Portrait
Die pure Kunst, die einem keine Wahl lässt

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Die Kärntner Künstlerin Anita Wiegele ist vielbeschäftigt und heuer mit mehreren Projekten betraut.

VILLACH (bm) Die Kärntner Künstlerin Anita Wiegele ist viel beschäftigt. Als Malerin und Autorin deckt sie beide Kunstrichtungen ab. Sie hat hierbei autodidaktisch angefangen, und keine Kunst-Uni besucht. Schwerpunkt war aber immer die Malerei. Einen besonderen Fokus legt sie auf das Grafische, „die Linie“. Im Laufe der Jahre hat sich das Schreiben heimlich dazugesellt. „Das, was mit der Linie nicht ausgedrückt werden kann, das deckt das geschriebene Wort ab,“ meint sie. Denn dieses sei nackt, pur. Und beide Kunstgattungen in Kombination runden das Leben ab.

Stil der Malerei

Wiegele folgt keinem bestimmten Stil in der Malerei. Bevorzugt arbeitet sie großflächig, und gern auch mit Farbe. Aber sie mag auch Grafiken im Kleinformat, auf Papier. „Damit man die bloße, unverfälschte Linie sieht.“ Nur die freie Abstraktion, das liegt ihr nach eigenen Worten eher weniger. Sie liebt aber vor allem Gegensätze, nicht nur thematische, sondern auch Qualitätskontraste, wie zum Beispiel Öl und Grafikstift.

In Kärnten verwurzelt

Anita Wiegele ist durch und durch eine Kärntner Künstlerin. Die Idee, wegzugehen, ist ihr nie gekommen. Auch wenn sie öfters herumreist, so ist sie tief verwurzelt mit ihrer Kärntner Heimat. Ihr Atelier befindet sich seit zwei Jahren in Bleiberg, in der Fabrik der Terra Mystica. „Oft werde ich gefragt, was ich denn in Bleiberg wolle. Dabei ist der Ort genau richtig für mich: Meine Kunst braucht Ruhe und Stille. Und die Weite.“ Vom obersten Stock aus kann sie das ganze Tal überblicken. Ihrer Meinung nach sollten mehr Künstler sich dort ansiedeln.

Zwang der Kunst

„Kunst begleitet mich schon, soweit ich zurückdenken kann. In Jeder Form. Es ist keine Frage der Faszination, eher wie ein Sog.“ Kunst sei für sie eine „verrückte Geschichte.“ Man tauche in eine Idee ein, die schwer zu beschreiben ist. Wiegele sieht die Kunst als eine Form der Wahllosigkeit. Es sei etwas, das man machen müsse. Auch wenn Künstler es oft schwer hätten, in der schweren Phase sei man nicht unglücklich. „Man lernt sich zu reduzieren. Lernt, mit den Umständen zu leben.“ Und schlussendlich würde man sich dadurch besser kennenlernen, und wissen, wer man sei. Die Erfüllung des Lebens spielt sich im Inneren ab.

Eröffnung der Seitenstechen

Nach einer kurzen kreativen Schaffenspause gibt es demnächst auch wieder was von ihr zu sehen. Am 21. Juni eröffnet sie um 17 Uhr mit ihrer Einzelausstellung „ZUM + - UNTERWEGS“ in der Klosterruine Arnoldstein das Literaturfestival „Seitenstechen“. Die Ausstellung wird dann drei Wochen lang hängen bleiben. Zwei Hauptexponate der Ausstellung, „Open your mind“ und „Grün“, beschäftigen sich mit dem Thema „Glaube“. Zufälligerweise passt das auch sehr gut zum Eröffnungstext des Festivals von Josef Winkler, „Jesus-Faktor-Negativ“.


Start-Up „YoMan“

Mit dem älteren ihrer beiden Söhne entwickelt sie auch gerade ein Start-Up-Unternehmen: „YoMan“ ist Yoga-Mode für Männer. Wiegele designt die Shirts. Wie sie dazu gekommen ist? „Mein Sohn hat mich gefragt: Mama, traust du dich, noch einmal was Besonderes zu starten? Und da war ich dann mit dabei.“

Workshops

Nebenbei gibt sie auch immer wieder Zwei-Tages-Workshops. Es geht ihr hierbei um die Arbeit mit Menschen. In kleineren Gruppen wird die „Kunst, die in jedem steckt“, erarbeitet. Ziel ist es, dass gemeinsam der eigene rote Faden eines jeden Menschen hervorgebracht wird.

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