FB2 Direktor Josef Stocker
Der goldene Boden der Lehre

Eine Lehre abzuschließen ist für viele wieder attraktiv geworden. Nach Jahrgängen der Rückgänge geht es nun mit den Zahlen wieder bergauf.
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  • Eine Lehre abzuschließen ist für viele wieder attraktiv geworden. Nach Jahrgängen der Rückgänge geht es nun mit den Zahlen wieder bergauf.
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VILLACH. Seit acht Jahren ist Josef Stocker Direktor an der Fachberufsschule 2 in Villach. Warum er die Schule als "Exoten" im Schulwesen beschreibt und wie er über die Lehre mit Matura denkt, erzählt er im Interview mit der WOCHE.

WOCHE: Ihre eigene Lehrzeit ist doch schon ein Weilchen her. Was hat sich geändert?
JOSEF STOCKER: Das kann man nicht mehr vergleichen. Ich bin noch im Besitz sämtlicher Unterlagen von damals, der Inhalt hat sich vervielfacht, die Lehrzeit ist dieselbe geblieben. Für die Lehrlinge ist das eine enorme Herausforderung.

Es wird heute also mehr verlangt von Lehrlingen?
Schon, ja. Dazu kommen die Herausforderungen der Digitalisierung, wie auch die Sozialen Medien. Schüler tun sich schwer damit, sich lange auf eine Problemstellung zu fokussieren, sie werden leider sehr leicht abgelenkt. 

Aber die Digitalisierung ist ein wichtiger Teil der Lehre.
Das natürlich. 

Sie sind Direktor einer Berufsschule, lässt sich das mit anderen Schulen denn vergleichen?
Wir sind eindeutig die Exoten im System. Wir müssen den gesamten Stoff eines Schuljahres in einigen Wochen durchbringen, das heißt, es wird bereits am ersten "Schultag" unterrichtet, nach wenigen Wochen gibt es Schularbeiten, die Note steht nach nicht einmal zwei Monaten fest. Wir haben vier Schülerwechsel im Jahr, mehr als 300 Schüler, die ständig durchwechseln. Das ist eine gewaltige Herausforderung, nicht nur organisatorisch.

Aber eine, die Sie schätzen.
Ich mache das mit Leidenschaft. Der große Unterschied ist auch, wir kommen allesamt aus der Wirtschaft, jeder Lehrer. Wir arbeiten sehr eng mit Unternehmern, mit den Innungen zusammen. Es ist ein Lernen am Beruf. 

Was sagen Sie zur Lehre mit Matura?
Noch nehmen es vor allem die Lehrlinge aus der Industrie in Anspruch. Aber es werden mehr, die Jungen wollen sich für später Türen offenhalten.

Merken Sie allgemein einen Rückgang an Lehrlingen?
Nein. Wir haben heuer so viele Lehrlinge wie noch nie; beziehungsweise wie seit einem Einbruch vor einigen Jahren nicht mehr. 

Ist die Lehre ein Zukunftsmodell, eines, das Sie auch Ihren Kindern empfehlen?
Ja. Meine Kinder haben gelernt. Facharbeiter sind unsere Zukunft. Der derzeitige Mangel an Facharbeitern ist noch gar nicht zur Gänze bei uns angekommen. Man kennt das Sprichwort "Handwerk hat goldenen Boden". Das gilt.

Mehr dazu: www.meinbezirk.at/lehre

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Zur Sache

Die FB2 ist für Lehrberufe im Bereich Metall, KFZ, Elektrotechnik und Mechatronik. Aktuell besuchen 1.120 Schüler die Schule. Auf zirka 30 Schüler kommt eine Schülerin. Die Lehre mit Matura wird hauptsächlich von Lehrberufen der Industrie (250 in Summe) gewählt.

Eine Lehre abzuschließen ist für viele wieder attraktiv geworden. Nach Jahrgängen der Rückgänge geht es nun mit den Zahlen wieder bergauf.
Josef Stocker, Berufsschuldirektor der FB2
Autor:

Alexandra Wrann aus Villach

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