08.10.2014, 07:00 Uhr

"Imkerei ist das Beste zum Abschalten"

Jungimkerin Sandra lernt bei einem Einsteigerkurs die Arbeit mit den Bienen von Anfang an in der Praxis kennen. (Foto: Manfred Pointner)

Immer mehr Urfahraner werden zu Imkern. Derzeit gibt es 18 Vereine mit 600 Mitgliedern, davon 70 Frauen.

BEZIRK (dur). "Ich bin seit 1994 im Verein, damals gab es eine Frau, heute sind es 20", erzählt Ulrich Lanzer, Obmann des Gallneukirchner Imkervereins. Mit 100 Mitgliedern ist dies der größte Verein im Bezirk. Heuer traten 17 neue Mitglieder bei.
Lanzer ist mit 37 Jahren einer der jüngsten Imker, aber "die Mitgliederstruktur ändert sich", sagt er, "nicht nur die Frauen werden mehr, viele betreiben die Imkerei nun als Ausgleich zum stressigen Job. Daher werden auch schon Berufstätige, wie Akademiker und Manager zu Hobbyimkern. Für sie ist es das Beste zum Abschalten". Auch Manfred Pointner, Busfahrer von Beruf, nutzt die Imkerei zur Entspannung: "Es ist ein tolles Hobby, um zur Ruhe zu kommen. Die Bienen merken, wenn man gestresst ist und zwingen einen zur Ruhe." Pointner ist Obmann des Neulichtenberger Vereins mit 63 Mitgliedern. "Auch bei uns werden Frauen mehr, derzeit sind es 12. Sie ernten guten Honig, sind feinfühliger, ihnen ist um jede Biene leid", erzählt er.

Hobby oder Nebenerwerb
Pointner betreut hobbymäßig 16 Wirtschaftsvölker für die eigene Honigproduktion und 16 junge Völker zum Verkaufen und Weitergeben im Verein. Bei sich zu Hause und in seinem Bus vertreibt er den eigenen Honig. Lanzer lernte die Imkerei als Kind durch seinen Vater kennen. Der Personal- und Organisationsentwickler betreut die 80 Bienenstöcke mit seiner Frau nebenerwerbsmäßig. Im Schnitt haben erfahrene Imker zehn Stöcke. Jungimkern wird der Start mit drei Bienenvölkern empfohlen.

Begleiteter Einstieg
Der Landesverband im Imkereizentrum bietet Einsteigerkurse an. Auch Pointner hält im Verein Kurse ab. "Das Interesse ist groß, viele Kurse für nächstes Jahr sind bereits ausgebucht. Wer Interesse an der Imkerei hat, soll sich bald anmelden", rät Pointner. "Man braucht viel Praxis, muss langsam in die Arbeit hineinwachsen und ein Gefühl für die Bienen entwickeln", erklärt der Eidenberger. Im Gallneukirchner Verein wird Einsteigern daher ein erfahrener Imker als Mentor zur Seite gestellt.
Erfahrungsaustausch ist auch in den monatlichen Vereinstreffen möglich. Zudem kaufen die Vereine viele Arbeitsgeräte wie Honigschleudern, die alle Mitglieder nützen können. Die meiste Arbeit fällt im Frühling und Sommer an. Im September werden die Bienen mit Zuckerwasser angefüttert, damit sie den Winter überleben. Auch gegen die Varroamilbe müssen die Bienen jährlich vor dem Winter behandelt werden.

Heuer geringe Ernte
"Die Honigernte ist wetterabhängig, heuer war sie mit fünf Kilo pro Stock schlecht", sagt Pointner. Auch Lanzer erntete pro Bienenvolk nur sieben Kilo. Als Hauptgrund nennen beide die trockene Blütezeit im Frühling, Bienen konnten nur wenig Blütennektar saugen. "Es gibt gute und schlechte Erntejahre, innerhalb von zehn Jahren gleicht es sich aber ungefähr aus", spricht Lanzer aus Erfahrung.

Informationen für angehende Imker

Bei Interesse an der Imkerei gibt der OÖ. Landesverband für Bienenzucht Auskunft über Einsteigerkurse und Vereine. Näheres auf der Homepage unter www.imkereizentrum.at. Auf der Webseite www.linzerbiene.at sind Informationen und Kontaktmöglichkeiten für Vereine in der Nähe von Linz, wie in Altenberg, Gallneukirchen, Gramastetten, Neulichtenberg, Ottensheim und Puchenau, gesammelt. Das österreichische Imkerportal www.bienenaktuell.com bietet viele allgemeine Infos.
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Ruth Dunzendorfer aus Urfahr-Umgebung | 07.10.2014 | 15:21   Melden
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