Krippenbau ist etwas Spirituelles

Nicole Linder, Valentin Pipp und Roswitha Pock (re.)
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  • Nicole Linder, Valentin Pipp und Roswitha Pock (re.)
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GÖRTSCHACH/HERMAGOR (nic) "Schuld, dass ich vor rund 15 Jahren mit dem Krippenbau angefangen habe, ist meine Frau," verrät Valentin Pipp mit einem Schmunzeln. Damals besuchte der heute 76-Jährige mit ihr eine Krippenausstellung und weil Marianne Pipp die Kunstwerke so gut gefielen, sagte er gleich: "Das kann ich auch!"

Rund 50 Krippen

Die erste Krippe aus der Werkstatt des gelernten Tischlers steht heute noch in Görtschach unterm Christbaum. Inzwischen kamen rund 50 Krippen aus seiner Hand dazu. Verkauft hat er keine und viele sind in der Familie geblieben.
"Dafür gab es auch einen Lohn, zum Beispiel ein schönes Abendessen oder so etwas," erinnert sich der pensionierte ÖBBler. Für Valentin Pipp ist die Kripppenarbeit pure Entspannung, allerdings darf dabei die richtige Stimmung nicht fehlen.

Richtige Stimmung

Ab Oktober zieht es ihn täglich in seine kleine Holzwerkstatt. Pro Krippe und abhängig von der Größe investiert der Holzkünstler etwa 40 bis 60 Stunden für eine Krippe.
Das Material, wie die Figuren und die Beleuchtung, kauft Pipp dazu. Die Naturmateriaien findet er häufig auf der Alm und bearbeitet sie liebevoll.
Überhaupt fällt die Liebe zum Detail dem Betrachter gleich ins Auge: Neben Maria und Josef sowie dem Christuskind dürfen auch ein strahlender Engel, der wichtige Stern und die heiligen dreiKönige mit ihren Kamelen nicht fehlen. Der Hirte steht inmitten seiner Herde neben einem Brunnen und der Stall birgt auch genug Stroh für alle.

Große Begeisterung

Eine der ganz großen Krippen sowie zwei kleinere Werke zieren seit diesem Advent den Eingangsbereich und die Etagen des Alten- und Pflegeheims in Hermagor. "Ich fahre dort oft vorbei und irgendwann habe ich gefragt, ob sie gerne von mir Krippen hätten?, erinnert sich der Görtschacher. Die Begeisterung war groß und der Plan schnell umgesetzt. Auch in verschiedenen Kirchen können die Pippschen Krippen bewundert werden und sicher kommen noch ein paar dazu.
Von Weihnachten bis Oktober schnitzt Valentin Pipp in seiner Werkstatt auch andere Dinge. Beide Enkelinnen besitzen neben den Krippen auch jeweils eine Kinderwiege aus den Händen des Opas. Und die eine wurde auch bereits mit einem Urenkelchen "gefüllt". Darüber freut sich der Uropa am allermeisten. "ich wollte unbedingt etwas schaffen und schenken, das Bestand hat in der Familie," sagt er. Das ist ihm sicher gelungen.

Krippen stehen unterm Christbaum

• In manchen Regionen ist das Aufstellen einer Krippe (fast) wichtiger als der Christbaum selbst.
• Viele Menschen hüten ihre Weihnachtskrippe liebevoll und verpacken sie sorgfältig in einer eigenen Schachtel.
• Mancherorts werden Weihnachtskrippen schon einige Wochen vor Weihnachten ohne das Christuskind aufgestellt. Das kommt dann erst am 24. Dezember dazu.
• Mindestens bis zum Fest der Hl. Drei Könige am 6. Jänner bleibt eine Krippe stehen. In manchen Haushalten sogar bis Maria Lichtmess am 2. Feber.
• Weihnachtskrippen faszinieren durch ihre Detailtreue, die die Weihnachtsgeschichte der Bibel in ein Bild umsetzen.
• Für viele Krippenbauer und -schnitzer ist die Arbeit an den Krippen fast schon spirituell und sehr häufig auch Ausdruck eines persönlichen, tiefen Glaubens.

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