Orthopädin ärgert sich

OBERNEUKIRCHEN (fog). Maria Führlinger, die Juniorchefin von Orthopädie-Technik Führlinger in Oberneukirchen, sorgte vor Kurzem für Aufsehen mit ihrer Kritik an der Tarifgestaltung zwischen Orthopäden und Krankenkassen.

Tarife immer niedriger

"Seit Jahren werden die Preise für orthopädische Versorgungen gesenkt. Als lokaler Orthopädie-Schuhtechnikerbetrieb wissen wir nicht mehr, wo wir einsparen sollen", schreibt sie auf Facebook. Führlinger gibt ein Beispiel an: Im Jahr 2000 lag der Preis für eine Maßeinlage bei 88,69 Euro, 2009 nur mehr bei 85,58 Euro und 2016 gar bei lediglich 80,78 Euro.
"Der Gipfel der Dreistigkeit ist die Preissenkung für Modell- einlagen, die für schwerere Fußfehlstellungen gedacht sind, von 126,71 Euro im Jahr 2009 auf 80,78 Euro in diesem Jahr." Dabei würden die Kosten für Löhne, Betriebskosten und Materialien jährlich steigen.

Nachteile für Patienten

Auch der Patient würde draufzahlen, so Führlinger. Denn will er eine hochwertigere Einlage vom Orthopäden, steigt die OÖ Gebietskrankenkasse (OÖGKK) ganz aus.
Auch der Schuster werde von der OÖGKK "bestraft", so die Oberneukirchnerin. Ihm drohe Vertragsentzug und er müsse den aufgezahlten Betrag an den Kunden retournieren. Führlinger: "Dies ist nicht nur eine "Was-Wäre-Wenn"-Situation, sondern vor zwei Wochen ist genau dieser Fall in unserem Betrieb eingetroffen. Mit einem Mahnschreiben wurden wir von der OÖGKK aufgefordert, die angeblichen Aufzahlungen sofort einzustellen, denn sonst wird das Vertragsverhältnis gekündigt."

In OÖ keiner zuständig

Die OÖGKK nimmt die Kritik von Führlinger ernst, wie es aus der Presseabteilung heißt, kann aber in diesem Fall nichts machen: "Die orthopädische Versorgung ist durch einen österreichweiten Gesamtvertrag geregelt, abgeschlossen zwischen dem Hauptverband und der Wirtschaftskammer (WKO) Österreich."
Dieser Vertrag läuft noch bis Ende 2016, wird aber gerade neu verhandelt. Die Kritik regionaler Partner fließe in diese Verhandlungen ein, so die OÖGKK. Auch Wirtschaftslandesrat Michael Strugl (ÖVP) erreichte der Vorwurf des Oberneukirchner Unternehmens. Der Landesrat habe zwar keine direkte Zuständigkeit, habe aber schriftlich die Anliegen der Orthopäden der OÖGKK weitergeleitet.

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