Neue Arbeitsethik im Film "Hans im Glück"

LINZ/BAD LEONFELDEN. Zwei Kinosäle im Linzer Moviemento füllte Johanna Tschautschers Premiere. Sie filmte bei der Endphase der Entwicklung der Elektromotorräder „biiista“ bei Hammerschmid Maschinenbau in Bad Leonfelden. Die BezirksRundschau sprach mit Johann Hammerschmid.

BEZIRKSRUNDSCHAU: Was kann man vom Film "Hans im Glück" lernen?
Hammerschmid: Neues kann nur in einem gesunden Arbeitsumfeld entwickelt werden. Dazu gehört eine konkurrenzlose Gemeinschaft und Freiraum um zu experimentieren, um neue Ideen und Gedanken entstehen zu lassen und neue Grenzen zu definieren. Wenn wir wirklich radikale Produktentwicklungen möglich machen wollen, müssen wir immer wieder eine angenehm gewordene, alte Komfortzone verlassen. Wir müssen das Alte loslassen um Neues Denken zu können und schließlich Neues zu schaffen.

Im Film wird eine Freiheit und Freiwilligkeit des Arbeitens dargestellt. Ist das auf Hightech-Unternehmen beschränkt oder betrifft das auch Unternehmen, die Billigprodukte produzieren?
Grundsätzlich möchte ich dazu sagen, dass es kaum Geschäftsbereiche gibt, wo für Produkte mehr verlangt werden kann, als diese tatsächlich wert sind. Vor allem in der produzierenden Industrie ist der finanzielle Spielraum naturgemäß sehr eng. Finanzieller Freiraum kann nur durch einfache und elegante Lösungen, also intelligentere Lösungen, geschaffen werden.
Um jetzt auf Ihre Frage einzugehen, ich denke, dass unsere Art des Arbeitens eigentlich auf fast alle Wirtschaftsbereiche anwendbar ist. Innovationen können im kleinen wie auch im großen Rahmen entstehen, wenn das Arbeitsumfeld „gesund“ ist und der Wille da ist, wenn man sich darauf einlassen will, wenn das richtige Gefühl vermittelt wird. Bei uns geht es eben niemals in erster Linie um Profit und Gewinnmaximierung, sondern vordergründig um uns und unsere Kunden, um uns Menschen, um Arbeit die uns nährt, lehrt und uns voranbringt.

Ist es für die Techniker ein Problem, dass Arbeit und Freizeit verschwimmt?
Eine strikte Trennung von Arbeit und Freizeit entsteht vor allem dann, wenn einer der beiden Bereiche nicht gut tut. Wenn Arbeit so verstanden wir, dass Gesundheit und Zeit verkauft wird, um sich dann Erholung kaufen zu können. Bei uns sehe ich das aber vor allem so, dass das eigene Interesse an der Aufgabe, an einem Projekt oftmals so groß ist, dass aus dieser Neugierde heraus dann auch ein fließender Übergang zwischen Arbeit und Freizeit entsteht. Nur wenn eine Auflösung der Kategorisierung in Arbeit=schlecht und Freizeit=gut passiert, kann Freiheit und die Möglichkeit etwas umfassend zu denken, entstehen.

Was ist wichtiger, dass eine spannende, teils philosophische, Doku entstanden ist oder, dass es auch Werbefilm für "biiista" ist?
Die Dokumentarfilmerin Johanna Tschautscher hat unsere Überlegung: die Endphase der Entwicklung des Elektromotorrads: „biiista“ festzuhalten, aufgegriffen und daraus etwas sehr Eigenständiges und Wertvolles gemacht. Wir freuen uns sehr, dass nun ein Film entstanden ist, welcher unsere Arbeitskultur und Herangehensweise an Projekte dokumentiert.

Apropos "biiista": Wann geht er in Serie und wieviel kostet er?
Der „biiista“ wird in verschiedenen Modellvarianten, die sich in Leistung, Akkukapazität beziehungsweise Reichweite und Ladegerät unterscheiden, erhältlich sein. Im Frühjahr 2013 wird der „biiista“ in Österreich erwerbbar sein. Die Basisversion wird ab 20.000 Euro kosten.

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