02.11.2016, 20:00 Uhr

"Große Distanz ist kein Hindernis"

Die Herzogsdorfer lernten die Kulturen der Ungarn bei einem Besuch in Mezöfalva näher kennen. (Foto: Gemeinde)

In Herzogsdorf und Zwettl bestehen seit mehreren Jahren Partnerschaften zu Gemeinden im Ausland.

BEZIRK (vom). Ziel von Gemeindepartnerschaften ist, sich mit Städten, Gemeinden oder Regionen anderer Länder kulturell und wirtschaftlich auszutauschen.
Die Gemeinde Herzogsdorf pflegt seit fünf Jahren eine Partnerschaft mit der ungarischen Gemeinde Mezöfalva, die sich etwa 80 Kilometer südlich von Budapest befindet. Bis 1951 hieß die rund 5.000 Einwohner-Gemeinde noch Hercegafalva, auf Deutsch Herzogsdorf. "Den Kontakt zu uns suchten die Ungarn. Sie wollten wissen, ob es in Europa ein zweites Herzogsdorf gibt. Eine Delegation machte sich auf die Reise und nahm im Ort gleich die erste Einfahrt. Dort landeten sie bei unserem Biobauern, der sie freundlich aufnahm", sagt Andreas Mahringer, Amtsleiter in Herzogsdorf. Von dort an entstand eine Freundschaft zwischen den Gemeinden. Mehrmals waren Vereine aus Herzogsdorf in Mezöfalva und umgekehrt. Eine wichtige Rolle beim Austausch spielte auch immer wieder der Herzogsdorfer Johann Zeller von Lukashort, der die Gepflogenheiten der Ungarn sehr gut kennt. "Im Jahr 2012, als die Mezöfalver wieder in Herzogsdorf waren, wurde als Zeichen der Verbundenheit von beiden Gemeinden eine Partnerschaftserklärung unterzeichnet. Seither sind wir offiziell Partnergemeinden", so der Amtsleiter. Ein Austausch ist in nächster Zeit wieder geplant, ein genaues Datum gibt es jedoch noch nicht. In den 70er-Jahren bestand auch eine Partnerschaft zu der französischen Gemeinde Tourouvre. "Leider ist über die Jahre der Kontakt abgebrochen. Wir haben versucht diesen wieder herzustellen, aber ein Austausch ist aus mehreren Gründen nicht mehr zustande gekommen", sagt Andreas Mahringer.

Partner seit 20 Jahren

Eine besondere Verbindung pflegt auch die Gemeinde Zwettl. Seit mehr als 20 Jahren besteht nun schon eine Partnerschaft zwischen dem Musikverein Zwettl und dem Musikverein der Stadt Veringenstadt im deutschen Baden Württemberg. Dadurch entstand auch der Wunsch der Mühlviertler Gemeinde und deutschen Stadt, näher zusammenzurücken. 2012 besiegelten dann Vertreter aus Zwettl und Veringenstadt die Gemeindepartnerschaft offiziell mit einem Festakt und mit der Unterzeichnung einer Urkunde. "Solche Partnerschaften sind für Gemeinden sehr wichtig. Sie verbinden Menschen über die Grenzen", sagt Ferdinand Schoissengeier, Amtsleiter in Zwettl. Vor allem die Kultur profitiert von der Partnerschaft. "Man erfährt viel Neues. Ein Blick über die Grenzen lohnt sich auf jeden Fall", so Schoissengeier. Erst kürzlich war eine Abordnung der Stadtkapelle Veringenstadt im Bezirk zu Besuch. Sie überbrachten bei der Einweihung des neuen Musikheims in Zwettl die besten Glückwünsche. "Die große Distanz soll kein Hindernis sein, sich künftig noch öfter zu treffen, näher zusammenzuarbeiten und gemeinsam zu feiern", sagt der Amtsleiter.


Partnergemeinden

• Eine Gemeindepartnerschaft ist eine Verbindung zwischen zwei Gemeinden oder Regionen mit dem Ziel, sich kulturell und wirtschaftlich auszutauschen.
• Die typische österreichische Gemeindepartnerschaft erstreckt sich auf wenige EU-Länder sowie Deutschland, Ungarn und Tschechien.
• Sinn und Zweck von Gemeindepartnerschaften ist das Zusammenfinden von Menschen über die Grenzen hinweg.
• In vielen Fällen beruht die Partnerschaft auf gemeinsamen Eigenschaften wie beispielsweise Namensgleich- und -ähnlichkeiten oder auch persönlichen Beziehungen.
• Unter www.staedtebund.gv.at gibt es eine Tabelle aller österreichischen Gemeinden und deren Partnergemeinden.

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Veronika Mair aus Urfahr-Umgebung | 02.11.2016 | 08:45   Melden
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