10.10.2017, 13:00 Uhr

neuebuehnevillach: Seit 15 Jahren auf der Bühne

Michael Weger leitet die neuebuehnevillach (Foto: KK/nbv)

Seit 15 Jahren bleibt die neuebuehnevillach ihrer Grundidee treu und hat insgesamt 86 Uraufführungen über und auf die Bühne gebracht.

VILLACH (aju). 180.500 Zuschauer, 158 Stücke und davon 86 Uraufführungen, das ist die Bilanz nach 15 Jahren neuebuehnevillach. Intendant Michael Weger erzählt über Jahre voller spannender Erlebnisse, politischer Fehlentscheidungen und dem Privileg, Theater machen zu dürfen.

Kernprogramm

Gegründet wurde die neuebuehnevillach (nbv) auf Anfrage der Stadt im Jahr 2001 als Weiterführung des Kellertheaters. Michael Weger hat als Intendant damals das Theater mit seinen Kollegen aufgebaut und leitet es bis heute. Mittlerweile besteht das Team aus 20 Mitarbeitern. "Ich bin froh über diese Aufgabe. Wir sind bis heute unserem Kernprogramm treu geblieben: Neue Stücke, neues Schauspiel, neuebuehnevillach", sagt Weger. 

Nichts Außergewöhnliches

Trotz der Erfolge ist Weger stets bescheiden geblieben. "Außergewöhnlich ist an der nbv nichts. Es gibt in Kärnten und Österreich viele gute, wertvolle Bühnen und freie Gruppen. Wir alle bemühen uns mit geringen Mitteln, zeitaktuelles und gesellschaftlich relevantes Theater zu machen", sagt Weger. Dieser Einsatz macht es möglich, dass die nbv seit 15 Jahren konstant arbeitet und jährlich zehn Produktionen schafft, viele namhafte Künstler verpflichtet und auch wirtschaftlich stabil arbeitet. "Dies nicht zuletzt durch die gute Zusammenarbeit mit unserem Verein als aktives Kontrollorgan. Und ganz besonders ist unser Theaterteam. Das ist schon so etwas wie eine Theaterfamilie", sagt Weger.

Kritische Betrachtung

Immer am Ball geblieben ist man mit dem Programm des Theaters. So gehörten zu den Produktionen auch "Diagnose", ein soziokulturelles Projekt in dem Brustkrebspatientinnen auf der Bühne standen oder auch ein Stück, in dem die Hypo-Affäre aufgearbeitet wurde. "Vor allem in der Haider-Ära habe ich einige Fehlentscheidungen getroffen. Damit würde ich heute anders umgehen", sagt Weger. Theater ist für ihn allerdings ja schon in sich kontroversiell, da es größtenteils mit öffentlichen, also von der Politik verteilten Geldern operiert.  "Dann muss man aber oft genau jener Hand, die es füttert, sehr kritisch gegenüber stehen", sagt Weger.

Theater als Geschenk

Neben der Einfindung in die politische Welt stellte man sich auch der alltäglichen Welt des Theaters. "Doch bei all dem darf man nie vergessen, wir operieren nicht am offenen Herzen. Wir dürfen im geschützten Raum der Bühne erfahren, erleiden, uns engagieren und für etwas Großes kämpfen: eine bessere Welt", sagt Weger. Für die Zukunft wünscht sich Weger vor allem finanzielle Stabilität und eine weiterhin gute Zusammenarbeit mit Sponsoren. "Ich wünsche mir auch, dass man uns die Freiheit des künstlerischen Schaffens weiterhin zugesteht und das Vertrauen in die nbv hat, dass wir unserem Auftrag gerecht werden: Der Gegenwart den Spiegel vorzuhalten", sagt Wegner.
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