Sterbebegleitung
"Der Tod braucht keine Verschnörkelung"

Sterbebegleitung ist weit mehr, als der Name vermuten lässt. Über die Bedeutung der Aufgabe spricht die WOCHE mit der Villacherin Maria Reinprecht.
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  • Sterbebegleitung ist weit mehr, als der Name vermuten lässt. Über die Bedeutung der Aufgabe spricht die WOCHE mit der Villacherin Maria Reinprecht.
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Maria Reinprecht ist mobile Sterbebegleiterin. Und begleitet als solche Menschen auf ihrem letzten Weg.

VILLACH. Der Tod gehöre zum Leben, ebenso wie die Geburt, sagt Maria Reinprecht. Es sei schade, dass der Mensch alles versucht, um ihm aus dem Weg zu gehen. Dabei "ist der Prozess des Verabschiedens so wichtig". 


Der Tod ist unausweichlich

Die Stimme der Pensionistin ist klar und wohlklingend. Ihre Wortwahl ist direkt. Der Tod brauche keine Verschnörkelungen, man könne ihm nicht aus dem Weg gehen, meint sie. 
Maria Reinprecht ist 65 Jahre alt. Pensionistin. Sie wohnt in einer gepflegten Wohnung. Erzählt von ihren Enkerln, davon, dass der Tod ein Teil ihres Lebens, sie zweifache Witwe sei. "Vielleicht ist es eine Art Gabe, ein Talent, das ich habe. Und das sollte man nicht verschwenden." 


Gemeinsam "gehen"

Maria Reinprecht tut etwas, das sich nur die wenigsten Menschen vorstellen können. Die 65-Jährige begleitet Menschen auf ihrem letzten Weg. Sie ist ausgebildete Sterbebegleiterin.
Es wäre ihr immer schon wichtig gewesen, ein Ehrenamt zu übernehmen, erzählt Reinprecht. Zur Hospiz-Ausbildung sei sie eher zufällig gekommen. "Ich habe nach etwas gesucht, mit dem ich Menschen helfen kann, etwas, das mir zeitlich und finanziell auch möglich ist." Schließlich hätte sie eine Freundin auf die Ausbildung der Caritas aufmerksam gemacht. 

Ausbildung

Die Ausbildung machte sie vor einigen Jahren. Sie habe vieles gelernt, was zu sagen ist, und auch, was nicht zu sagen ist. "Manchmal ist es wichtig, einfach da zu sein."
Der Tod, so sagt sie, ist unweigerlich, und nichts, dem man mit "das wird schon wieder" begegne, so Reinprecht. "Wir alle gehen irgendwann. Und wenn es an der Zeit ist, müssen wir loslassen."

Unerledigtes erledigen

Und dabei helfe Reinprecht. Ob es nun Tage dauert, Monate oder sogar einige Jahre. Sie könne sich noch gut an eine Dame erinnern, vier Jahre habe sie sie begleitet. Oft sei es "Unerledigtes", vielleicht sogar Unbewusstes, das Menschen daran hindere, in Frieden "einzuschlafen".

Eine Pause

Doch wie belastend ist es, immer wieder Menschen gehen zu lassen? Reinprecht wird nachdenklich. "Natürlich" sagt sie, gehe es an die Substanz.  Und manchmal, so die Pensionistin, verlange die Tätigkeit auch nach einer "Pause". "Wenn ich selbst nicht stark bin, kann ich auch keine starke Schulter sein. Ich kann nicht mit Sorgen vorbelastet zu einem Menschen gehen, der sterben wird."
Eine Schulter zum Anlehnen findet die Villacherin auch bei ihren Kolleginnen und Kollegen – wobei männliche Sterbebegleiter die Ausnahme sind. Etwa sieben ehrenamtliche Kollegen gebe es im Raum Villach, mit denen Reinprecht zu tun hat. Es könnten aber auch viel mehr sein, weiß sie.

Autor:

Alexandra Wrann aus Villach

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