Die Film-Total Kritik zu "Thor - Tag der Entscheidung"

Die Darsteller:

Hauptdarsteller und Hollywood Schnuckel Chris Hemsworth füllt seine Paraderolle als Donnergott wieder voll aus. Nicht nur wegen seiner physischen Präsenz, sondern auch seine komödiantische Seite, welche er schon in „Ghostbusters“ zeigen konnte, trägt zum funktionieren beim dritten Soloauftritt des Asgardianers bei. Sein routinierter Kollege Mark Ruffalo hat indes nicht viel zu tun, da Bruce Banner die meiste Screentime als Hulk in Erscheinung tritt. Tom Hiddleston nimmt einmal mehr seinen Part als Loki auf und ist schauspielerisch wieder ein wahrer Genuss. Diabolisch und gewitzt steckt er, in punkto mimischem Handwerk, seinen Filmbruder Hemsworth locker in die Tasche. Oscar Preisträgerin Cate Blanchett spielt eine hervorragende Todesgöttin Hela und ist zwar drehbuchbedingt in ihrer Bösartigkeit relativ stark gedämpft, macht aber als geweihtragende erste weibliche Antagonistin in einem Marvel Film eine gute Figur. Etwas fehl am Platz wirkt Tessa Thompson in ihrer Rolle als Scrapper 142. Als ausrangierte und trinkende Walküre hat man als Zuschauer das Gefühl, sie versucht stark den „Letty Style“ aus „Fast and Furious“ zu kopieren, erreicht aber dabei noch lange nicht den Charme einer Michelle Rodrìguez. Die Handlangerrolle von Skurge – gespielt von „Star Trek“ und „Herr der Ringe“ Star Karl Urban – ist wie für ihn gemacht. Der routinierte Nebendarsteller holt alles aus seiner Rolle und vereint einen Eomer mit einem Dr. McCoy in einem Charakter. Idris Elba stellt wieder den Heimdall dar und bekommt ein Upgrade seines Parts, was ihm die Möglichkeit gibt zu zeigen dass es nicht nur eine Freude ist, diesem Schauspieler mit dem Revolver zuzusehen, sondern auch das riesenhafte Schwert zu schwingen steht ihm sehr gut. Ein unterhaltungstechnischer Gaumenschmaus ist auch der „Independence Day“ Star Jeff Goldblum. Als durchgeknallter Hippie Pate „Grandmaster“ schraubt er sich in ungeahnte Comedy Höhen und mit noch mehr Screentime hätte er seine volle Genialität entfalten können und seine jüngeren Kollegen aber ganz locker an die Wand gespielt. Goldblum stiehlt sogar beinahe dem brillanten Benedict Cumberbatch in seinem kurzen Geplänkel mit Thor als Dr. Strange die Show.

Der Film:

Es las sich schon interessant, als bekannt wurde, welcher Regisseur das dritte „Thor“ Soloabenteuer inszenieren wird, denn der „Wo die wilden Kerle wohnen“ Regisseur Taika Waititi, ist doch eher im Komödiengenre angesiedelt. Somit konnte schon geahnt werden wohin die Reise führen wird. Waititi griff effektetechnisch ganz tief in die Trickkiste und liefert uns einen optischen Leckerbissen in gewohnter Marvel Superqualität. Was die Herangehensweise des Films angeht, werden sich die Geister wohl scheiden, denn die eingefleischteren Comic Fans hätten sich bei dem Thema „Ragnarok“ inkl. der Todesgöttin Hela wohl einen dunkleren und düsteren Marvel Blockbuster erhofft. Dies ist wohl auch das größte, aber auch beinahe einzige Problem des Films. Schon fast im Stakkato werden die Gags im Stil der gut funktionierenden „Guardians of the Galaxy“ abgefeuert. Ob dies bei „Thor 3“ notwendig gewesen wäre, darüber lässt sich streiten, macht aber auf jeden Fall einen Heidenspaß. Der Plot um die grausame Hela als Gegnerin, welche in ihrer Diabolik Ihresgleichen sucht, hätte ohne die Comedy zu einem der bisher härtesten MCU Filme führen können. Stattdessen wird beinahe jede Situation, die sich dramatisch und auch (FSK 12 tauglich) brutal aufbaut, durch eine schon eher aus dem Slapstick Genre zuordenbare Handlung entschärft. Dies ist zwar saukomisch und über den gesamten Streifen sind schon 2-3 richtige Tränendrücker dabei, nimmt der Ernsthaftigkeit und auch dem Charakter der Hela einiges an Luft und lässt viel Potential dieser starken Gegnerin ungenutzt auf der Strecke liegen. Wer jedoch den dauerkalauernden Stil rund um Starlord und Gamorra zu schätzen wusste, wird auch am aktuellen „Thor“ seine Freude haben und wie auch schon der zweite „Guardians“ kann dieser Film ganz leicht auch ohne Vorkenntnisse des Marvel Cinematic Universe genossen werden. Das eine oder andere Easter Egg ist wieder eingebaut und auch witzige Cameo Auftritte sind vorhanden. Es soll nicht Zuviel verraten werden, doch versuchen sie die bekannten Gesichter zu entdecken und merken sie sich diesen Satz: „Jason Bourne nimmt Thor`s realen Bruder bei der Hand und besucht Dr. Alan Grant im Jurassic Park“. Die Kameraarbeit von Javier Aguirresarobe hinterlässt ebenfalls ihre sichtbare Handschrift, da die Einstellungen teilweise näher an seinem „Gänsehaut“ sind, als an einem Marvel Blockbuster dieser Größenordnung. So viel gute Laune der Film auch macht, hätten sich die Autoren Christopher Yost, Craig Kyle, Stephany Folsom und Eric Pearson gerade im Finale der Geschichte, doch noch auf einen eher ernsteren Pfad einigen sollen, da dieses doch einiges an Dramatik enthält, aber aufgrund der Weiterführung des Klamauks an Bedeutung verliert. Einer der wenigen der noch die nordische Stärke und die Präsenz von Allvater Odin spüren lässt, ist Anthony Hopkins, der auch mit wenigen Auftritten noch immer jeden Film adelt. Tipp zum Abspann: Bis wirklich ganz zum Ende sitzen bleiben!!

Fazit:

Exzellent produzierter Marvel Blockbuster der mit schönen 3D Effekten, coolem Soundtrack, optischen Schauwerten und einem glänzenden wie auch sehr gut gelauntem Schauspielerteam punkten kann, sich mit seinem „Slapstick und Kalauer“ Stil etwas zurückschrauben hätte sollen um ein gewisses Maß an Ernsthaftigkeit zu erhalten, aber dennoch einen Riesenspaß und einen unterhaltsamen Kinoabend bereitet.

Kritik verfasst von:
Lindorfer Bernhard / Film-Total

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