11.10.2017, 09:37 Uhr

Depressionen: Wenn die Welt plötzlich an Farbe verliert

Depressionen sind auch in Österreich verbreitet (Foto: Pixabay/Counselling)
BAD LEONFELDEN (ika).  Ob Jung oder Alt – Depressionen können jeden treffen. Allein in Österreich sind davon bis zu 15 Prozent der Bevölkerung betroffen. Anlässlich des europäischen Tag der Depression, der sich bereits am 1.Oktober gejährt hat, soll ein besonderes Augenmerk auf die Krankheit geworfen werden. Der klinische Psychologe Peter Spindelbalker von der Organisation Exit sozial in Bad Leonfelden hat darüber Auskunft gegeben.

Was gilt als Depression

Im Grunde gibt es zwei Arten der Krankheit. Einerseits ist hier die traurige Verstimmtheit von der tatsächlichen Depression zu unterscheiden. Diese wird verursacht durch tragische Lebensereignisse wie Kündigungen oder Todesfälle. Bei solchen Stimmungstiefs ist es nützlich zu weinen. Darüber hinaus empfiehlt Spindelbalker sich aktiv am sozialen Leben zu beteiligen, frei nach dem Motto "Geteiltes Leid is halbes Leit". Andererseits ist bei der Depression keine Erleichterung mittels Trauer möglich. Aufgrund des niedrigen Seratoninspiegels wird der Stoffwechsel im Gehirn verändert. In weiterer Folge ist es mit Stress und Angst nicht mehr möglich klar zu denken. Antriebslosigkeit und eigene Schuldzuweisung sind dabei keine Seltenheit. Zudem können auch körperliche Beschwerden  wie Appetitlosigkeit oder Kopf-und Rückenschmerzen auftreten.

Wie damit umgehen

Zur Behandlung von Depressionen wird mit Stimmungsaufhellern und therapeutischen Gesprächen gearbeitet. "Positive Erfahrungen machen gesund", wie Spindelbalker ergänzt. Hierbei werden Schritt für Schritt Ziele gesetzt um sich wieder anzunehmen und stolz auf sich zu sein. Die Strukturierung des Alltags sowie die Arbeit an Kompetenzen sind dafür entscheidend. Ebenso werden die Auslöser der Erkrankung abgeklärt.

Ursachen und Vorbeugung

Laut Spindelbalker gibt es keine einzige Ursache für die Krankheit. Meistens handelt es sich um ein Zusammenspiel von familiären und genetischen Faktoren, die mit dem Familienklima zusammenhängen. Kommt allerdings noch ein lebensprägendes Ereignis wie Trennungen oder berufliche Konflikte hinzu, so wird die Anfälligkeit zu erkranken erhöht. Hinsichtlich der Prävention rät der klinische Psychologe auf sich selbst zu schauen, gut zu zu hören und eventuell Betroffene nicht zu überfordern.
Beratungsstellen wie das Exit sozial,  sind im Zuge dessen wichtige Anlaufpunkte, um Raum und Wertschätzung für diese Thematik aufzubringen.
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