Conona-Virus
Tierärztliche Versorgung bleibt aufrecht

Notfälle werden auf jeden Fall behandelt.
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URFAHR-UMGEBUNG (vom). Anlässlich der von der Bundesregierung angekündigten Schließungen und Einschränkungen für viele Bereiche des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens, betont Kurt Frühwirth, Präsident der Österreichischen Tierärztekammer: „Tierärzte tragen in der medizinischen (Grund-)Versorgung von Tieren sowie in der Lebensmittelproduktion und Hygiene eine ganz entscheidende Rolle, daher kann ich beruhigen – auch die tierärztliche Versorgung wird weiterhin aufrecht bleiben. Tierarztordinationen und Kliniken sind von den angekündigten Schließungen derzeit nicht betroffen.“ Dennoch sei die mögliche Gefährdung und Ansteckungsgefahr auch in den Ordinationen, Kliniken und Wartezimmern ernst zu nehmen (siehe Corona-Infoblatt anbei).

Individuelle Entscheidung

Auch Pferdebesitzer brauchen sich keine Sorgen um die medizinische Betreuung ihrer Vierbeiner machen. Renate Reisinger, praktizierende Pferdetierärztin im Mühlviertel sagt: "Es werden natürlich Notfälle betreut – unter der Einhaltung der Hygienemaßnahmen." Als ambulant praktizierende Pferdetierärztin habe sie derzeit den "Vorteil", dass sie im Freien arbeite. "Vorausgesetzt der Stall steht nicht unter menschlicher Quarantäne, weil Stallbesitzer, Stallpersonal etc. unter Quarantäne stehen – dann muss man individuell entscheiden und die Behörden zu Rate ziehen", so die Eidenbergerin.

Tier wird alleine untersucht

Visitenanmeldungen verlaufen bei Renate Reisinger immer telefonisch. "Der Pferdebesitzer wird von mir gefragt ob er selbst Krankheitssymptome aufweist, in gefährdeten Regionen war, Kontakt zu gefährdeten Personen hatte – wenn ja, dann muss er 1450 anrufen. Wenn nein, dann vereinbare ich, dass das betroffene Pferd, so gehfähig, aus dem Stall zu einem Untersuchungsbereich im Freien gebracht wird, zum Beispiel den Putzplatz, wo sich aber keine anderen Personen aufhalten", erklärt die Tierärztin. Der Besitzer muss sich dann wieder vom Pferd – in Sichtweite – entfernen. "Ich untersuche und behandle das Pferd alleine."

Zu Notfällen bei Tieren zählen zum Beispiel:

  • Fremdkörper, Tabletten, Gift, usw. – „Wenn etwas im Körper ist, was nicht sein darf.“
  • Massive Verletzungen, Blutungen – das heißt: „Wenn ein Körperteil abgetrennt ist, der eigentlich dran sein sollte. Wenn etwas raus schaut, was eigentlich von Fell bedeckt sein sollte.“
  • Frakturen, Epilepsie, Madenbefall, Kolik – das heißt: „Wenn sich das Tier selbst oder auf dem Tier etwas bewegt, das sich sonst nicht bewegen sollte.“
  • Verdrehungen, Verstopfungen von inneren Organen wie Magen, Darm – “Wenn sich das Pferd auf den Boden wirft. Kolik: wenn der Hund im Minutentakt erbricht“
  • Fehlender Harn-/Kotabsatz, Geburtsprobleme – das heißt: „Wenn etwas raus sollte, aber nicht kann.“
  • Schwere Atemnot, Blutarmut, ... – das heißt: „Wenn zum Beispiel die Zunge nicht die Farbe hat die sie eigentlich haben sollte: blau – statt rosa.“
  • Lähmungen, Koma, hochgradige Apathie, ... – das heißt: „Wenn sich das Tier nicht mehr bewegt“. 

In Quarantäne: keine Tierarztbesuche 

Derzeit befinden sich zahlreiche Menschen in Quarantäne. Doch was passiert mit den Haustieren, betroffener Personen, sollte es zu einem Notfall kommen? Reisinger: "Das muss individuell entschieden werden – unter Einbeziehung der Behörden und des Tierarztes." Jedenfalls dürfe der in Quarantäne befindliche Besitzer nicht mit dem Tier zum Tierarzt. "Der Tierarzt muss telefonisch über den Notfall des Tieres informiert werden. Eventuell kann das kranke Tier – unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen – an eine dritte Person übergeben werden, und diese bringt unter Rücksprache mit dem Tierarzt das Tier zur tierärztlichen Versorgung", so die Eidenbergerin. Ist im Falle eines Pferdenotfalls keine weitere Person im Stall, die das Pferd bereitstellt, holt sich die Tierärztin das Pferd selbst. "Wo sich nicht noch andere Personen aufhalten sollten, da ist Kommunikation gefragt."

Tiere spielen bei Covid-19-Übertragung keine Rolle

Bereits jetzt befürchten Tierheime und Auffangstationen, dass wegen des Virus viele Tiere aus Überforderung und Unwissen abgegeben werden. Laut Informationen der österreichischen Tierärztekammer gibt es aber keinerlei Hinweise, dass unsere Haustiere eine Problematik in der Covid-19-Virusübertragung darstellen. „Wir können sagen, dass es bisher keinen Hinweis darauf gibt, dass Haustiere Covid-19 auf Menschen oder andere Haustiere übertragen können. Sie erkranken auch nicht daran. Sie spielen bei der Verbreitung des Virus nach derzeitigem Kenntnisstand keine Rolle“, so der Präsident der Österreichischen Tierärztekammer, Kurt Frühwirth.
Laut Reisinger komme es auch außerhalb von Krisenzeiten immer wieder vor, dass Menschen erkranken und aus gesundheitlichen oder wirtschaftlichen Gründen ihr Tier nicht mehr selbst versorgen können. "In diesen Fällen kann man, möglichst nur vorübergehend, eine dritte Person oder Pflegestelle für das Tier suchen." Eine Corona-Panik bezogene Abgabe von Tieren hinterfragt sie allerdings. "Sind sich diese Menschen der Verantwortung dem Tier gegenüber bewusst? Diese Verantwortung haben sie im Moment der Anschaffung übernommen! Und nun 'werfen sie das Tier einfach weg'. Möglicherweise sollten solche Menschen auch außerhalb von Krisenzeiten kein Tier halten", so Reisinger.

Notfälle werden auf jeden Fall behandelt.
Autor:

Veronika Mair aus Urfahr-Umgebung

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