27.10.2016, 19:17 Uhr

Mit dem Hund auf der Jagd

Die kleinen Hannoveraner-Welpen beim Fressen

Was Jagdhunde alles können müssen und was sie von den Haushunden unerscheidet.

MOOSWALD (mw). Michael Klammer arbeitet seit rund 40 Jahren mit Jagdhunden
und züchtet selbst auch Hannoversche Schweißhunde, die sich durch ihren besonderen Geruchssinn auszeichnen.
Die WOCHE besuchte Villachs Hundereferent, um zu erfahren, was denn ein Jagdhund alles können muss.

Die Hunde werden für ein bestimmtes Jagdgebiet gezüchtet

„Jagdhunde sind Arbeitshunde, die bestimmte Befehle befolgen müssen. Die verschiedenen Rassen der Jagdhunde wurden für bestimmte Gebiete und Jagdarten gezüchtet.
So werden zum Beispiel Schweißhunde (Schweiß = jagdl. Ausdruck für Blut) vorwiegend zum Nachsuchen von Fährten von verletzten Wildtieren eingesetzt. Terrier oder Dackel wiederum sind ideale Fuchsjäger, da sie aufgrund ihrer Größe direkt in den Bau des Fuchses eindringen können“, erklärt Klammer. „Es kann aber jede Art von Jagdhund passend für bestimmte Jagdzwecke abgerichtet werden.“
Die Arbeit mit Jagdhunden beginnt im Alter von ca. 8 bis 10 Wochen, denn zu dieser Zeit kommen die Welpen zum neuen Besitzer. „Natürlich vom Tierarzt und Zuchtwart kontrolliert, gechipt, geimpft und entwurmt. Die wichtigste Aufgabe
des Besitzers ist es jetzt, dem Welpen Gehorsam auf spielerische Art zu beizubringen, bis er es verinnerlicht hat.“

Spielerische Ausbildung der Hunde

Wichtig ist es, laut Klammer, den Hund weder über- noch unterfordern und vor allem immer belohnen, jedoch nie bestrafen. „Ein guter Hundeführer sollte erkennen, was bei einem Hund möglich ist, und was noch Zeit braucht. Allerdings
darf auch die natürliche Entwicklung nicht außer Acht gelassen werden. Der Geruchssinn zum Beispiel wird erst mit dem 4. Monat richtig ausgebildet, das heißt, vorher sollte ich zum Beispiel mit einem Schweißhund keine Fährtenübungen ausführen.“

Prüfungsaufgaben für Jagd- und zugelassenen Zuchthund

Für einen Schweißhund, der in unserem Gebiet am meisten eingesetzte Jagdhund, läuft die Vorprüfung wie folgt ab:
Der Hund wird, unter Beobachtung
der Richter, an einem Platz abgelegt und muss dort 20 Minuten bleiben, während
sich der Jäger entfernt. Dann wird ein Schuss abgegeben. Wiederum darf der Hund seinen Platz nicht verlassen. Der Jäger kehrt zum Hund zurück und lässt ihn an der Leine die vorher mit Schweiß präparierte Fährte finden und eine bestimmte Strecke lang folgen.
Den letzten Teil der Strecke sucht der Hund frei, bis er das abgelegte Stück gefunden hat. Als sogenannter "Totverweiser" kehrt der Hund zum Jäger zurück und führt ihn zum Stück. Dann gibt es unter den Hunden noch die "Totverbeller", diese Hunde bleiben beim Stück und führen den Jäger durch ihr Bellen.
Bei der Hauptprüfung wird unter realen Bedingungen, wenn zum Beispiel ein Wild angeschossen oder angefahren wurde, das Können des Jagdhundes überprüft.
Für Zuchthunde gibt es noch die Pfostenschau, bei der der Körperbau untersucht wird.
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