20.12.2017, 00:01 Uhr

Tierdrama: Vier Hunde auf "Herbergsuche"

Der Dackel-Terrier-Mix Ballo wurde getötet. (Foto: zVg/TSV)

63-Jährige hat "Ballo" ertränkt; Verfahren wegen Quälerei eingestellt

BEZIRK TULLN / ST. PÖLTEN / OÖ. "So eine Tat ist ein Wahnsinn", zeigt sich ein Polizist aus dem Bezirk Tulln fassungslos über den kaltblütigen Mord eines Dackel-Terrier-Hundes, den eine 63-jährige Pensionistin durchgeführt hat.
Ihr Glück war perfekt, als die im Bezirk Tulln lebende Frau P. ihren Ballo am 23. September 2017 endlich in die Arme schließen konnte. Doch das sollte nicht lange anhalten. Ballo jagte die Katzen, Hühner und Enten und konnte sich auch mit den vier anderen Hunden von P. nicht anfreunden. Also hat sich die Pensionistin per Mail an den Tierschutzverein gewandt, der den Vierbeiner auch vermittelt hat, bestätigt der Polizist, dass "sie den Hund zurückgeben wollte". Sowohl Heidi Bernhard vom Tierschutzverein ATIN (OÖ) als auch Angelika Ranner vom Tierschutzverein "Hilfe für Pfoten" (NÖ) machten sich auf die Suche nach einem geeigneten Platz, doch das gehe nicht von heute auf morgen. Dass die Pensionistin mit der Situation gar nicht klar kam, habe sie "zu wenig deutlich artikuliert", sagt Ranner gegenüber den Tullner Bezirksblättern.

In den Ofen geworfen

Um Ballo an den Mann zu bringen, habe Ranner um aktuelle Fotos bei Frau P. angefragt, doch die meinte, dass der Hund im Wald weggelaufen und der Jäger ihn erschossen haben soll. "Das habe ich nicht geglaubt, die Geschichte war mir zu glatt", sagt Bernhard und drohte mit einer groß angelegten Suchaktion. P. gab zu, dass sie den Hund erschossen und in den Ofen geworfen habe. Also wurde Anzeige erstattet, die Polizei rückte aus. "Die Dame hat aber keine Schusswaffen", so der Polizist, dass dann die Wahrheit ans Tageslicht kam. Frau P. hat Ballo eine Kette an den Hals gelegt, einen Ziegelstein befestigt und ihn im Pool ertränkt. Dann sperrte sie die Hühner und Enten in den Stall, holte den toten Dackel-Terrier aus dem Pool und verscharrte ihn auf ihrem Grundstück. "Ich hab ihr den Hund selbst ausgraben lassen", erinnert sich der Exekutivbeamte. "Wenn man die Dame sieht, glaubt man, dass man im falschen Film ist. So eine Tat traut man ihr nicht zu", fügt der Polizist hinzu.

Keine Reue gezeigt

Sowohl Bernhard als auch Ranner sind der Meinung, dass "sie eiskalt ist. Sie zeigt gar keine Reue. Aber man kann in keinen Menschen hineinschauen". Fakt ist, dass Frau P. alle vier verbleibenden Hunde abgenommen wurden. Laut Tierheim sind sie in einem guten Zustand. Wann sie vergeben werden können? "Wenn das Verfahren betreffend Tierhalteverbot gegen die Frau abgeschlossen ist, dann wird über den weiteren Verbleib der Tiere entschieden", informiert Amtstierarzt Christoph Hofer-Kasztler. Das Verfahren wegen Tierquälerei wurde eingestellt, die Beschuldigte hat einer Diversion zugestimmt. Ein Versuch der Bezirksblätter, die Frau zu erreichen, blieb unerfüllt.

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