"Das Schicksal führt nur all zu oft Regie!"

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VILLACH (ak). Unter Stress schnelle und vor allem richtige Entscheidungen treffen. Der Job als Notarzt ist nichts für schwache Nerven. Silke Wappis, leitenden Notärztin und eine von insgesamt 23 Notärzten in Villach, hat die WOCHE an ihrem Notarzt-Alltag teilhaben lassen.

Ständige Bereitschaft
Der Dienst beginnt um sieben Uhr Morgens und endet 24 Stunden später. Bis 14 Uhr arbeitet Silke Wappis, die auch Oberärztin für Anästhesie und Intensivmedizin ist, im Aufwachzimmer des LKH. Danach geht es für sie bis sieben Uhr früh als selbstständig tätige Notärztin weiter. Wenn innerhalb dieser 24 Stunden ihr Pager Alarm schlägt, heißt es schnell sein. Nur vier Minuten braucht sie und Notfallsanitäter Gerd Fojan bis sie im Notarzteinsatzfahrzeug, kurz NEF, sitzen und im Rendezvousystem am Unfallort auf die Rettung treffen. Über ein Portal im NEF bekommen die Beiden alle Koordinaten und Infos, die sie für ihren Einsatz benötigen. Sie können sich geistig auf das Notfallereignis einstellen, briefen sich gegenseitig und haben dann bereits ein Bild vor Augen, welches ihnen den Arbeitsablauf vorgibt.
„Meistens ist bereits auf den ersten Blick erkennbar, wie ernst die Lage ist. Das beruht aber einzig und alleine auf der langjährigen Erfahrung und die dadurch erworbene Routine”, sagt Silke Wappis. Ein Großteil der Notärzte sind Anästhesisten. Das liegt hauptsächlich daran, dass diese Berufgsgruppe Notfallmediziner sind, Atemwege sichern und intubieren.

Jeder Dienst ist anders
Seit 2006 ist Silke Wappis als Notärztin unterwegs, insgesamt kommt sie inzwischen auf circa 6000 Einsätze und trotzdem gleicht keiner dem Anderen. Das Ziel ist aber immer dasselbe, den Patienten ruhig, bestimmt und professionell zu versorgen.
„Als Notärztin gibt man immer sein Bestes und arbeitet nach besten Wissen und Gewissen, trotzdem können wir keine Wunder vollbringen. Das Schicksal führt oft Regie”, erzählt Wappis.
Besonders nach belastenden Einsätzen sind Gespräche mit den Kollegen wichtig, um das Gesehene zu verarbeiten und Arbeitsabläufe zu optimieren.
„Fortbildungen, sich selbst immer in Frage stellen und ein gutes Stressmanagement sind in unserem Job unerlässlich”, so Wappis.

Schöne Momente
Manchmal wird sie bei einem Einsatz an Orte gerufen, die man meint in Villach nicht mehr anzutreffen. „Auch bei uns gibt es verwahrloste und vereinsamte Menschen. Da spielen sich oft soziale Dramen ab”, erzählt die Ärztin. Aber es gibt auch glückliche Momente, an die sich die Notärztin gerne zurückerinnert.
„Eine geglückte Reanimation, nach der der Patient unerwartet vollständig gesund wurde und sich mit strahlenden Augen und einem Lächeln bei mir bedankte, obwohl ich für ihn eine Fremde war, ist mein persönliches Highlight”, erzählt Silke Wappis

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