Urfahr-Umgebung
Zersiedelung ist nur schwer zu stoppen

LAbg. Uli Böker und Gemeinderat Thomas Asen (beide Grüne) auf der in Bauland umgewidmeten Wiese nördlich des Ortskerns von Gramastetten
  • LAbg. Uli Böker und Gemeinderat Thomas Asen (beide Grüne) auf der in Bauland umgewidmeten Wiese nördlich des Ortskerns von Gramastetten
  • Foto: Grüne OÖ
  • hochgeladen von Gernot Fohler

URFAHR-UMGEBUNG (fog). Zersiedelung, Flächenfraß, Ortskernbelebung und Bodenschutz sind seit längerem Themen, die Gemeinden insbesondere in Urfahr-Umgebung betreffen. Die Oö. Raumordnungsgesetz-Novelle ist noch in der Begutachtung, könnte aber schon im Herbst im Landtag beschlossen werden. Das zeigt das Bemühen von LR Markus Achleitner (ÖVP) in dieser Angelegenheit.

Negativ-Beispiele für Zersiedelung gibt es viele. Die Grüne Raumordnungssprecherin Landtagsabgeordnete Ulrike Böker machte zuletzt auf eine umstrittene Umwidmung in Gramastetten aufmerksam. „Umwidmungen wie jene in Gramastetten sind ein komplett falsches Signal. Es muss darum gehen, die Ortskerne zu beleben und Siedlungszersplitterung zu verhindern. Und dann kommt es in Gramastetten zu so einer Umwidmung, das ist völlig unverständlich und führt den Bodenschutz ad absurdum", sagt Böker zum Beschluss des Gemeinderats. Konkret wurde mit 15 ÖVP-Ja-Stimmen zu 14 Nein-Stimmen eine Umwidmung von Grünlandflächen in acht Bauland-Parzellen beschlossen.

Gramastettens Bürgermeister Andreas Fazeni (ÖVP) verteidigt den Beschluss: "Es geht um die Zukunft von Gramastettner Jungfamilien. Wir haben wenige leistbare Grundstücke. Wir verlieren laufend Einwohner an Nachbargemeinden, vor allem nach Neußerling, wo 50 Bauparzellen zur Verfügung stehen." In Gramastetten sollen daher zu den acht Bauparzellen zwölf weitere dazukommen. Die 20 Parzellen sollen mit dem Baulandsicherungsvertrag um 89 Euro pro Quadratmeter leistbar sein.
Nichts für die Ortskernbelebung getan zu haben, lässt sich Fazeni nicht gefallen: "Wir haben aus der alten Sonax-Halle ein Feuerwehrhaus gemacht, den Kindergarten in den Pfarrhof einquartiert und aus einem alten Haus in der Marktstraße wurden Wohnungen und[umbruch]#%[/umbruch]Geschäftsflächen."

Nachbar Eidenberg

Probleme bei der Ortskernverdichtung haben auch Grama- stettens Nachbargemeinden. Zum Beispiel Eidenberg: "Wir haben zwar einen Masterplan vor acht Jahren erstellt, aber im Eidenberger Ortsgebiet sind drei Viertel der Grundflächen im Besitz des Stifts Wilhering", sagt Bürgermeister Adi Hinterhölzl (ÖVP).
Das Stift habe kein Interesse an einer Bauland-Widmung, weil durch Baulandsicherungsverträge in Eidenberg, die es seit 2015 gibt, erstens Bauzwang bestehe und zweitens jährliche Kosten für Aufschließung und Bereitstellung anfallen würden, erklärt Hinterhölzl. Aber: Aus Teilen des früheren Gasthauses Lehner werden von der Wosig 24 Wohnungen errichtet.

Die größte Gemeinde

Bei der Ortskernentwicklung kämpft auch die größte Urfahraner Gemeinde, Engerwitzdorf. "Wir planen aus den Zentren heraus", sagt Bürgermeister Herbert Fürst (ÖVP). Als Beispiel nennt Fürst Mittertreffling. Hier werde ein Dorfentwicklungsprogramm gestartet und eventuell das alte Tennisclubgebäude saniert. Generell hat Engerwitzdorf viele Dörfer, die ihren Dorfcharakter nicht verlieren sollen, wie etwa Wolfing, Unterreichenbach, Schmiedgassen oder Edtsdorf. "Da wollen wir zum Beispiel mit der Änderung der erlaubten Bauhöhen den Flächenfraß verhindern", sagt Fürst.

Teures Ottensheim

Eine Gemeinde mit hohen Bauland-Preisen ist etwa Ottensheim – da kostet der Quadratmeter im Schnitt 300 Euro. Seit längerem gibt es keine neuen Baulandwidmungen mehr. Bei einer Widmung von Grünland in Bauland ab 3.000 Quadratmetern muss in Ottensheim der Grundstückseigentümer die Hälfte der Grundfläche der Gemeinde zum halben üblichen Verkehrswert anbieten. Das wirke eindämmend und "die Allgemeinheit profitiert davon", sagt der Ottensheimer Gemeindevorstand Franz Bauer (SPÖ).

Autor:

Gernot Fohler aus Urfahr-Umgebung

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