Alte Kraftplätze neu entdecken

Die Julius-Quelle im vorderen Abschnitt des Pesenbachtals oberhalb des Freibades gilt der Sage nach als Augenbründl.
  • Die Julius-Quelle im vorderen Abschnitt des Pesenbachtals oberhalb des Freibades gilt der Sage nach als Augenbründl.
  • hochgeladen von Veronika Mair

BEZIRK (vom). Das Mühlviertel ist eine Region der Kraftplätze. Viele dieser nahezu magischen Stellen sind seit Generationen bekannt. Als Orte der Kraft werden Plätze bezeichnet, die besondere Wirkungen auf Mensch und Umgebung entfalten. "Diese Wirkungen können physischer, energetischer oder spiritueller Natur sein und auf den unterschiedlichen Ebenen von Körper, Geist und Seele spürbar sein", sagt der Geomant und Raumenergetiker Wolfgang Strasser. Energiereiche Stellen können durch verschiedene Formen sichtbar werden: ein Flusslauf, der sich in den Untergrund gegraben hat, eine Formation aus rund geschliffenen Granitfindlingen oder auch ein entlegener Platz mitten im Wald, der Stille verströmt.

Augenbründl im Pesenbachtal

23 Kraft- und Kultplätze hat Strasser zwischen Kurpark und Kerzenstein im Pesenbachtal in Bad Mühllacken festgestellt. Im Zuge des EU-Leader-Projektes „Pesenbachtal – Weg der Heilung“ wurden diese Orte im Jahr 2014 beschildert und mit Informationen über Wirkungen und Übungsanleitungen versehen. Eine besondere Stelle ist die Julius-Quelle. Sie liegt am Beginn des Pesenbachtales unweit der Kneipp-Kuranstalt. Die Puchenauer Volkskundlerin Elisabeth Schiffkorn hat sich mit der Sage dazu beschäftigt: "Die zweite, von ihrer Ergiebigkeit her gesehen weniger wichtige Quelle am Pesenbach, gilt der Sage nach als Augenbründl. Die Besucher trinken nicht nur das Wasser, sie waschen sich auch die Augen damit, da es als vorbeugend gegen Augenkrankheiten gilt." Sogenannte Augenbründl sollen die "Augen öffnen" und den ersten Schritt auf dem Weg zur Gesundung ermöglichen. Den Heilungssuchenden wird beim Eintritt in das "Tal der Heilung" erst einmal verordnet, über die krank machende Lebenssituation nachzudenken. "Das Kaffeehäferl an der Stelle weist darauf hin, dass die Quelle nach wie vor zu Heilzwecken genutzt wird", so Schiffkorn.

Der "Hohe Stein" von Loitzendorf

Eine Reihe von besonderen Plätzen gibt es auch in der Gemeinde Alberndorf. Der Konsulent für Landschafts-Mythologie, Geomantie und Integrative Heimatforschung, Günter Kantilli aus Alberndorf, schreibt in seinem Buch "Naturheiligtümer im Mühlviertel": "Geht man in Loitzendorf bei der Installationsfirma Gangl vorbei, so kommt man zu einem sehr harmonischen Ort." Im Schutz von Eichen und Buschwerk befindet sich dort eine kleine Holzhütte und mächtige Steintische. Die hohe Energie dort soll von den besonderen Luft- und Wasserwesen des Platzes stammen. Auf dem weiterführenden Weg durch den Wald Richtung "Hoher Stein" liegen rechts mit Moos bewachsene Steine. Am Rande dieser "Restlinge" ist laut Kantilli ein Ort der "Männlichen Weisheit". Daneben seien Plätze der guten Kommunikation und des Ausgleichs des Männlichen und Weiblichen. Folgt man dem Weg weiter, gelangt man zu einer Felsgruppe auf der linken Seite leicht unterhalb des Weges. "Der Bewuchs von Eschen, Birken, Kiefern, Faulbäumen und Fichten lässt auf ein differenziertes Energiemilieu schließen", so der Alberndorfer. Die Energie des Platzes soll von einem Erdeinatmungspunkt, der mitten am Weg liegt, stammen.

Buch Tipp


Märchenhafte Kraftplätze

Ein Jahr lang haben Märchenfee Nina Stögmüller und Wanderprofi Robert Versic das Mühlviertel erkundet und die schönsten Routen zu den wichtigsten Kraftplätzen dieser Region zusammengestellt. Insgesamt 25 Wanderungen führen, jeweils begleitet von Märchen und Hintergrundinformationen, auf bekannten und unbekannten Pfaden zu besonderen Orten. Das Buch der Linzerin erscheint im Februar 2018. Verlag Anton Pustet, 240 Seiten, 24,90 €, ISBN 978-3-7025-0884-5

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