Ernährung
Wandel der Esskultur

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Essensgewohnheiten können sich innerhalb von 100 Jahren stark ändern, wie alte Kochbücher beweisen.

GRAMASTETTEN/LINZ (fog). „Welches Lebensmittel gerade in ist, hängt vom jeweiligen Zeitgeist beziehungsweise von der Kultur ab“, sagt die in Gramastetten lebende Ernährungswissenschafterin Eva Fauma. Während heute eine Maikäfer-Suppe bei vielen für Kopfschütteln sorgen würde, war sie in der Monarchie nicht ungewöhnlich, „auch am kaiserlichen Hof“, so Fauma. Das „Linzer Kochbuch“ von Maria Elisabetha Meixner aus dem Jahr 1856 zeigt, dass es damals gang und gäbe war Frösche und Schnecken zu verkochen. Rezepte für „Gebackene Frösche“, „Heiß abgesottene Frösche“ oder „Frösche in Frikassee“ sind etwa darin zu finden, genauso wie Schneckensuppe – Gerichte, die man heute eher dem asiatischen Raum zuordnet. Natürlich wurden damals auch Speisen zubereitet, die heute noch gängig sind, wie etwa gebackenes Hendl oder Vanillekrapferl.

Schwammerl sind in

Wie sich das Image eines Lebensmittels verändern kann, zeige der Speisepilz, erklärt die Ernährungswissenschafterin. Während oder kurz nach dem Zweiten Weltkrieg dienten Schwammerl als Fleischersatz und waren begehrt. Als sich die Leute später wieder Fleisch leisten konnten, verschwand auch der Pilz vom Speisezettel. Er hatte eher ein schlechtes Image und galt als „Notfutter“. Heute ganz anders: „Schwammerl sind wieder in – sie sind biologisch und regional.“ Und: „Wir brauchen Trends, sonst schlafen wir ein. Das heißt aber nicht, dass Lebensmittel, die nicht modern sind, schlecht sind.“ Die trendige Kürbis-Ingwersuppe von heute interessiere in 100 Jahren vermutlich wenig. Manche Geschmacksrichtungen kommen in einer Kultur dennoch kaum in Frage, „weil Geschmack über die Muttermilch geprägt wird“, erklärt Fauma. Daher könne sich die westliche, an Petersilie gewöhnte Esskultur, schwer mit Koriander anfreunden.

Autor:

Gernot Fohler aus Urfahr-Umgebung

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