Nach 38 Jahren
Leo Hartl ging in die Rotkreuz-Pension

Leopold Hartl zwischen seinen Einsatzmitteln
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  • Foto: RK UU/Silke Pachinger
  • hochgeladen von Gernot Fohler

VORDERWEISSENBACH/ZWETTL/HÖRSCHING. „Man soll aufhören, wenn es einen noch freut und man 100 Prozent leisten kann und nicht, wenn man muss“, sagte Leopold „Leo“ Hartl, Jahrgang 1957, und beendete mit Ende Oktober seine 38-jährige Tätigkeit als Notfallsanitäter beim Roten Kreuz. 2019 ging er als Beruflicher in Pension, die letzten drei Jahre verstärkte der Vorderweißenbacher ehrenamtlich das Team des Notarztdienstes in Zwettl. Es gibt kaum jemanden, der nicht mit ihm zusammengearbeitet hat, war der  doch immer zur Stelle, wenn er als Notfallsanitäter gebraucht wurde - mit Ruhe und höchster Kompetenz - mit Hubschrauber oder Notarzteinsatzfahrzeug. Dienstführender Johann Lang arrangierte einen letzten offiziellen Besuch bei seiner langjährigen Wirkungsstätte, dem Stützpunkt des Notarzthubschraubers C10 in Hörsching.

Dienst im Notarzthubschrauber

1978 begann Leo Hartls Karriere beim Roten Kreuz, als Zivildienstleistender im Landessekretariat, eingesetzt in der Logistik, Organisation und im Rettungsdienst. Schon bald sollte der gelernte Maurer hier ein Aufgabengebiet entdecken, das seine Begeisterung weckte und ihn von seinem Plan, Baumeister zu werden, abhielt: den Notarztdienst. Er wechselte also zum Roten Kreuz und arbeitete daran, dieses Ziel zu erreichen. 1983 war es soweit: Leo wurde beruflicher Notfallsanitäter beim Notarztdienst Linz, damals noch zu dritt im großen Notarztwagen unterwegs. Seit 1988 wurde er sowohl beim Notarztdienst in Ansfelden, als auch beim neu gegründeten Stützpunkt in Hörsching eingesetzt.
Dieser Stützpunkt war aber nicht nur sein beruflicher Einsatzort, hier drinnen stecken Leos Wissen, seine Ideen und unglaublich viel Energie. Er hat diese Dienststelle mitgeplant und mitaufgebaut und war dabei, als am 1.1.1988 der Notarzthubschrauber den Betrieb aufgenommen hat.

Guter Erzähler

4.500 Hubschraubereinsätze sollten es werden, in denen er, gemeinsam mit Ärztinnen und Ärzten und den Piloten, Leben rettete und Verletzte sowie Erkrankte optimal versorgte, egal wie herausfordernd die Situation auch war. „Du musst ruhig hinkommen und jedes Ereignis ganz neu einschätzen, offen bleiben, dich nicht in gedanklichen Vorstellungen verrennen, denn dann übersiehst du möglicherweise was Wichtiges“, ist Leo überzeugt. Stundenlang könnte man ihm zuhören, wenn er über seine Erfahrungen und Erlebnisse spricht, angespannt, wenn er die Einsätze Revue passieren lässt und fasziniert über das Wissen, sein Fokussieren auf alles, was er macht und das unglaubliche Engagement.

Auszeichnung am 4. November

„25 Jahre fliege ich. Dann höre ich auf“, setzte sich Leo zum Ziel und beendete deshalb 2013 seine Tätigkeit beim Notarzthubschrauber. Als Notfallsanitäter war er weiterhin im Einsatz, ab diesem Zeitpunkt ausschließlich boden-gebunden mit dem Notarzteinsatzfahrzeug. Mit Führungen durch den Stützpunkt für interessierte Besuchergruppen riss auch der Kontakt zum Flughafen nicht ab, denn es gibt keinen geeigneteren Tourguide als Leo.
Für sein 40jähriges Wirken im Roten Kreuz wurde ihm bei der Bezirksstellenversammlung des Roten Kreuzes Urfahr-Umgebung am 4. November ganz herzlich gedankt und die Verdienstmedaille in Gold verliehen, umrahmt von Standing Ovations und minutenlangem Applaus.

Wandern, Imkern

Langweilig wird dem nunmehrigen Rotkreuz-Pensionisten aber sicher nicht. Der passionierte Wanderer und Bergsteiger verbringt sehr gerne die Zeit mit seiner Frau, den drei Kindern und acht Enkelkindern, als erfahrener Imker betreut und coacht er Jung-Imker und als Instandhalter kümmert er sich um die Holzbänke entlang der Wanderwege in und rund um seinen Heimatort Vorderweißenbach. All das macht er, wie Leo eben ist, mit Herz, Hirn, Ruhe und höchstem Engagement.



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