24.01.2018, 18:00 Uhr

Urfahraner Lehrer fordern ein Hallenbad für den Bezirk

(Foto: panthermedia/Dieter M.)

Immer mehr Schüler sind Nichtschwimmer. Die Situation ist dramatisch.

GALLNEUKIRCHEN/BEZIRK (fog). "Wir machen uns Sorgen um die Schwimmfähigkeit der Schüler", sagt der Gallneukirchner Vizebürgermeister Helmut Hattmannsdorfer (ÖVP). Immer wieder bekommt Hattmannsdorfer, der auch Obmann des Schulausschusses ist, Anfragen von Schulen aus der Region, wann es mit dem Gusenstädter Bad endlich weitergehe. Denn das einzige Hallenbad im Bezirk wurde im Mai 2013 wegen Einsturzgefahr geschlossen.

Margit Leitenbauer, Direktorin der NMS 1 in Gallneukirchen, bestätigt: "Die Zahl der Nichtschwimmer nimmt zu. Heute ist es nicht mehr selbstverständlich, dass die Kinder schwimmen lernen." Weil viele der Schüler die erforderlichen Schwimmabzeichen, wie etwa den "Fahrtenschwimmer" nicht mehr haben, komme es auf Landschul- oder Sportwochen vor, dass sie beim schönsten Wetter nicht baden gehen dürfen, schildert Helmut Hattmannsdorfer.

Josef Schaffelhofer, Direktor der NMS Puchenau und Jugendrotkreuz-Landesschwimmreferent sieht es genauso: "Die Schwimmscheinabnahmen im Bezirk sind drastisch zurückgegangen – dementsprechend auch das Schwimmkönnen der Schüler. Schwimmen gehört eigentlich, so wie Lesen, Rechnen und Schreiben zu den wichtigsten Kulturtechniken. Ein Bad in der Schulhochburg Gallneukirchen ist daher unabdingbar. Ich hoffe sehr, dass die Verantwortungsträger sich der Situation bewusst sind."

Kritik der Linz AG

Die Linzer Bäder sind nicht zuletzt wegen der dünn gesäten Hallenbäder im Mühlviertel hoffnungslos überfüllt. Von Oktober 2016 bis April 2017 besuchten 293.000 Gäste die Hallenbäder der Linz AG. Die Zahlen steigen kontinuierlich weiter. In der Wintersaison 2010 waren es noch 255.000 Gäste. 36 Prozent der Gäste in Linz-AG-Hallenbädern sind Nicht-Linzer, weiß Geschäftsbereichleiter Thomas Lettner. Er kritisiert: "Dass sich nicht jede Gemeinde ein eigenes Schwimmbad leisten kann, verstehe ich. Ich halte es für wichtig, dass es in jedem Bezirk ein Hallenbad gibt."
Im Bezirk Rohrbach gibt es Pläne für ein neues Erlebnisbad in Rohrbach-Berg, die aber durch ein klares Nein der Gemeinderäte von Aigen-Schlägl, Neustift und Klaffer einen kleinen Dämpfer erhalten haben. Bisher haben 30 Rohrbacher Gemeinden einen positiven Beschluss gefasst, in sechs Orten ist eine Entscheidung noch ausständig und wird im Jänner fallen.

Warteschleife

Die Sanierung des Hallenbads Gallneukirchen ist derzeit in der Warteschleife. Kurz vor den Wahlen 2015 kündigte die damalige Landesrätin Doris Hummer (ÖVP) die Sanierung des Bades an. Es solle zu einem Schul- und Lehrschwimmbecken werden, hieß es. "1,2 Millionen Euro hat uns das Land OÖ für die Sanierung zugesagt, die 2 Millionen Euro kostet", sagt Vizebürgermeister Hattmannsdorfer.
Seither hat sich nicht viel getan. Kritik kam deswegen immer wieder von den Gallneukirchner Grünen. Aber: "Ein neues Regionshallenbad für jedermann, bei dem die Umlandgemeinden mitzahlen, hätte mehr Sinn, als die Sanierung des Bades, bei dem es ohnehin keine Parkplätze gibt", sagt etwa Andreas Kaindlstorfer von den Grünen.

ZurSache:

• Gallneukirchner Hallenbad
Im Mai 2013 ließ Bürgermeisterin Gisela Gabauer das 70er-Jahre-Hallenbad auf Anraten eines Sachverständigen schließen. Mehrere Löcher wurden im Schwimmbecken entdeckt, aus dem täglich 30.000 Liter entwichen. Zudem war die Fassade einsturzgefährdet. Im Jahr 2015 wurde die im Jahr 1966 gegründete Schwimmsektion des SV Gallneukirchen stillgelegt. Der Verein hatte mehrere Staatsmeister hervorgebracht.

• Bäder der Linz AG
Von Oktober 2016 bis April 2017 besuchten 293.000 Gäste die Hallenbäder der Linz AG. Die Zahlen steigen kontinuierlich weiter. In der Wintersaison 2010 waren es noch 255.000 Gäste. Neben Bahnschwimmern, Senioren und Saunagästen nutzen immer mehr Gäste die Sport- und Gesundheitsangebote, wie Aqua-Fitness, Yoga oder Crosstraining.
Infos: linzag.at/baeder
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Gernot Fohler aus Urfahr-Umgebung | 24.01.2018 | 14:50   Melden
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