Immobilienpreise im Speckgürtel explodieren

Für Bauland, Eigentums- und Mietwohnungen werden in Gallneukirchen vielfach sehr hohe Preise verlangt.
  • Für Bauland, Eigentums- und Mietwohnungen werden in Gallneukirchen vielfach sehr hohe Preise verlangt.
  • hochgeladen von Gernot Fohler

URFAHR-UMGEBUNG (fog). Top-Bauland im sogenannten "Speckgürtel" von Linz, zum Beispiel in Gallneukirchen, Ottensheim oder auf dem Pöstlingberg war durch die hohe Wohnqualität immer ein teures Pflaster. 450 Euro pro Quadratmeter soll bis jetzt für manches Bauland in Top-Lage schon gezahlt worden sein.
Durch die zunehmende Baulandverknappung, niedrige Zinsen und die boomende Wirtschaft steigen die Preise weiter. Teils zahlen die Leute auch für Reihenhäuser in mäßiger Wohnlage in Urfahr-Umgebung verhältnismäßig viel mehr als in anderen Regionen des Bundeslandes, weiß Mario Zoidl, Obmann der oberösterreichischen Immobilien und Vermögenstreuhänder.

Teures Ottensheim

Im Ottensheimer Zentrum gibt es beispielsweise kaum freies Bauland. "Für das wenige Bauland im Zentrum werden bis zu 400 Euro pro Quadratmeter verlangt", sagt Bürgermeister Franz Füreder (ÖVP).

Bei den leerstehenden, sanierungsbedürftigen Häusern im Ortskern würde der Verkauf meistens am hohen Preis scheitern, so Füreder. Nicht nur Einfamilienhäuser seien kaum erschwinglich, auch Eigentumswohnungen haben in der Donaugemeinde ihren Wert.
Füreder nennt ein Beispiel: "450.000 Euro für eine 100-Quadratmeter-Wohnung sind ein stolzer Preis für einen geförderten Wohnbau." Dennoch würde die Nachfrage "vom eher gutbürgerlichen Segment aus der Stadt oder aus der Umgebung" nicht abreißen, so der Ortschef.

Junge siedeln ab

Die SPÖ in Gallneukirchen kritisiert, dass es zuwenig leistbaren Wohnraum insbesondere für junge Gallneukirchner gibt. Sie bezieht sich auf eine Studie der Linzer Universität (JKU). "Viele Junge müssen in Nachbarorte abwandern, etliche in den Raum Pregarten", weiß Vizebürgermeister Sepp Wall-Strasser (SPÖ). Trotz hoher Mieten, sei die Wohnzufriedenheit in der Gusenstadt hoch, habe die JKU-Studie ebenso ergeben. Ein weiteres Ergebnis daraus: 70 Prozent der Gallneukirchner zahlen zwischen 500 und 900 Euro Miete im Monat.

"Bei unseren hohen Mieten ist die Wohnbeihilfe des Landes OÖ mit einer Begrenzung von sieben Euro pro Quadratmeter eigentlich absurd. Sie müsste auf zehn Euro erhöht werden", fordert Wall-Strasser. Der soziale Wohnbau werde generell zu einem "Billig-Wohnbau", kritisiert der Vizebürgermeister und meint damit die Bauweise mit zum Teil dünnen Wänden, fehlender Barrierefreiheit oder keinem Lift. Das Büro von Wohnbau-Landesrat Manfred Haimbuchner (FPÖ) wehrt sich gegen den Ausdruck "Billigbau", weil Bauordnung und Bautechnikgesetz auch beim "Jungen Wohnen" eingehalten werden.
Bürgermeisterin Gisela Gabauer (ÖVP) beobachtet ebenso die steigenden Immobilienpreise in Gallneukirchen: "Die Preise stehen im Zusammenhang mit der hohen Wohnqualität." Gabauer rät den Jungen, sich dennoch bei der Gemeinde für Wohnungen anzumelden. "Fakt ist natürlich, dass der Vielzahl an Anmeldungen für günstige Wohnungen kein ausreichendes Angebot gegenübersteht und die Warteliste daher lang ist."

Zur Sache:

• Laut dem Haibacher Bürgermeister Josef Reingruber hängt die rasante Steigerung der Grundstückspreise mit der Immobilienertragssteuer zusammen. Verkäufer von Grundstücken hätten demnach eine 25-prozentige Abgabe des Verkaufspreises beim Finanzamt abzuliefern. "Es gibt noch Bauland um 50 Euro pro Quadratmeter am Sonnenhang, andere Grundstücke kosten zwischen 80 und 100 Euro."

Einige Ergebnisse der JKU-Umfrage in Gallneukirchen:
• 94 Prozent sind insgesamt mit der Wohnsituation zufrieden.
• 70 Prozent zahlen zwischen 500 und 900 Euro Miete/Monat.
• 39 Prozent empfinden das Wohnen als leistbar, 44 Prozent nicht.
• 32 Prozent der Gallneukirchner haben bereits mit dem Gedanken gespielt wegzuziehen.
Angegebene Gründe: familiäre Veränderungen oder zu teure Wohnung.

Autor:

Gernot Fohler aus Urfahr-Umgebung

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