13.12.2017, 09:10 Uhr

Einbrüche am Tag sind im Kommen

(Foto: panthermedia_net/ia64.)

Ob in der Dämmerung oder auch am Tag: Einbrecher im Linzer Speckgürtel haben es auf Bargeld und Schmuck abgesehen.

URFAHR-UMGEBUNG (fog). Der südliche Teil des Bezirks, der sogenannte Linzer Speckgürtel, ist derzeit verstärkt im Visier von Dämmerungseinbrechern. Aber auch Tageseinbrüche in Mehrparteienhäusern sind im Zunehmen. Die Hotspots waren zuletzt die Gemeinden Ottensheim, Puchenau und Gallneukirchen.
Die Polizei führt den Trend zu Tageseinbrüchen auf die verstärkten Polizeistreifen in der Dämmerung zurück. "Durch Tricks gelangen die Einbrecher am Tag ins Vorhaus der Mehrparteienhäuser. Entweder geben sie sich als Post-, Paketzusteller oder Prospektverteiler aus oder sie gehen gleich nach den Hausbewohnern ins Vorhaus. Die Einbrecher sind freundlich und grüßen sogar", weiß der stellvertretende Bezirkspolizeikommandant Erwin Pilgerstorfer.
Und: "Die Einbrecher suchen sich laut Polizei bevorzugt Wohnungstüren aus, bei denen das Zylinderschloss vorsteht. Den vorstehenden Zylinder können die Ganoven mit einer Rohrzange abbrechen und mit einem Sperrhaken öffnen. "Die Bewohner sollten ihre Schlösser überprüfen lassen, ob der Zylinder vorsteht", rät der leitende Polizist. Er selbst führt solche Beratungen bei Hausbesitzern durch. Die Einbrecher haben es im Normalfall auf Bargeld und Schmuck abgesehen. Tablets, Notebooks oder Handys werden nur vereinzelt gestohlen. Auch der klassische Dämmerungseinbrecher im Einfamilienhaus ist auf Bargeld und Schmuck fixiert. Kürzlich, so Pilgerstorfer, sei eine Faustfeuerwaffe von den Tätern mitgenommen worden. "Waffen sollten sorgfältig im Tresor verwahrt werden", betont der Polizist.

Dämmerungseinbrüche

Polizeianalysen haben ergeben, dass Einbrecher von November bis Jänner öfter zuschlagen als in den anderen Monaten. Die Täter sind besonders in der Dämmerungszeit zwischen 17 und 21 Uhr unterwegs. Die Polizei beugt diesem Phänomen vor und reagiert zielgerichtet darauf. Am häufigsten steigen die Täter bei Terrassentüren oder von der Straße abgewandten Fenstern ein. Sie schlagen das Fenster in Griffhöhe ein, greifen durch und entriegeln es. "Versperrbare Terrassen- oder Fenstergriffe sind zu empfehlen", meint Erwin Pilgerstorfer, der den Leuten rät, von der Polizei eine sogenannte Schwachstellenanalyse durchführen zu lassen.
Aktionen, wie etwa "Gemeinsam.Sicher" (www.gemeinsamsicher.at) sollen vor allem vorbeugend wirken. Im Kasten rechts sind wichtige Tipps der Polizei zusammengefasst.

Tipps der Polizei

1. Gute Nachbarschaft und gegenseitige Hilfe sind wichtig. Zusammenhalt schreckt die Täter ab.
2. Vermeiden Sie Zeichen der Abwesenheit. Leeren Sie Briefkästen und beseitigen Sie Werbematerial. Es soll kein unbewohnter Eindruck entstehen.
3. Schließen Sie Fenster, Terrassen- und Balkontüren.
4. Vermeiden Sie Sichtschutz, der dem Täter ein ungestörtes Einbrechen ermöglicht.
5. Räumen Sie weg, was Einbrecher leicht nützen können.
6. Verwenden Sie bei Abwesenheit in den Abendstunden Zeitschaltuhren und installieren Sie eine Außenbeleuchtung.
7. Sichern Sie Terrassentüren durch einbruchshemmende Rollbalken oder Scherengitter.
8. Lassen Sie nur hochwertige Schlösser und Schließzylinder einbauen.
9. Niemand soll sich scheuen die nächste Polizeidienststelle zu kontaktieren oder im Notfall 133 zu wählen.
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Gernot Fohler aus Urfahr-Umgebung | 13.12.2017 | 09:11   Melden
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