04.10.2017, 08:56 Uhr

Landwirt ist nicht nur "Held am Feld"

Besonders auch bei Einsätzen mit Tieren ist die Erfahrung der Landwirte gefragt. (Foto: SashaKhalabuzar/panthermedia)
BEZIRK (vom). Ob bei einem Brand, einem Verkehrsunfall oder bei Unwetter, mit der Unterstützung der Feuerwehr ist stets zu rechnen. Dies ist aber nur durch den großen Einsatz jener Freiwilligen möglich, die sich ehrenamtlich für die Feuerwehren im Bezirk engagieren. Darunter befinden sich auch zahlreiche Landwirte. Sei es in leitenden Positionen des Kommandos oder als wertvolles Mitglied der Einsatzkräfte. Demzufolge ist der Landwirt nicht nur „Der Held am Feld“, sondern auch ein Held, wenn es um das Wohl anderer geht. "Besonders durch ihr umfangreiches Fachwissen und praktisches Denken sind sie unverzichtbar für die Feuerwehr", erklärt Bezirksfeuerwehrkommandant Johannes Enzenhofer.

Bei Einsätzen als erster vor Ort

Auch die Flexibilität ist ein großer Vorteil für die Feuerwehr. Landwirte können sich oft ihre Arbeitszeiten einteilen und sind nicht an ein Unternehmen im herkömmlichen Sinn gebunden. Gibt es tagsüber eine Alarmierung, sind es die Landwirte, die sofort zur Stelle sind. Alle anderen befinden sich in der Regel am Arbeitsplatz und müssen von dort erst anreisen, sofern dies überhaupt möglich ist. "Außerdem kommt die landwirtschaftliche Ausrüstung der Feuerwehr zugute. Speziell bei Hochwässer oder Sturmschäden können Landwirte mit ihren Maschinen die Aufräumarbeiten unterstützen", sagt Enzenhofer. Ein wichtiger Aspekt ist auch die Erfahrung im Umgang mit verschiedensten Tieren. So kann bei Bränden auf Bauernhöfen für die schnelle und sichere Bergungen der Tiere gesorgt werden. „Für die Brandbekämpfung wichtige Löschbehälter und Löschteiche werden meist auch von den Bauern verwaltet und gewartet“, so der Bezirksfeuerwehrkommandant. Etwa 2.000 Landwirte aus dem Bezirk sind laut Enzenhofer bei der Feuerwehr. Bei der FF Alberndorf ist rund ein Viertel der gesamten Mannschaft Landwirte. Der Alberndorfer FF-Kommandant Gerhard Gstöttenmayr, selbst Landwirt, ist stolz: „Bei einer Alarmierung sind wir nach 1,5 bis 2 Minuten schon am Weg zum Einsatzort. Das wäre ohne Landwirte kaum möglich.“ Aber auch andere Vereine und Organisationen profitieren von den Bauern. „Beim Roten Kreuz sind zwar nicht so viele Landwirte wie bei der Feuerwehr, jedoch gibt es auf den meisten Dienststellen welche. Gerade im Winter profitiert das Rote Kreuz davon, denn hier übernehmen die Landwirte viele Dienste“, weiß Rot-Kreuz Bezirksgeschäftsleiter Gerald Roth. Eine enorme Stütze sind Bauern auch für die Urfahraner Musikvereine. „Es ist von großer Bedeutung, Landwirte in den Reihen zu haben, da sie ihren Arbeitsplatz im Ort haben. Dadurch ist es für sie oft möglich, auch tagsüber zu Begräbnissen auszurücken. Manche Begräbnisse wären ohne die Landwirte nicht möglich. Außerdem sind sie bei den Vorbereitungen für Veranstaltungen eine große Hilfe, da sie über Gerätschaften verfügen, welche die Arbeiten enorm unterstützen“, sagt Edwin Wirthl, Bezirksobmann des Blasmusikverbandes.
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