07.07.2017, 08:32 Uhr

Badeinseln auf Seen sind Gefahrenstellen

(Foto: Österreichische Wasserrettung LV OÖ)

Laut Wasserrettung geraten besonders bei den Badeinseln auf den heimischen Seen Leute in Not.

BEZIRK (fog). In den Badesaisonen 2015 und 2016 gab es 27 Badetote in Oberösterreich. In der heurigen, noch jungen Badesaison, sind es drei Tote – eigentlich erschreckende Zahlen. Auf dem Pleschingersee ereignete sich der letzte Todesfall eines Schwimmers 2015. Ein 29-Jähriger konnte trotz Taucheinsatzes nicht mehr gerettet werden.

Afghane in Not

Im Vorjahr gab es keinen Todesfall. Die Wasserretter konnten sogar zwei Leben retten. "Wir haben beobachtet, wie jemand bei den Badeinseln untergegangen ist", so Martin Eberl, Pressereferent des OÖ Wasserrettungsverbands. Martin Haunschmidt, Ortsstellenleiter der Wasserrettung am Pleschinger See, hatte einen Tumult bei einer rund 200 Meter entfernt gelegenen Badeinsel am nördlichen Ufer des Sees entdeckt. Innerhalb kürzester Zeit war die Dienstmannschaft der Wasserrettung mit dem Einsatzboot vor Ort, gerade rechtzeitig, um einen jungen Mann vor dem Ertrinken zu retten.
Dem 17-jährigen Afghanen wären die rund 70 Meter Distanz zwischen Ufer und Badeinsel fast zum Verhängnis geworden, als ihm während des Schwimmens die Kräfte ausgingen. Mitschwimmende Freunde versuchten zwar, den verzweifelt ums Überleben Kämpfenden über Wasser zu halten, gingen dabei aber selbst immer wieder unter.
Ein Rettungsschwimmer sprang ins Wasser und packte den Ertrinkenden, um ihn Sekunden später ins Boot zu hieven. Bei den schlechten Sichtbedingungen unter Wasser im Pleschinger See hätte eine untergegangene Person sehr wenig Chancen, rechtzeitig gefunden zu werden.

Gefahr der Badeinseln

Bei den Badeinseln auf dem Pleschingersee passieren immer wieder Unfälle. Die Inseln sind zirka 50 bis 100 Meter vom Ufer entfernt und werden von den Schwimmern als Ziel angepeilt. "Die Leute unterschätzen zum Teil die Entfernung", sagt Eberl. Oder die Schwimmer nehmen ein Sonnenbad auf der Bade-#+insel und hüpfen dann beim Zurückschwimmen ins Wasser. "Plötzlich wird ihnen schwarz vor den Augen und sie haben einen Kreislaufkollaps", so der Wasserretter. Die zweite Lebensrettung im Jahr 2016 war beim Linz-Triathlon, als eine Athletin nach eigenen Angaben ziemlich viel Wasser schluckte und in Not geriet.

Nur bei Schönwetter

Die Wasserrettungen am Feldkirchnersee und Pleschingersee sind nur bei Schönwetter und da auch nur an Wochenenden und Feiertagen besetzt, von zirka 9.30 bis 18 Uhr. Die häufigsten Einsätze der ehrenamtlich tätigen Wasserretter sind aber nicht Lebensrettungen. "Im Durchschnitt haben wir so zwei bis drei Einsätze am Tag. Meist handelt es sich dabei um kleinere Verletzungen, wie zum Beispiel Schnittwunden oder Bienenstiche", sagt Wasserretter Eberl. Für den aktiven Dienst bei der Wasserrettung sind die "Rettungsschwimmer"-Prüfung und ein Erste-Hilfe-Kurs Bedingung.
Es gibt Zusatzausbildungen für das Tauchen, für Wildwasser, als Schiffsführer oder die Schwimmlehrerausbildung. Eberl: "Ich finde, es ist die perfekte Mischung aus Sport und sozialer Tätigkeit."

Das empfehlen die Wasserrettungen im Bezirk:

Wie reagiert man richtig, wenn man beobachtet, dass jemand zu ertrinken droht?

• Zuerst einen Notruf absetzen: Kurzruf für die Wasserrettung ist 130. Auch die Notrufe 112, 122, 133 und 144 sind möglich. Auch an den Ufern der Seen sind Notrufsäulen.

• Wer selbst eine Person retten will, sollte vorher abwägen, ob die Schwimmkünste dafür ausreichen bzw. ob die in Not geratene Person nicht zu weit vom Ufer entfernt ist.

• Umsehen, ob nicht Rettungsmittel vorhanden sind, wie #+z. B. Luftmatratze, Ball, etc.

• Die Rettungsmittel der Person reichen. Damit hält man einen Mindestabstand und vermeidet von einem Ertrinkenden umklammert zu werden.
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