Interview
Der Wald der Zukunft wird bunter

Villachs Bezirksforstinspektor Thomas Holzfeind.
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  • Villachs Bezirksforstinspektor Thomas Holzfeind.
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  • hochgeladen von Birgit Gehrke

Thomas Holzfeind ist Peter Honsig-Erlenburg als Bezirksforstinspektor nachgefolgt. Mit seinem Team betreut er jetzt rund 83 Hektar Wald in der Region Villach.

VILLACH. Der Bezirk Villach hat kärntenweit den höchsten Waldanteil – eine große Aufgabe für Thomas Holzfeind und seine Mitarbeiter der Bezirksforstinspektion. „Ja, sehr viel Fläche! Wenn man das durchrechnet, müsste jeder Förster täglich fast 100 Hektar Wald kontrollieren. Meine Mitarbeiter sind für die Einhaltung des Forstgesetzes zuständig“, so Holzfeind. Der 31-Jährige ist der Nachfolger von Honsig-Erlenburg, der mehr als dreieinhalb Jahrzehnte als Experte für den Villacher Wald wirkte. Vor seinem neuen Posten war Holzfeind vier Jahre als Universitätsassistent am Institut für Forsttechnik in Wien tätig – und ist somit direkt von der Universität zum Land Kärnten gewechselt und seit 1. September Leiter der Bezirksforstinspektion Villach. „Da ich schon immer nach Kärnten zurück wollte, habe ich diese Chance gleich ergriffen. Ich bin nun Amtssachverständiger für Forstangelegenheiten und für die Überwachung der Wälder zuständig. Für Waldbesitzer gibt es auch Förderprogramme, zu denen wir in der Bezirksforstinspektion gerne beraten“, erzählt Holzfeind. Der Bezug zum Wald war für ihn – nicht nur durch seinen passenden Namen („Darauf werde ich immer wieder angesprochen“) – schon immer gegeben. Aufgewachsen ist Holzfeind auf einem Bauernhof im Gitschtal, es folgte das forstwirtschaftliche Studium in Wien. Später will er den elterlichen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb übernehmen.

Klimafitte Bäume

Wie sieht er den Wald in Kärnten, vor allem seine Zukunft? „Generell wirkt sich der Klimawandel im Alpenraum noch stärker aus als global gesehen. Neben den steigenden Temperaturen werden auch Extremwetterereignisse zum Problem. Flachwurzelnde Baumarten wie die Fichte tun sich damit schwer. Noch ist die Fichte bei uns die am häufigsten vertretene Baumart, das wird sich ändern“, betont Holzfeind. In der Forstwirtschaft gibt es lange Produktionszeiträume. „Die Bäume, die wir heute pflanzen, werden wir erst in ca. 100 Jahren ernten. Daher müssen wir jetzt schon auf „klimafitte“ Bäume setzen. Vom heutigen Standpunkt aus gesehen sind das die Tanne, Eiche oder Edellaubhölzer. Das heißt, der Wald der Zukunft wird im Herbst bunter, aber im Winter kahler aussehen.“ Auch die Holzindustrie, welche derzeit noch sehr vom Nadelholz abhängig ist, wird sich umstellen müssen. Holzfeind: „Beim Laubholz gibt es bei der Verarbeitung noch Herausforderungen, die zu lösen sind.“

Waldbrände

Die Nachhaltigkeit von Holz ist in Österreich nach wie vor gegeben. „Es wächst mehr Holz nach, als genutzt wird. Daran ändert auch so ein großer Waldbrand wie auf der Rax nichts. In diesem Ausmaß sind wir das in Österreich nicht gewohnt, es könnte aber – in Verbindung mit Trockenperioden – auf jeden Fall zunehmen. Neben wirtschaftlichen Aspekten bietet der Wald auch Schutz vor Naturgefahren. Daher ist es wichtig, das Verständnis der Bevölkerung für den Wald zu stärken“, schließt Holzfeind.

Villachs Bezirksforstinspektor Thomas Holzfeind.
Künftig wird es in unseren Wäldern noch mehr Laubbäume geben.
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