12.06.2017, 12:29 Uhr

Senioren bleiben Auto treu

Hermine Pasching fährt mit 93,5 noch Auto – im Bild mit Tochter Monika Binder. (Foto: Zeiler)

Führerschein hat kein Ablaufdatum: Die Pensionisten von heute halten daran fest. Aber nicht alle.

BEZIRK TULLN. 80 Jahre ist er, der Walter. Ans Aufhören denkt er aber nicht. Im Rahmen unserer großen Bezirksblätter-Serie "Steig ein" haben wir dieses Mal die Ruheständler im Visier. Haben die Herrschaften noch einen Führerschein, fahren sie noch mit dem Auto? "Aber natürlich fahr ich noch", sagt Walter und lacht. Wobei "ein Autobahnpickerl haben wir nicht mehr drauf. Wir fahren nur mehr in der Stadt und auf Landstraßen", rudert der rüstige 80-Jährige zurück. Zwischen 15.- und 20.000 Kilometer jährlich ist Josef Baureder früher gefahren. Heute, seit er pensioniert ist, sind es maximal bis zu 10.000 Kilometer.

Mit dem Auto zur Freundin

Auch Erwin Schörghuber ist noch aktiv und unterwegs: "Die Freundin ist schließlich ein Stückerl weg – da bring ich auch Kilometer zusammen", sagt er. Doch nicht alle Personen trauen sich das Lenken eines Autos in hohem Alter zu, weiß Tullns Bezirkshauptmann Andreas Riemer: "Es gibt Fälle, in denen der Führerschein freiwillig aus Alters- bzw. Gesundheitsgründen zurückgegeben, also auf die Lenkberechtigung verzichtet wird", informiert er. Namen dürfe man natürlich keine nennen – des Datenschutzes wegen.

Parkgarage ist "rotes Tuch"

93,5 Jahre ist Hermine Pasching. Und sie sitzt noch immer am Steuer – 1969 – also vor 48 Jahren – hat sie den Führerschein gemacht. Weite Reisen tritt sie keine mehr an, aber "zum Bauhof oder zum Einkaufen fahr ich immer mit dem Auto". In die Stadt geht's allerdings mit dem Rad, denn Parkgaragen sind "ein rotes Tuch", wie die rüstige Pensionistin sagt.
Tochter Monika Binder kann sich noch daran erinnern wie Mutti damals geübt hat. "Als Vati nicht mehr fahren konnte, hat die Mutti die Mobilität übernommen", sagt Binder. Sorgen macht sie sich nicht: "Sie fährt - sie fährt umsichtig und vorsichtig und bleibt damit auch unabhängig". Allerdings, sollte es mal doch weiter weg gehen, dann "wird die Mutti von mir chauffiert", so Binder.

Zur Sache:
Das ist von älteren Menschen zu beachten: Beim Gesundheitszustand gibt es sehr große Unterschiede. Medikamente haben negativen Einfluss auf die Reaktionsfähigkeit, daher Hausarzt befragen. Mit dem Alter nehmen außerdem Sehstärke und Reaktionsfähigkeit ab.

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