Großer Aufwind
Die Imkerei erlebt gerade „Blütezeit“

Die Imkerei erlebte in den letzten Jahren großen Aufwind. Doch Bienenzucht ist nicht immer ein "Honiglecken".
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  • Die Imkerei erlebte in den letzten Jahren großen Aufwind. Doch Bienenzucht ist nicht immer ein "Honiglecken".
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Ganz im Zeichen von Nachhaltigkeit begeistern sich immer mehr Menschen für Bienen und deren Haltung.

BEZIRK URFAHR-UMGEBUNG (vom). „Noch vor etwa 25 Jahren war bei meinem Imkerverein eine Frau gemeldet. Heute ist von den 130 Mitgliedern rund ein Viertel weiblich“, sagt Ulrich Lanzer, Obmann des Imkervereins Gallneukirchen. Generell hat die Zahl der Bienenzüchter in den letzten Jahren massiv zugenommen. „Vor allem bei den Neueinsteiger-Kursen bemerkt man, dass die Imkerei jünger und weiblicher wird“, weiß auch Andrea Götzendorfer vom OÖ Landesverband für Bienenzucht. Viele würden sich wieder für die Natur begeistern und wollen einen Bezug zur Umwelt und Region haben. Zum Vorteil der Bienen, denn diese haben immer wieder mit Schädlingen, wie beispielsweise den Varroamilben, zu kämpfen. „Dieser Parasit überträgt massenhaft Viren und führt zu geschwächten und abgestorbenen Bienenvölkern“, sagt Lanzer. Ein weiterer Faktor für Völkerverluste würden Imker-Fehler sein. „Dazu gehören zu schwach eingewinterte Völker, Futtermangel und natürlich eine mangelhafte oder fehlende Behandlung gegen die Varroamilbe.“ Zu beobachten sei außerdem, dass die Bienen durch die wärmeren Winter kürzere Brutpausen einlegen, was wiederrum zu einer erhöhten Varroamilben-Produktion führt.

Jeder kann zum Bienenschutz beitragen

„Die einfachste Möglichkeit für den Bienenschutz besteht darin, bei den lokalen Imkern Honig zu kaufen. Damit unterstützt und motiviert man diese auf direktem Wege“, erklärt der Obmann. Wer Wildbienen unterstützen möchte, kann Nisthilfen in Form von Insektenhotels aufstellen. Lanzer empfiehlt, grundsätzlich von Rasen- und Schotterwüsten in den Hausgärten Abstand zu halten. „Diese tragen nichts zur Artenvielfalt unserer Insektenwelt bei.“
Heinz Wahlmüller, Obmann des Imkervereins Feldkirchen, kann dies nur bestätigen. „Schon ein Quadratmeter ‚wilde‘ Blumenwiese ist ein Paradies für unsere Bienen.“ Erfreulich sei, dass der Einsatz von Pestiziden in der Region rückgängig ist. „Nur Erdbeerfelder werden noch sehr viel gespritzt.“ Die Bedeutung der nützlichen Insekten scheint laut dem Feldkirchner wieder mehr ins Bewusstsein zu rücken. „Das bemerkt man beispielsweise auf landwirtschaftlichen Flächen. Erfreulicherweise sind immer mehr Blühstreifen zu finden.“

Honigausbeute mager, Qualität aber gut

Generell sei das Bienenjahr heuer in Urfahr-Umgebung zufriedenstellend gewesen. „Die Honigernte war zwar etwas unter dem langjährigen Durchschnitt, doch die Qualität des Honigs war ausgesprochen gut“, so Wahlmüller. Den Gallneukirchner Imkern ging es ähnlich. „Die erste Schleuderung des Blütenhonigs fiel witterungsbedingt sehr mager aus. Der Waldhonig entschädigte uns aber mit einer reichlichen Ernte. Man muss sich immer vor Augen halten, dass man es als Imker mit der Natur zu tun hat. Und diese ist – zum Glück – nicht steuerbar“, so Lanzer.

Imker werden

  • Im Bundesland Oberösterreich gibt es aktuell rund 8.100 aktive Imker in 256 regionalen Ortsvereinen. Der Landesverband verzeichnet etwa 500 Einsteiger pro Jahr.
  • Ein Imker muss keine Prüfung ablegen, um sein Hobby ausführen zu können. Allerdings wird zum Einstieg ein Neueinsteiger-Basiskurs beim OÖ Landesverband für Bienenzucht empfohlen. An zwei Kurstagen stehen das ABC der Imkerei und die Grundkenntnisse der Bienenhaltung am Programm. Im Anschluss gibt es einen dreitägigen Aufbaulehrgang
  • Der Landesverband hilft „Jungimkern“ gerne bei den ersten Schritten. Dabei wird ein Imkerverein in der Umgebung vermittelt und Kontakt zum Obmann hergestellt. 
  • Ein Imker lernt nie aus: verschiedenste Themenkurse werden vom Landesverband für Bienenzucht regelmäßig angeboten. Das gesamte neue Kursprogramm finden Sie online auf www.imkereizentrum.at
Zwei Imker-Neueinsteiger-Kurse gewinnen
Autor:

Veronika Mair aus Urfahr-Umgebung

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