26.09.2014, 09:22 Uhr

Umbenennung wirbelt Staub auf

Jetziger Bürgermeister Peter Eisenschenk mit Bürgermeister a.D. Edwin Pircher.

Minoritenplatz und Donaulände sollen nach VP-Bürgermeister a.D. benannt werden

TULLN. Wenn nur mehr vier Monate bis zur Gemeinderatswahl sind, dann ist es kein Wunder, wenn plötzlich Ideen auftauchen: Der neueste Einfall der Tullner ÖVP: Der Rathausplatz soll auf Willi Stift-Platz, die Donaulände auf Edwin Pircher-Promenade umgetauft werden. "Es geht um persönliche Wertschätzung – die ist unabhängig vom Zeitpunkt und nie ein Gag", sagt VP-Bürgermeister Peter Eisenschenk. Die Umstellung solle bereits im November erfolgen.

Pircher zieht Resümee

Für den ehemaligen Tullner Bürgermeister Edwin Pircher war das keine Überraschung: "Bürgermeister Eisenschenk ist mit der Überlegung an uns herangetreten", erzählt er, "Und es gab auch keinen Grund, nein zu sagen", führt er weiter aus. Doch – was passierte während seiner Amtszeit? Er war es, der ein Programm für die Stadt erarbeitet hat: Schul-, Verwaltungs-, Wirtschafts- und Erholungsstadt.
"Ein wichtiger Punkt für mich war die Stadt zur Donau als Naherholungsgebiet zu öffnen. Der Bau des Kraftwerkes", erinnert sich Pircher, "war die Voraussetzung dafür. Das Hallenbad, das Bundesschulzentrum, die HAK wurde errichtet". Dem aber nicht genug. Unter seiner Führung entstanden auch das IFA, das kürzlich sein 20-jähriges Jubiläum feierte, die Musik- und Sporthauptschule. Auch das Aubad geht auf seine Kappe, ebenso wie die Gründung der Tullner Messe, die Errichtung des Donauklinikums, auch die Planung der Südumfahrung, die jedoch unter Willi Stifts Zeiten umgesetzt wurde.

Wirtschaftsleut gehen auf die Barrikaden

Und trotz alledem stößt die Idee nicht nur auf Befürworter: "Was ist das für ein Schwachsinn?", fragt Christian Pöck vom Tullner Adlerbräu. Die Wirtschaft macht sich nun Gedanken um die Kosten, die auf sie zukommen: "Das Briefpapier, alles muss umgestellt werden", so Pöck.
Doch dafür würde die Stadt aufkommen, wie der derzeitige VP-Bürgermeister Peter Eisenschenk informiert und er stellte sich den Fragen des Bezirksblattes:

BEZIRKSBLÄTTER: Warum ist das Thema exakt zum jetzigen Zeitpunkt so ein wichtiges für die TVP?
PETER EISENSCHENK:
„Es geht um persönliche Wertschätzung – die ist unabhängig vom Zeitpunkt“.

Ein typischer Wahlgag?
„Persönliche Wertschätzung ist immer ein wichtiges Thema und nie ein Gag. Das wäre zynisch gegenüber den Verdiensten von Willi Stift und Edwin Pircher.

Wie viele Personen/Firmen wären von der Umbenennung betroffen?
27 Haushalte (ca. 65 Personen) und 8 Firmen

Geschäftsleute klagen, dass die Umbenennung viel Geld kosten würde?
Die behördlichen Ummeldungen kosten laut Wirtschaftskammer unter 100 Euro. Für außergewöhnlich (hohe) Kosten – z.B. jüngst angeschaffte große Chargen an Briefpapier etc. – kommt die Gemeinde auf.

Auch die HAK und das Bundesschulzentrum sind von der Umbenennung betroffen ...
„Ja, das ist ja auch Absicht, denn Pircher war Initiator des Bundesschulzentrums an diesem Ort“.

Auf welchem Straßenschild soll Peter Eisenschenk stehen?
„Auf keinem“.

Wie schnell soll die Umsetzung passieren?
„Mitte November“.
0
2 Kommentareausblenden
1.257
Anton Gsandtner aus Tulln | 29.09.2014 | 06:15   Melden
1.257
Anton Gsandtner aus Tulln | 01.10.2014 | 14:10   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.