27.10.2016, 22:06 Uhr

Viele Wildsäue zur Zeit im Speckgürtel

Die Jägerschaft aus Engerwitzdorf und Gallneukirchen arbeitete vor Kurzem bei der Wildschweinjagd zusammen. (Foto: Herbert Fürst)

Wildschweine wandern im Herbst in Richtung Donautal, weil es da wärmer ist, wissen Jäger.

ENGERWITZDORF/GALLNEUKIRCHEN (fog). Während des Maisdreschens im Grenzgebiet von Engerwitzdorf und Gallneukirchen entdeckte eine Frau im hohen Kukuruz Wildschweine. Die alarmierte Jägerschaft beider Gemeinden half in diesem Fall zusammen, umstellte das Maisfeld und erlegte einen Keiler. Ein paar Tage davor, ebenfalls in einem Maisfeld in der Nähe des Mirellenstüberls, misslang die Wildschweinjagd.

Schwarzwild komme zwar im Norden des Bezirks häufiger vor als im Zentralraum, so Bezirksjägermeister Franz Burner, aber es sei genauso in den Speckgürtelgemeinden anzutreffen. Viele Wildschweine wandern zudem in den wärmeren Donauraum. "Vor vier bis fünf Jahren hatten wir große Probleme mit Wildschweinen, aber heute haben wir das gut im Griff", sagt Landesjägermeister Josef Brandmayr. In der vergangenen Jagdsaison wurden 1.409 Wildschweine in Oberösterreich abgeschossen – 24 wurden auf der Straße überfahren.

Mit Keiler kollidiert

Zwei Tage nachdem der Keiler erlegt worden war, prallte eine junge Engerwitzdorferin mit ihrem Pkw auf der Mühlkreisautobahn (A7) in der Nähe der Abfahrt Engerwitzdorf gegen einen beinahe 70 Kilogramm schweren Keiler (siehe Bericht). Die Frau kam unverletzt mit dem Schrecken davon, weil sie den Wagen nicht verrissen hatte. Laut Autobahnpolizei Neumarkt im Mühlkreis ist am selben Tag in den frühen Morgenstunden ein Pkw-Lenker einer Sau ausgewichen. Er krachte mit seinem Fahrzeug gegen die Autobahnleitschiene.

Zaun für Sau kein Problem

Der letzte schwere Wildschwein-Crash auf der A7 liege schon zehn Jahre zurück, so der Neumarkter Beamte. Aber: "Derzeit heißt es besonders aufpassen", warnt der Polizist. Auch die Verkehrszeichen "Achtung Wildwechsel" sind wieder aufgestellt worden. Denn mit dem Abmähen der Maisfelder verlieren die Tiere, nicht nur Wildschweine, sondern bei uns vermehrt Rehe, den Einstand. Sie suchen nach einem neuen Lebensraum. Insbesondere in der abendlichen Stoßzeit sei die Gefahr des Wildwechsels am höchsten, warnen Jäger. Für Wildschweine ist es kein Problem auf die Autobahn zu gelangen, weiß der Bezirksjägermeister: "Eine Sau hebt mühelos mit dem Rüssel den Zaun bei der Autobahn auf." Außerdem gelangt das Wild bei den Auf- und Abfahrten, wo keine Zäune sind, auf die A7.
Zwischen Treffling und Dornach setzte der Autobahnbetreiber Asfinag vor einigen Jahren den Zaun näher zur Fahrbahn, um Wildwechsel zu vermeiden. "Das hat schon etwas gebracht, weil das Wild mehr Lebensraum hat und nicht veranlasst ist, auf die Autobahn zu gehen", meint Burner.

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Gernot Fohler aus Urfahr-Umgebung | 27.10.2016 | 22:07   Melden
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