Gemeinden legen Projekte auf Eis
"Beschränken uns auf die größten Brocken"

Die Arbeiten im Gemeindebad Wernberg laufen auf Hochtouren.
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  • Die Arbeiten im Gemeindebad Wernberg laufen auf Hochtouren.
  • Foto: Gemeinde Wernberg
  • hochgeladen von Alexandra Wrann

Die Kommunen in Villach Land stehen im Ungewissen. Nicht nur dass beträchtliche Mindereinnahmen aus Kommunalsteuer und Bundesertragsanteilen zu erwarten sind und Betriebe um ihre Existenz bangen. Auch große Bauvorhaben stehen in der Schwebe. 

WERNBERG. In der Gemeinde Wernberg bei Villach ist man den Umständen entsprechend positiv gestimmt. Trotz finanzieller Einbußen von geschätzten 400.000 Euro aus Mindereinnahmen aus Bundesertragsanteilen und Kommunalsteuer gehe man aktiv an die Bewältigung der Krise heran, sagt Bürgermeister Fanz Zwölbar. "Wir starteten den Apotheken- und Eurospardienst. Die Bezahlung läuft bargeldlos über die Gemeinde", sagt Zwölbar. Auch regionale Produzenten und habe man ins Boot geholt. "Im Grund genommen werden die Services gut angenommen, wenn gleich wir feststellen, dass gerade die ältere Generation gerne "shoppen" geht. 

Zwei Groß-Projekte

Was Bauvorhaben der Gemeinde anbelangt so beschränkt man sich aufs Wesentliche. Realisiert werden dringende Straßensanierungen, die Burgruine Aichelberg und das größte Projekt – das Gemeindebad mit dem neuen Kiosk.
Rund 400.000 Euro werden dafür in die Hand genommen, neben dem neuen Gebäude werden auch Zufahrtsstraßen und Liegewiese neu gemacht. Alle übrigen Projekte werden heuer nicht mehr verfolgt werden, so Zwölbar. Dazu zählen diverse Beleuchtungskonzepte oder der neue Dorfplatz Föderlach.

Bädereintritt wird kostenlos sein

Apropos Bad, soll die Fertigstellung "im Großen und Ganzen" wie geplant erfolgen. Der Eintritt ins Bad wird heuer frei gestellt werden. "Das hatten wir sowieso geplant, aber durch die aktuelle Krise wird das den Menschen entgegenkommen", so Zwölbar.
Der Gemeinde-Chef hofft auf eine Öffnung der Bäder in der heurigen Saison, "wenn notwendig können wir Pflöcke mit Nummern aufstellen, um den nötigen Abstand zu garantieren." Im Normalfall passen gut 1.000 Menschen ins Bad, dann wären "es eben nur 200 oder 500". "Es wäre Schade, diese Freizeitgestaltung den Menschen gänzlich zu verwehren", so der Bürgermeister.

Große Sorgen in Arriach

ARRIACH. Nicht nur die Mindereinnahmen aus Bundesertragsteilen und Kommunalsteuer auch die Erhöhung der Krankenanstaltsbeiträge sorgt den Arriacher Bürgermeister Gerald Ebner. "Als vergleichsweise kleine Gemeinde zahlen wir jetzt schon 200.000 Euro im Jahr und ich rechne mit einem deutlichen Anstieg", so Ebner.
Die finanzielle Anspannung spüre man in allen Bereichen, so Ebner. Bereits zeitig sei man als Gemeinde aufgefordert gewesen Ermessensausgaben komplett einzustellen, "also Haushaltssperre", so Ebner. Nicht nachvollziehbar wäre es für ihn wie andere Gemeinden Mietfreistellungen bewerkstelligen könnten, "wie ist das zu finanzieren?" Fragen, die sich darüber hinaus stellen würden, wären jene der Kinderbetreuungseinrichtungen.
"Ich verstehe jeden Elternteil, der kritisiert, dass trotz ausbleibender Betreuung der Beitrag zu zahlen war. Aber hätten wir die Beiträge ausgesetzt, hätte passieren können, dass wir um 100 Prozent des Kindergartenstipendiums kommen, was noch bitterer gewesen wäre. Generell verstehe ich diese Gangart hier etwas einsparen zu wollen überhaupt nicht. Gerade Eltern mit Kindern trifft diese Situation besonders hart."

Bürokratie, eine unüberwindbare Hürde

Finanziell zu kämpfen habend derzeit auch die Betriebe in Arriach. "Die Stimmung ist sehr angespannt", so Ebner. Auch, so der Gemeinde-Chef, "weil der bürokratische Ablauf ein Wahnsinn ist". Ebner: "Einige müssten Leute eher zum Stempeln schicken, als Kurzarbeit in Anspruch zu nehmen, weil sie den bürokratischen Aufwand nicht stemmen können." 

Enorme Hilfsbereitschaft

Auf der anderen Seite erlebe Ebner in der aktuellen Krise einen großen und sehr erfreulichen Zusammenhalt in der Gemeinde. Die Hilfsdienste funktionieren auch dank Vereinsarbeit, wie jener der Landjugend, "perfekt". 

Bildungscampus: Verzögerung wahrscheinlich

ST. JAKOB/ROSENTAL. Das größte Projekt in der Gemeinde St. Jakob im Rosental ist derzeit wohl der Bildungscampus. Ob dieser nach Plan realisiert wird werden können, steht für Bürgermeister Heinrich Kattnig noch nicht fest. "Wir müssen aus heutiger Sicht wohl mit Verzögerungen rechnen", sagt der Gemeinde-Chef. Das betreffe weniger die Finanzierung als den Bauplan.
"Wir hätten bei einer Gesamtumsetzung geplant, die Ferien um zwei Wochen zu verlängern, um das Projekt umsetzen zu können. Ich glaube nicht, dass wir unter den gegebenen Umständen dafür eine Bewilligung bekommen werden." Es ist vermutlich davon auszugehen, so Kattnig, dass ein Teil in diesem Jahr in diesem Jahr ein Teil im nächsten Jahr umgesetzt werden wird.
Die Bauverzögerungen betreffen auch andere Projekte. "Wir haben etliche Bauanträge, die aufgrund der verwaltungsrechtlichen Vorgaben nicht verhandelt werden können."

In Stockenboi wartet man zu

STOCKENBOI. In der Gemeinde Stockenboi will man nicht zu früh vorgreifen. "Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich noch nicht viel sagen", sagt Bürgermeister Hans Jörg Kerschbaumer. Das Großprojekt Masterplan Ostufer ist nach wie vor am Plan, "ob es hier zu Verzögerungen kommen wird, lässt sich schwer voraussagen, es ist aber möglich". Wirtschaftlich werde es natürlich Einbußen geben, weiß Kerschbaumer, wenngleich er ergänzt: "Finanziell halten wir die Position. Wir sind eine krisenfeste Gemeinde."

Die Arbeiten im Gemeindebad Wernberg laufen auf Hochtouren.

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