18.11.2016, 06:22 Uhr

Rettungshunde: Effektive Zusammenarbeit

Rupert Lorenz (Landesleiter-Stv. ÖRHB NÖ/Wien) Birgit Richter (Hundeführerin Rettungshunde NÖ) Werner Kirchner (Landesleiter ÖRHB NÖ/Wien) Karin Kuhn (Geschäftsführende Obfrau Rettungshunde NÖ) Hündin Luna und Hündin June (Foto: Rettungshunde Niederösterreich)

Österreichische Rettungshundebrigade und Rettungshunde Niederösterreich im gemeinsamen Einsatz.

SIEGHARTSKIRCHEN / NÖ / Ö (red). Über 800 Personen werden in Österreich jährlich als vermisst gemeldet. Gilt eine Person als abgängig, so können Rettungshunde angefordert werden. Seit über zwei Jahren arbeiten in Niederösterreich die Österreichische Rettungshundebrigade und die Rettungshunde Niederösterreich zusammen, um abgängige Personen nach ihrem Verschwinden rasch wiederzufinden oder Hinweise über deren Aufenthalt zu geben.

Vorreiter bei Mantrailing

Grund für diese Zusammenarbeit sind unter anderem die perfekte Ergänzung. Die Österreichische Rettungshundebrigade hat die personelle Stärke, die Rettungshunde Niederösterreich hingegen sind Vorreiter in einem Spezialgebiet, dem sogenannten „Mantrailing“. Durch die Zusammenarbeit können die Einsatzkräfte noch rascher am Einsatzort eintreffen. Des Weiteren stehen ausreichend ausgebildete Rettungshunde in den verschiedenen Ausbildungssparten zur Verfügung. Neben den klassischen Flächensuchhunden und Trümmersuchhunden, können nun auch einsatzerfahrene Mantrailer herangezogen werden. Einige der Helfer sind neben ihrer Funktion als Hundeführer, noch als Sanitäter, Arzt oder auch Tierarzt ausgebildet. Des Weiteren wird die Zusammenarbeit mit anderen Einsatzorganisationen, wie Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst forciert.

Modernste Ausrüstung

Für die Abwicklung der Einsätze steht auch modernste Technik zur Verfügung. Neben zwei vollständig ausgebauten Einsatzleitfahrzeugen für die autarke Abwicklung von Einsätzen mit bis zu über 150 Einsatzkräften, sind GPS und Digitalfunk in Verwendung.
Über 100 Mal schrillen die Alarmglocken bei den Rettungshundeteams pro Jahr. Nicht jede Alarmierung ist auch gleich ein Einsatz, oft erreicht uns die Alarmierung auch zu spät. „Für einen sinnvollen Einsatz der Rettungshunde ist eine zeitgerechte Alarmierung notwendig. Rettungshunde können auch nach Stunden vermisste Personen noch aufspüren, jedoch schwindet die Chance stündlich. Kommt die Alarmierung erst nach einigen Tagen oder sogar Wochen, so können diese Hunden nicht mehr eingesetzt werden“, so Rupert Lorenz, Landeseinsatzleiter NÖ/Wien der Österr. Rettungshundebrigade. Die Hunde werden Tag für Tag trainiert, um zum Beispiel demente, verwirrte, verletzte aber auch suizidgefährdete Personen zu finden.

Spuren im Wald, auf Wiesen und in der Stadt

„Wir als Rettungshunde NÖ haben uns vor über einem Jahrzehnt als erste Einheit Österreichs darauf spezialisiert, die Geruchsspuren von vermissten Personen zu verfolgen. Dies kann nicht nur im Wald oder über Wiesen, sondern sogar auch im Stadtbereich erfolgen“, so Karin Kuhn, Ausbildungsleiterin der Rettungshunde Niederösterreich über den Spezialbereich „Mantrailing“.
„Als Landesleiter der ältesten Rettungshundeorganisation Österreichs (1966) freut mich die Kooperation besonders, da hier nicht nur im Einsatz zusammengearbeitet wird, sondern mittlerweile auch unzählige Trainingseinheiten, Übungen und Ausbildungen gemeinsam absolviert wurden“, so Werner Kirchner von der ÖRHB Landesgruppe NÖ/Wien.
Die beiden Organisationen stehen 24 Stunden, 365 Tage im Jahr kostenlos für die Bevölkerung bereit, wenn Hilfe benötigt wird.
Weinter Infos unter www.rettungshunde.euund www.oerhb.at.

Zu Sache:
Alle Hundeführer und Helfer
beider Organisationen arbeiten ehrenamtlich. Für die alarmierenden Personen aber auch für die vermissten Personen entstehen keine Kosten.

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