Marko Pfeifer
„Man lernt im Leben niemals aus“

ÖSV-Trainer Marko Pfeifer (links) aus Berg im Drautal bereitet die heimischen Skistars wie Marco Schwarz auf ihre Einsätze bei der Weltmeisterschaft vor.
  • ÖSV-Trainer Marko Pfeifer (links) aus Berg im Drautal bereitet die heimischen Skistars wie Marco Schwarz auf ihre Einsätze bei der Weltmeisterschaft vor.
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  • hochgeladen von Peter Tiefling

Der Kärntner Marko Pfeifer ist hauptverantwortlicher Trainer der ÖSV-Slalomriege. Die WOCHE sprach mit ihm über sein Team, Persönliches und die Weltmeisterschaft.

WOCHE: Sie sind Gruppentrainer beim Österreichischen Skiverband und damit auch für die Entwicklung der beiden Kärntner Slalomasse Marco Schwarz und Adrian Pertl verantwortlich. Welche Aufgaben umfasst Ihr Job als Gruppentrainer?
MARKO PFEIFER: Ich bin für die gesamte Trainingsplanung und Organisation zuständig. Das umfasst Koordination der Trainingsabläufe, Pisten-Präparierung, Kurssetzung, aber auch die Kommunikation mit meinen zwei Schneetrainern, den zwei Physiotherapeuten, unserem Konditionstrainer sowie fünf Servicemännern und deren Skifirmen. Ich versuche die Gesamtheit, was mit dem Skisport und meinen sechs Athleten zu tun hat, unter einen Hut zu bringen.

Ausschließlich für die Slalomfahrer, oder?
Nein, ich führe eine Gruppe mit sechs Athleten: Marco Schwarz, Adrian Pertl, Manuel Feller, Michael Matt, Fabio Gstrein und Christian Hirschbühl. Alles, was diese Läufer an Skifahren trainieren, macht mein Team. So trainierten wir mit Marco Schwarz in Tarvis Speed. Aber auch der Riesentorlauf ist unser Thema. Es ist leider häufig ein Fehlglaube, dass wir nur Slalom-Verantwortliche sind. Alle Bewerbe, die unsere Jungs fahren, werden auch autonom in unserer Gruppe trainiert.

Sie haben in der Vergangenheit vermehrt Trainingslehrgänge auf den Pisten der Bergbahnen Weißensee abgehalten. Warum – und welche Vorzüge haben diese Pisten?
Diese Region bietet sich vor allem im Vorfeld zu den Rennen im Süden Europas, einer Weihnachtstrainingseinheit oder eben der Vorbereitung zur WM in Cortina d'Ampezzo perfekt an. Es ist ein Ort, der die nötige Ruhe vermittelt, die Qualität hat, dass wir hier als einziges Weltcup-Team trainieren können. Wir finden Pisten von leicht bis schwer vor, die so ziemlich alle Varianten der Pisten-Präparierung für unsere Rennläufer und Testfahrten ermöglichen. Hier möchte ich gleich ein großes Lob an die Bergbahnen Weißensee mit Vorstandsobmann Hannes Müller (Hotel Forelle), Betriebsleiter Christian Pospisil und seiner Crew, der Gemeinde Weißensee (Bürgermeister Gerhard Koch) und dem Team des Hotels „Arlbergerhof Vital“ (Hotelier Peter Schwarzenbacher) für die vortreffliche Unterstützung aussprechen.

Seit 20 Jahren zählen Sie im Skiweltcup zur Trainer-Elite. Was zeichnet Sie als Trainer aus?
Ich bin ein akribischer Arbeiter, ehrgeizig, möchte immer dazulernen, bin offen eingestellt und mit großer sozialer Komponente ausgestattet. Eine meiner Stärken ist es, wenn ich Trainer oder junge Leute in meinem Umfeld habe, auch auf deren Ideen einzugehen, diese weiter aufzunehmen und in meine Erfahrung miteinzubinden. Es ist für mich sehr wichtig, egal wie gut oder wichtig man im Leben ist, für Neues immer offen zu sein und dem Gegenüber nicht voreingenommen zu sein. Man lernt im Leben niemals aus.

Ihr Slalom-Team wurde einmal als Wunderteam tituliert. Wie sehen sie das vor der WM?
Wunderteam klingt zwar immer sehr nett. Ich glaube aber, wir haben eher eine sehr starke Mannschaft, müssen aber als gesamte Einheit weiter am Ausmerzen der vorhandenen Mankos feilen. Daher würde ich es nicht als Wunder im herkömmlichen Sinn bezeichnen, eher als das Ergebnis harter gemeinschaftlicher Arbeit.

Mittwoch hat Marco Schwarz bei der WM in Cortina seinen ersten Auftritt in der Kombination. Wie schätzen Sie seine Medaillen-Chancen ein?
Die Chancen sind da, aber schwieriger als in Åre WM 2019. Er braucht etwas Startnummern-Losglück beim Super G, denn die Wettervorhersagen lassen für den Slalom eine weiche Piste erwarten und das Starterfeld hat sehr hohe Qualität. Also kein Selbstläufer, sondern es muss vieles zusammenspielen. Marco wird wahrscheinlich in fünf Bewerben am Start sein. Eine WM ist keine gemähte Wiese. Man muss froh sein, eine Medaille gewinnen zu dürfen. Daher wären wir mit einer – und die ganz schön glänzend – schon sehr zufrieden.

Marcos Tagesplan bis zum nächsten WM-Rennen?
Wir werden zum Training nach Hause fahren. Wohin ist noch unbekannt. Ich muss mir erst die Pisten- und Geländeverhältnisse vor Ort ansehen.

Warum entscheiden Sie so kurzfristig?
Es gab letzte Saison coronabedingt keine Generalprobe-Rennen, weiters auch keine Besichtigungsmöglichkeiten – alles ist Neuland für uns. Einzig ein Streckenprofil – steiler, selektiver Slalomhang – wurde uns übermittelt. Also eine spezielle WM. Keine Nation konnte vor Ort arbeiten oder Rennerfahrung sammeln. Alle starten bei Null und dem gleichen Wissensstand.

Adrian Pertl ist Ihr zweiter Kärntner WM-Schützling. Wie sehen Sie seine Entwicklung?
Er fährt heuer seine erste richtige Weltcup-Saison, war letzte Saison noch Quereinsteiger. Ich bin mit ihm brutal zufrieden. Er etabliert sich jetzt in den Top 15 der Startliste, ist ein super Performer, strebsam, hat noch ein hohes Entwicklungspotenzial in Richtung Weltcup-Spitze und ist eine enorme Bereicherung für das Team.

Was fällt Ihnen zum Wort Corona ein?
Nichts positives. Wohl doch (schmunzelt): Erstmals in meiner 20-jährigen Weltcup-Geschichte konnte ich durch den Ausfall der Übersee-Reisen und den vielen regionalen Trainingseinheiten viel mehr Zeit mit meiner Familie in Berg im Drautal verbringen.

Sie sind Mitglied der SV Berg. Nach Familie und ÖSV Ihre dritte Heimat?
Kann man schon so sagen. Es verbindet uns viel. Meine Gattin Katrin ist als Kassierin tätig. Bereits vor 30 Jahren waren mein Vater als Sektionsleiter und meine Mutter als Kampfrichterin aktive Mitglieder. Es wird hier Gemeinschaft pur gelebt. Es ist schon eine etwas skiverrückte Gemeinde, die sogar Weltcup-Läufer hervorgebracht hat. Ein Umfeld, dass dir als Teil der Profi-Skiwelt dann beim Training mit dem heimischen Vereinsnachwuchs wieder aufzeigt, worum es beim Skifahren auch noch geht. Es vermittelt dir den nötigen Ausgleich im Trainergeschäft. 

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Noch immer als Trainer beim Österreichischen Skiverband, denn es macht stolz, für sein Heimatland arbeiten zu dürfen.

ZUR PERSON
Name: Marko Pfeifer
Geburtstag: 14. April 1974
Wohnort: Berg im Drautal
Gattin: Katrin
Söhne: Luca (10 Jahre), Sandro (13)
Beruf: ÖSV-Profitrainer (Alpiner Weltcup, Technikgruppe eins)

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