Ein Viertel von Feldkirchen ist Absiedelungszone

Reinhard Carli vom Planungsbüro Werner Consult, Landesbeamter Felix Weingraber und Bgm. Franz Allerstorfer (v. l.).
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  • Reinhard Carli vom Planungsbüro Werner Consult, Landesbeamter Felix Weingraber und Bgm. Franz Allerstorfer (v. l.).
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FELDKIRCHEN (reis). Der Donau-Hochwasserschutz nimmt für die Gemeinde immer dramatischere Formen an. Waren es in der ersten Planungsphase zwei Häuser in Landshaag, die inzwischen abgesiedelt sind, so sollen es im endgültigen Plan des Landes 30 Wohnobjekte und 37 Nebengebäude sein, die abgerissen werden könnten. Die Schutzzone Überflutungsgebiet soll von ein paar hundert Quadratmetern auf rund 10 Quadratkilometer steigen – das ist ein Viertel der Gemeindefläche.
Für diese Objekte kommt ein technischer Hochwasserschutz teurer als ein Absiedlungsangebot des Landes. Für Objekte, die bleiben, gibt es keinen Schutz. Dagegen sollen 66 Wohngebäude und 45 Nebengebäude geschützt werden; für sie kommt der technische Schutz günstiger als das Absiedeln. Dabei handelt es sich in erster Linie um Häusergruppen in verschiedenen Ortsteilen.
Die neuen Schutzbauten für diese Objekte werden auf einer Länge von 13,5 Kilometern errichtet. Die Kosten betragen rund 23 Millionen Euro, für Wartung und Instandhaltung werden vier Millionen Euro berechnet. 250 Bürger interessierten sich für die Präsentation in Feldkirchen.

Zerreißprobe in Gemeinden

Das generelle Hochwasserschutzprojekt soll in Kürze allen acht betroffenen Gemeinden übergeben werden. Und dann liegt es am Gemeinderat, ja oder nein zu diesem Plan zu sagen. Sauer stößt Betroffenen und Gemeindepolitikern auf, dass es nur ein pauschales Annehmen oder Ablehnen gibt.
Es scheint so, dass sich eine Kluft auftut: Einige Familien wollen unbedingt weg, eine Mehrheit will offensichtlich bleiben. Bleiben oder absiedeln geschieht ja freiwillig. Das Land erstellt den Plan und stellt die Bedingungen, die Entscheidung bleibt den Gemeinden. Genau darin liegt die Zerreißprobe.
Der Feldkirchner Bürgermeister Franz Allerstorfer (SPÖ) und die Gemeinderäte müssen sich auf intensive Gesprächsrunden in den verschiedenen Gremien vorbereiten. In den vergangenen Tagen fanden noch intensive Einzelgespräche Betroffener mit den Fachleuten des Landes statt. Zur Kritik von Bürgermeister Allerstorfer, er sei im Hochwasserbeirat des Landes aber dort nicht stimmberechtigt, meinte Bürgermeister Hans Müllner (ÖVP) aus der Nachbargemeinde Goldwörth zur BezirksRundschau: „Derzeit sind fünf Bürgermeister der acht von einem Hochwasserschutz betroffenen Gemeinden stimmberechtigt. Ich werde mich deswegen um eine Statutenänderung bemühen!“

Reinhard Carli vom Planungsbüro Werner Consult, Landesbeamter Felix Weingraber und Bgm. Franz Allerstorfer (v. l.).

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