25.08.2016, 16:03 Uhr

Sieben "Sünden" von "Zuagroasten" im schönen Mühlviertel

Ärgern Sie sich nicht über Mühlviertler Eigenarten. Integration ist gefragt, sonst geraten Sie schnell ins Abseits. (Foto: Astrid08/panthermedia)

Wochenend-Mühlviertler haben es nicht leicht. Die BezirksRundschau gibt "Überlebenstipps".

MÜHLVIERTEL. Willkommen in der schönsten Gegend der Welt! Wir haben eine Anleitung für Wochenend-Mühlviertler, wie die Integration funktioniert und Sie nicht als „frischluftdeppert“ gelten. Sie haben sich also ein schmuckes Häuschen im schönsten Landstrich der Welt – dem Mühlviertel – gekauft? Herzliche Gratulation an dieser Stelle. Sie haben schon den ersten richtigen Schritt gemacht! Doch es gibt einige Punkte, die Sie als Stadtmensch beachten sollten, wenn Sie Ihre Wochenenden im Mühlviertel überleben wollen.

1. Sie haben einen Titel? Behalten Sie ihn für sich!

So manchen Frust über städtisches Verhalten behält der Mühlviertler gerne für sich. So kann es dann auch vorkommen, dass der eine oder andere Fehltritt eines „Zuagroasten“ zum Stammtisch-Thema wird. Das gilt umso mehr, wenn es sich um einen „G’studierten“ handelt. Das ist im Mühlviertel schon einer ab der Matura. Also, der wichtigste Überlebenstipp: Tragen Sie einen Titel, wie Magister, Doktor, Master, Professor oder Ähnliches? Schön für Sie, aber tun Sie sich selbst einen Gefallen und schreiben Sie Ihren akademischen Grad nicht ans Türschild.


Sie sind Akademiker? Schön für Sie! Tun Sie sich aber selbst einen Gefallen und behalten Sie diesen Umstand im Mühlviertel für sich. Foto: loadedpage.com

2. Anonymität am Land? Gibt es nicht!



Verstecken hilft Ihnen nichts. Anonymität im Mühlviertel ist ein Mythos. Hier kennt jeder jeden. Foto: Amir Kaljikovic/Fotolia

Verabschieden Sie sich von der Vorstellung, am Land anonym leben zu können. Hier kennt jeder jeden. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie von wildfremden Menschen einfach so gegrüßt werden. Wer nicht zurück grüßt, gibt sich sofort als Städter zu erkennen. Neben dem klassischen „Grüß Gott“ wird auch ein kurzes „Hallo“ allgemein akzeptiert.


3. Vermeiden Sie Hochdeutsch. Dialekt ist Trumpf!

Ein Mühlviertler lässt sich nicht mit Hochdeutsch beeindrucken. Keine Sorge, er wird Sie deshalb nicht unfreundlich behandeln, aber Sie müssen sich nicht um besonders schöne Sprache bemühen. Je mehr Dialektwörter Sie kennen und verwenden, desto besser!


Ein Mühlviertler lässt sich nicht mit Hochdeutsch beeindrucken. Dialekt ist Trumpf! Foto: Peter Atkins/Fotolia

4. Rasenmähen während der Sonntagsmesse: Lassen Sie es bleiben!

Wenn Sie sonntags am Vormittag während der Messe den Rasenmäher anwerfen, nützen sämtliche sonstige „Integrationsmaßnahmen“ nichts. Denn während der Messe hat im gesamten Ort Ruhe zu herrschen. Sie wollen ja nicht gleich die Kirchengemeinde – also die Gesamtbevölkerung des Orts – gegen sich aufbringen?


Rasenmähen während der Sonntagsmesse? Eine schlechte Idee! So sichern Sie sich den Zorn der Kirchgänger. Foto: Göls

5. Winterfeste Kleidung einpacken! Ja, auch im Sommer!



Das Wetter im Mühlviertel ist nicht zu unterschätzen. Packen Sie zu jeder Jahreszeit winterfeste Kleidung ein! Foto: Uwe Annas/Fotolia


Gebürtige Stadtmenschen sind gelegentlich von der rauen Witterung im Mühlviertel überrascht. Verzichten Sie daher auf dem Land niemals darauf, warme Kleidung einzupacken. Es empfiehlt sich, vor Einbruch des Winters im Bekleidungsgeschäft Ihres Vertrauens nach „mühlviertel-tauglicher“ Kleidung zu fragen.


6. Landwirtschaftliche Fläche als Parkplatz benützen? Eine schlechte Idee!

Städter auf Besuch sind durchaus in der Versuchung, sich über die vielen freien Parkflächen auf dem Land zu freuen. Aber: Mühlviertler Landwirte sind nicht sehr erfreut, wenn ihre Wiesen und Felder ungefragt als Parkplätze umfunktioniert werden. Sollten Sie es dennoch tun, ist eines aber klar: Das Autokennzeichen verrät, wo Sie herkommen. Ein Umstand, der dem Ruf des Städters auf dem Land nicht gerade entgegenkommt.


Mühlviertler Landwirte verstehen keinen Spaß, wenn ungefragt Autos auf ihrem Grund und Boden geparkt werden. Hier ist Vorsicht geboten! Foto: lunamarina/panthermedia

7. In High-Heels zum Zeltfest: Lieber nicht!

Zeltfeste sind ein fixer Bestandteil im Leben eines Mühlviertlers. Sollten Sie eines der berühmt berüchtigten Zeltfeste besuchen, erscheinen Sie aber bitte niemals in High-Heels oder Anzug! Das entlarvt den Städter im Nu. Besser: Möglichst leger in Jeans und T-Shirt. Das klassische „Blaugwoand“ tut´s aber auch. Muss es doch einmal etwas schicker sein, ist Tracht die Kleidung Ihrer Wahl.


Mit High-Heels sind Sie zwar der Hingucker im Club, aber definitiv "overdressed" beim Zeltfest-Besuch. Foto: NinaMalyna/Fotolia


Alles richtig gemacht: So sind Sie beim nächsten Zeltfest auf jeden Fall passend gestylt. Foto: Kzenon/Fotolia
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