24.09.2014, 08:10 Uhr

Göweil baut weiter aus

Seit 1988 wurde kontinuierlich ausgebaut, der letzte Zubau ist gerade fertiggestellt worden. (Foto: Göweil)

Seit der Gründung wächst die Firma Göweil an Produkten, Umsatz, Mitarbeitern und Firmengröße.

KIRCHSCHLAG (dur). In einer Werkstatt im Elternhaus baute sich Herbert Göweil, gelernter Schlosser, 1988 mit seiner Frau und seinem Bruder ein Unternehmen für Schlosserei und Landmaschinenhandel auf. Noch im selben Jahr entwickelte Göweil die erste Wickelmaschine. Im Gegensatz zu den Produkten am Markt baute der Jungunternehmer einen rotierenden Wickelarm. Mit diesem System ist ein Herabfallen des Ballens unmöglich, da keinerlei Fliehkräfte auf den Ballen wirken. Damit legte Göweil einen Grundstein für den heutigen Erfolg.

Schwerpunkt Maschinenbau
Nachdem der Verkauf nach der Riedermesse 1989 gut anlief, konzentrierte man sich ab 1992 ganz auf den Maschinenbau. In diesem Jahr wurde auch die Produktion im neu errichteten Gebäude am heutigen Firmenstandort aufgenommen. Aufgrund der enormen Produktionszunahme wurden bis 2001 eine neue Lackieranlage, eine Montagehalle sowie ein neuer Außenlagerplatz errichtet. 2007 und 2012 folgten erneute Ausbauarbeiten am Firmengelände. So stehen nun etwa 8000 Quadratmeter Produktionsflächen, 800 Quadratmeter Büroflächen und 5500 Quadratmeter Lagerflächen zur Verfügung.
Im August 2013 wurde mit dem bisher letzten Zubau begonnen. Ein Jahr nach Baubeginn sind eine neue Elektrikwerkstatt und weitere Büroflächen mit je 500 sowie ein neues Lagersystem mit 1300 Quadratmetern Lagerfläche fertiggestellt.
Neben dem Unternehmen Jos. Ertl aus Hörsching waren auch regionale Unternehmen am Zubau beteiligt. Die Oberneukirchner Firma Beneder baute die Heizung ein, Mitarbeiter der Firma Schütz aus Sonnberg kümmerten sich um Elektrotechnisches, der Vollwärmeschutz stammt von der Haslacher Firma Leitner. Nicht nur die Firmenzentrale wächst beständig, auch Umsatz, Absatzmärkte und Mitarbeiterzahlen nehmen zu. 2013 wurden 21,9 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. 85 Prozent davon im Export, dessen Hauptabsatzmarkt Europa ist. Acht Mitarbeiter sind im Außendienst als Kundenbetreuer in Deutschland, Frankreich, Holland, Tschechien, Serbien und seit neuestem in Chile für Göweil tätig.

Mit jungem Team zum Erfolg
Viele der 145 Mitarbeiter kommen aus der Region und sind meist lange für das Unternehmen tätig. Seit 1990 wurden 65 Lehrlinge ausgebildet, 46 von ihnen arbeiten noch heute in der Firma. Derzeit sind 19 Lehrlinge beschäftigt: 9 Metalltechniker, 8 Mechatroniker, 8 Konstrukteure und 1 Bürokauffrau.
Ein wichtiger Faktor für den Firmenerfolg ist auch die Praxiserfahrung der Mitarbeiter. "Viele Mitarbeiter kommen aus der Landwirtschaft und wissen daher, worauf es bei der Arbeit mit Maschinen ankommt. Sie denken praxisbezogen und können dadurch gute Ideen bei der Maschinenentwicklung einbringen", sagt Vertriebsleiter Reinhard Leimhofer.

Hauptproduktion in Kirchschlag

Göweil setzt verstärkt auf hauseigene Produktion mit Qualität
Durch Spezialisierung auf Wickeltechnik nahm das Unternehmen erneut eine Vorreiterrolle ein, als eine Press-Wickelkombination auf der weltweit größten Landmaschinenmesse 1997 in Hannover vorgestellt wurde. Mittlerweile werden pro Jahr über 100 Stück verkauft.
1999 wurde mit einem Schweizer Unternehmen eine Maispresse entwickelt, die seit 2004 auch in Österreich verkauft wird. Die Maschinen werden in Europa und in südliche Länder wie Pakistan, Ägypten oder Indien ausgeliefert. Potenzieller Markt ist auch Südamerika, in Chile wird gerade ein Vertrieb aufgebaut.

Pressenbau bei Göweil
Um die Produkte der Ballensilage zu komplettieren, kam die Idee auf, eine Rundballenpresse zu entwickeln. Auch Kundennachfragen bestärkten Herbert Göweil in seinem Vorhaben, mit einer eigenen Press-Wickelkombination neue Maßstäbe zu setzen. Den Maschinenbauern war wichtig, eine qualitative und stabile Presse herzustellen, die eine längere Lebensdauer als herkömmliche Pressen hat. Auch Produkte wie die GHU Hochkippschaufel, die es seit der Firmengründung gibt, werden laufend auf den neuesten Stand von Technik und Design gebracht. "Man muss immer schauen, dass die Maschinen am Puls der Zeit sind", sagt Göweil.
Auch Kundenservice ist Göweil wichtig. Fachkundige Mitarbeiter helfen via Hotline 24 Stunden, sieben Tage die Woche.

Die Firma Göweil öffnet ihre Türen

Der neue Zubau sowie die erste selbstgebaute Rundballenpresse können bei den Tagen der offenen Tür von Samstag, 27. September, bis Sonntag, 28. September, besichtigt werden. Jeweils ab 10 Uhr finden Betriebsführungen statt, wobei Mitarbeiter an verschiedenen Stationen über ihre Arbeit Auskunft geben. Neben Kinderprogramm, Gewinnspiel und Verköstigung im Festzelt warten auch die Stände von 22 Ausstellern der Dorfwirtschaft Kirchschlag auf Besucher.
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