenden Herausforderungen und Anforderungen der Kinder bewältigen müssen". Grundsätzlich gilt jedoch, dass jede Mediation anders ist, eins haben jedoch alle gemeinsam: Sie sind alle emotional.

Zur Sache:
Barbara Sündermann ist es wichtig, dass in den Gesprächen, die während der Mediation geführt werden, absolute Offenheit gewahrt wird. Nur wenn beide Partner wirklich bereit sind, den Streit mit Hilfe eines Mediators dauerhaft beizulegen, kann die Mediation erfolgreich abgeschlossen werden.

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