Baster-Chef nach Hochwasser: "Ich weiß nicht, ob ich weitermache"

OTTENSHEIM/FELDKIRCHEN/GOLDWÖRTH/WALDING (schöttl, fog). "Ich weiß nicht, ob ich weitermache", sagt Christian Lang, Chef vom Café Baster, das sich neben der Überfuhr in Ottensheim befindet. Die Nacht von Sonntag auf Montag hat er sich wie so viele im Hafenviertel um die Ohren geschlagen. Lange leisteten sie Widerstand im Café mit insgesamt zwölf Pumpen. Schließlich mussten sie das Gebäude verlassen, weil es zu gefährlich wurde. Für Lang steht die Exis- tenz auf dem Spiel: "Ich kann nicht mehr – ich bin fertig." Wie es mit dem Baster weitergeht, hänge vom Katastrophenfonds ab. Beim Donauhof in Ottensheim stand am Montag, bereits um 17 Uhr das Wasser 1,80 Meter hoch im Lokal. "Die Hilfsbereitschaft ist 2013 größer als 2002 und auch die technischen Hilfsmittel sind besser", sagt Donauhof-Besitzer Wolfgang Landl. Seine Schwiegereltern, die Familie Rabmer, die eine große Baufirma in Altenberg besitzen, hätten ihn stark unterstützt. Der Kampf gegen die Wassermassen ging verloren. "Ein Hochwasserschutz, wie in Linz oder Grein, ist in Ottensheim unumgänglich", so Landl.

"Wir sind an der Donau jetzt einen Meter über dem Hochwasser 2002", so Feuerwehr-Abschnittskommandant Rudolf Reiter von der FF Walding. Es sollten nochmals 70 Zentimeter in der Nacht auf Dienstag dazukommen. Damit war ein ärgeres Hochwasser als im Jahr 1883 besiegelt – nur die 1954-er-Fluten waren schlimmer an der Donau. Der Waldinger Bürgermeister Josef Eidenberger war Seite an Seite mit der Feuerwehr. Auch Landeshauptmann Josef Pühringer machte sich ein Bild in Walding. Obwohl das Hochwasser diesmal eine andere Qualität hat, weil vor allem die Donau und nicht die Nebenflüsse das Problem darstellt, erklärt Eidenberger, dass "wir aus der Katastrophe von 2002 viel gelernt haben". Die Einsatzkräfte hätten die Vorlaufzeit genützt und etwa Öl in Purwörth abgesaugt oder Hackschnitzel in Sicherheit gebracht.

Christian Hartl von der FF Walding war bei der Rettung von 1200 Säuen von den Bauern Schned und Grillnberger beteiligt. Mit Zillen wurden die Tiere geborgen. Bei der Firma Zellinger in Walding schaufelten etwa 80 Freiwillige 50.000 Sandsäcke voll. Es wurden 700 Notquartiere in den Volksschulen Walding und Gramastetten eingerichtet. Der Ottensheimer Polizeikommandant Gerhard Allerstorfer lobt die Kooperation der Einsatzkräfte und kritisiert schaulustige Autofahrer: "Teils wurden Sperren ignoriert."

Autor:

Gernot Fohler aus Urfahr-Umgebung

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