Gastro- und Hotellerie
Das große Hoffen auf Ostern

Der Lockdown geht in die Verlängerung. Touristiker und Gastronomen aus der Region im Gespräch.

VILLACH. Es geht in die Verlängerung. Bis 8. Februar soll der dritte Corona-Lockdown dauern. Während Handel und Dienstleister dann auf die Öffnung hoffen dürfen, dürfte die Gastronomie und Hotellerie auch darüber hinaus geschlossen bleiben. Mitte Februar soll evaluiert werden, ob eine Öffnung im März möglich ist.

Das Hoffen auf Ostern

Auf den Blick nach vorne "Richtung Ostern" konzentriert sich die Tourismusregion Villach. Geschäftsführer Georg Overs: „Wir glauben an die Chance, dass es dann wieder losgeht. Darauf bereiten wir uns vor.“
In der Region sei die Wintersaison im Vergleich zur Sommersaison eher schwach ausgeprägt, so Overs. „Im Moment ist das unser Vorteil. Wir machen im Februar 4,8 Prozent unserer Nächtigungen. Im August sind es 23 Prozent. Den Februar könnte man aufholen. Entscheidend wird der Sommer sein“, erläutert der Tourismuschef. Er sagt auch: „Wir sind letztes Jahr mit einem blauen Auge davongekommen und wir arbeiten daran, das auch heuer zu tun.“ Potenzial ortet man im Bus-, aber auch Individualtourismus. Overs: "Bei Busreisen spüren wir, gerade ältere Leute freuen sich sehr darauf, wenn sie wieder verreisen können. Die Zielgruppe verfügt über ihre Pensionen und ein sicheres Einkommen“, erklärt der Touristiker. Zudem sieht man ein Potenzial im Individualtourismus.

Wintergeschäft ist wichtig

Auf Ostern setzt auch Erland Palle vom Brennseehof in Feld am See. Während zu Anfang der Woche noch die Wiedereröffnung Ende Jänner auf der Hotel-Website angekündigt war, ist die Ernüchterung inzwischen "gesackt". "Wir waren schon ein bisschen geschockt", so Palle. Nun warte man zu und hoffe auf Ostern, Ende März ist die Eröffnung geplant. Das Wintergeschäft ist im Betrieb, am See gelegen, nicht die Hauptsaison, "aber wurde in den vergangenen Jahren immer mehr". Man habe für den Februar schon viele Anfragen gehabt. Da man den Betrieb inzwischen zehn Monate offen hält, habe man kaum noch Saisoniers, "das Stammpersonal wie Technik oder Reinigung ist in Kurzarbeit", sagt Palle. 

Skihütte ohne Winter

Sehnlichst auf die Öffnung zur Wintersaison hoffte man bis zuletzt auf der Gerlitzen, wie auch in der "Huaba Hittn". Seit 1997 bewirtet von der Familie Pilgram. Heuer durfte man noch gar nicht öffnen, nicht mal Take-Away anbieten (keine Straße). "Uns tut es am meisten leid für die langjährigen Angestellten", so die Chefin. 

Hilfe, um zu überleben

Stefan Sternad, Obmann der WK-Fachgruppe Hotellerie bringt das Dilemma der Gastwirte auf den Punkt: "Wenn jetzt die Hilfen nicht schnell ankommen beziehungsweise nachgebessert werden, wird es einige von uns nicht mehr geben. Da brauchen wir nichts beschönigen. Aber", so Sternad weiter, "unabhängig davon ist es gerade jetzt wichtig, nicht den Kopf in den Sand zu stecken. Wir müssen die Ärmel hochkrempeln und zusehen, dass der Start, sobald er wieder möglich ist, so gut wie möglich anläuft. Denn eines ist klar, er wird holprig werden."

Auch Kurzarbeit kostet

Der Messnerei-Chef (Sternberg) führt seine Mitarbeiter seit November in Kurzarbeit, "für uns ist das ein probates Mittel, um Mitarbeiter zu halten. Aber auch das, und das muss klar gesagt sein, das muss man sich leisten können". Der Wirte-Sprecher erläutert: "Man muss das Geld vorstrecken können. Sprich, auch die Kurzarbeit kostet; und zwar Liquidität und effektive Kosten, die beim Unternehmer bleiben."

Im Büro statt beim Gast

Die wirtschaftlichen Konsequenzen des Lockdowns wären das eine, weiß Stadtschenken-Wirt Klaus Stauber. Fast mehr aber noch kümmert den Wirt sein Dasein ohne Gäste. "Momentan verbringe ich die Zeit in meinem Büro, dabei wäre ich viel lieber draußen bei den Leuten, darum bin ich schließlich Wirt geworden", sinniert er. Die Rituale am Abend vorbeizukommen, die – zu 90 Prozent – Stammgäste, das alles würde ihm "sehr fehlen". Dennoch, trübselig zu werden kommt nicht infrage: "Es sind nicht nur wir Wirte, es ist für alle Branchen schwierig." Wenn die Hilfen, die zugesagt wurden, kommen, dann könne er damit leben. Schwierig werde es für die, die sich "nebenbei etwas schwarz abzwacken", ergänzt der Unternehmer. "Die sind es, die jetzt jammern." Momentan bietet er Abholservice an, "das ist ein Tropfen auf dem heißen Stein. Halt etwas, um uns zu beschäftigen." Investieren, so Stauber, könne er jetzt ja nicht, weil die Einnahmen fehlen. "Wir wollen ja keine Schulden machen. Die Förderungen müssen wir ja zurückzahlen, im Endeffekt sind auch das nur Stundungen", schließt Stauber.

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