15.03.2017, 08:00 Uhr

Unsere Ärzte wählen ihre Stimme

Eine dichtere Vernetzung wünscht sich Manuela Schlögel. (Foto: privat)

Ärztekammer-Wahlen bis 1. April: Diese Misstände wollen die Ärzte der Region ändern

ZENTRALRAUM. Die Ärztekammer-Wahlen stehen an: Bis 1. April machen 7.000 Ärzte Niederösterreichs ein Kreuzerl auf ihre Wahlzettel. Die Bezirksblätter haben mit Ärzten der Region über derzeitige Missstände gesprochen.


Schlechte Kommunikation

Zu den größten Problemen zählt Manuela Schlögel, Praktische Ärztin in Mauerbach, die schlechte Kommunikation zwischen niedergelassenen Ärzten, Krankenhäusern und der Ärztekammer. Auch "drohende Szenarien" wie die ELGA, also die Elektronische Gesundheitsakte, spricht sie an. Wie die Misstände zu beheben wären? "Durch bessere Einbindung der Ärztekammer in die Gesundheitspolitik und von uns Wahlärzten in die Basisversorgung."


Zu Fließbandarbeit gezwungen

"Die ganze Bürokratie ist ein Albtraum", meint Andrea Siebenhandl aus Klosterneuburg und kritisiert auch die Tarifsätze. "Pro Patient, der in die Praxis kommt, bekommt ein Arzt acht Euro. Man wird zur Fließbandarbeit gezwungen: möglichst viele Patienten in möglichst kurzer Zeit." Siebenhandl fordert: "Die Gebietskrankenkasse sollte Tarife erhöhen und nicht streichen." Dann würde auch die Qualität der Behandlung steigen.


Wartezeiten verkürzen

"Mir ist es als Arzt vor allem wichtig, dass man wieder mehr Zeit für das ärztliche Gespräch hat", so Martin Mayr, Orthopädischer Chirurg aus St. Pölten. Bereits erreicht habe die Kammer eine Verkürzung der Wartezeiten für Magnetresonanz-Untersuchungen. "Unser nächstes Ziel ist es, auch bei Verletzungen rund um Meniskus und Bandscheibe die Zeiten zu kürzen. Das ist zwar nicht lebensbedrohlich, aber für die Menschen oft sehr belastend im Alltag."

Führung unter Beschuss

"Nicht besonders hervorgetan" habe sich die aktuelle Kammerführung laut Andrea Siebenhandl. Schärfer kritisiert Manuela Schlögel: "Die derzeitige Führung ist seit zehn Jahren völlig selbstverliebt und fern der tagtäglichen Realität von uns Niedergelassenen. Wir brauchen eine dichtere Vernetzung mit den Medien und der Politik.“

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