Amtszeit-Ende von Superintendent Sauer
Klimaticket kommt jetzt öfter zum Einsatz
- Manfred Sauer prägte die Evang. Kirche Kärnten und Osttirol für viele Jahre.
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24 Jahre lang war Manfred Sauer Superintendent der Evangelischen Kirche Kärnten-Osttirol.
VILLACH. Bereits im Frühling wurde seine Nachfolgerin, Pfarrerin Andrea Mattioli (Zlan), gewählt. Jetzt wird die Amtsübergabe offiziell. Am 30. November findet der Abschiedsgottesdienst und die Entpflichtung von Manfred Sauer in der Evangelischen Kirche in Fresach statt (15 Uhr). Andrea Mattioli übernimmt mit 1. Dezember das Amt als Superintendentin. Ihre feierliche Einführung findet schließlich am 31. Jänner 2026 in der Evangelischen Kirche in Zlan statt. MeinBezirk.at hat Manfred Sauer zum Abschiedsinterview gebeten.
MeinBezirk.at: Wie werden Sie Ihren Abschiedsgottesdienst gestalten? Wird es auch ein wenig ein Rückblick werden?
Manfred Sauer: Frau Bischöfin Dr. Cornelia Richter, die am 8. November in Wien in ihr Amt eingeführt wurde, wird die Entpflichtung vornehmen. Die Mitglieder des Superintendential-Ausschusses gemeinsam mit meiner Frau und der designierten Superintendentin werden die Liturgie gestalten und ich werde predigen. Sicher werde ich in meiner Predigt auch kurz Bezug nehmen auf die 24 Jahre meiner Amtszeit, allerdings nur sehr punktuell und schlaglichtartig.
Wie schwierig ist es, vom Amt Abschied zu nehmen?
Eigentlich ist es ganz leicht, Abschied zu nehmen, weil die gesamte Verantwortung weitergegeben werden kann und sich ein neuer Lebensabschnitt auftut. Allerdings kann ich noch nicht sagen, wie es sein wird, den Tagesablauf ganz neu zu gestalten.
Was nehmen Sie aus der Zeit in der Superintendentur alles mit?
Einen unglaublich reichen Schatz an Begegnungen, gemeinsamen Projekten, die gelungen sind, bedeutende Jubiläen und Feiern im persönlichen, aber auch im öffentlichen Leben. Besonders waren und sind die zahlreichen Begegnungen in der Ökumene und im interreligiösen Bereich, aber auch mit Künstlerinnen und Künstlern und politischen VerantwortungsträgerInnen.
Wie hat sich einst Ihr Berufswunsch zum Theologen entwickelt?
Die Entscheidung fiel in der 7. Klasse Gymnasium. Ich hatte Religionslehrer, die mich sehr geprägt haben. Und auch unser Pfarrer in Bernstein (Burgenland) hat mich fasziniert. Ebenso die eigene Sozialisation. Für meine Oma spielte der Glaube eine große Rolle. Was mich so beeindruckt hat, war, dass sie versucht hat, auch immer das zu leben, was sie geglaubt hat. Das Schöne am Beruf ist, dass man Menschen in sehr unterschiedlichen Situationen begleiten darf. Auch wenn es teils herausfordernd ist, vor allem wenn es leidvolle Erfahrungen sind.
Was machen Sie als Erstes, wenn Sie jetzt doch mehr Freizeit haben?
Die größte Vorfreude ist die Möglichkeit, in Zukunft den Terminplan selbst zu bestimmen. Konkret geplant sind Besuche bei unseren Kindern und Enkelkindern mit Familien und da freue ich mich vor allem, mehr Zeit für meine Enkelkinder zu haben. Ein weiteres Vorhaben ist, gemeinsam mit meiner Frau mit dem Klimaticket Österreich zu erkunden und zu entdecken.
- Die Superintendentur in Villach
- Foto: Birgit Gehrke
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Manfred Sauers Nachfolgerin
Andrea Mattioli übernimmt mit 1. Dezember das Amt als Superintendentin, als erste Frau in diesem Amt in Kärnten. Wie hat sie die vergangenen Monate verbracht? "Ich habe schon einige Vormittage in der Superintendentur in Villach verbracht und geschaut, was im Jahreslauf so ansteht", sagt sie. Im Jänner steht eine Fortbildung für "Kirchenmenschen in leitender Funktion an. Dazu kommen in Deutschland Leute aus verschiedenen Kirchen zusammen", erklärt Mattioli. Ihre erste größere Amtshandlung ist ihr Einsetzungsgottesdienst am 31. Jänner in Zlan. Verbringt sie heuer auch die Weihnachtszeit bereits anders? "Ja, schon. Es gibt mehr öffentlichkeitswirksame Geschichten, zum Beispiel habe ich für Licht ins Dunkel einen Termin. Ich halte aber ebenso wie immer meinen Gottesdienst am Heiligabend und am Stefanitag." Andrea Mattioli wohnt in Zlan, pendelt künftig jeden Tag nach Villach oder dahin, wo sie gebraucht wird: "Viele Termine finden auch in Klagenfurt statt, oder ich besuche die anderen Gemeinden. Gerade in der ersten Zeit ist es mir wichtig, die Gemeinden kennenzulernen, die mir noch nicht so vertraut sind, etwa Unterkärnten."
- Andrea Mattioli
- Foto: Uschmann
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Generell freut sie sich auf die neue Aufgabe: "Es ist natürlich immer auch schade, wenn man das Alte, was gut läuft, zurücklässt. Ich habe Respekt vor meiner neuen Tätigkeit, aber es wird sicher eine spannende und interessante Geschichte und ich freue mich darauf." Was sind die Wünsche für ihre Amtszeit? "Ich wünsche mir weiter eine gute Zusammenarbeit mit Vertretern des Landes Kärnten, der Ökumene und der Diakonie. Ich werde zwölf Jahre im Amt sein, da wird einiges passieren. Es sind Kirchenwahlen, einige Kollegen gehen in den Ruhestand - da gilt es Lösungen zu finden. Generell müssen wir zukunftsweisende Strategien entwickeln, weil der Nachwuchs und die Gemeindemitglieder weniger werden, aber das betrifft nicht nur Kärnten." Auch die Präsenz auf Social Media ist hier ein Thema: "Die Evangelische Kirche ist auf Instagram aktiv, ich denke, das ist ein ganz wichtiger Bereich für uns und eine tolle Möglichkeit, sich zu präsentieren."
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