Ein Weißensteiner ist Kulturpreisträger

Als Ausgleich betreibt der Wissenschaftler Sport
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  • Foto: Walter Elsner
  • hochgeladen von Julia Astner

WEISSENSTEIN/KLAGENFURT (aju). Alljährlich werden die Kärntner Kulturpreisträger ausgezeichnet. Der Förderungspreis in der Sparte "Naturwissenschaften und technische Wissenschaften" geht heuer an den Weißensteiner Philipp Hungerländer.

Wirtschaft und Mathematik

Erhalten wird der 33-Jährige diesen Preis zur Förderung seiner Projekte in den Bereichen angewandte Mathematik und Wirtschaftswissenschaften. "Diese beiden Sparten passen sehr gut zusammen, denn will man wirtschaftliche Prozesse verbessern, so braucht man dazu nicht selten die Mathematik", sagt Hungerländer. Vor allem in der Optimierung gäbe es hier eine starke Überschneidung.

Forschungsarbeit

Deshalb forscht er an der Uni Klagenfurt mit seinem Team an Transport- und Produktionsoptimierungen. Zuvor hat er ein Jahr am Massachusetts Intitute of Technology (MIT) geforscht. Auch hier ging es vor allem um die Optimierung. Home-Delivery gehört zum Beispiel zu diesem Bereich. Das bedeutet, Menschen bestellen Lebensmittel und das Unternehmen stellt sie zu. Vor allem in Ballungsräumen bedeutet die Lieferung dieser Produkte oft einen großen logistischen Aufwand für das Unternehmen. "Hier braucht es eine mathematisch unterstützte Planung. Durch die effizientere Planung der Routen konnten wir im Bereich Home-Delivery um bis zu zehn Prozent mehr Kunden mit denselben Ressourcen beliefern", sagt Hungerländer.

Verbesserung der Logistik

Zu seinen aktuellen Projekten gehört die Verbesserung von Logistikprozessen und die Adaptierung verschiedenster Prozesse für das tägliche Leben. "Diese Arbeit kann auch für die Allgemeinheit von Vorteil sein. In der Altenpflege zum Beispiel, damit die Pfleger bessere Dienstpläne erhalten und effizientere Routen abfahren können", sagt Hungerländer. Mit den von Hungerländer entwickelten Methoden könnte man auch den öffentlichen Verkehr individualisieren. Das bedeutet, jeder könnte sich auf dem Weg zur Haltestelle registrieren und sein Ziel eingeben. Daraufhin bekämen Busse die Information geschickt und würden effizientere und direktere Routen bis zum Ziel anfahren. "Wir arbeiten hier auch mit künstlicher Intelligenz, das bedeutet, mit Verfahren, die intelligentes Verhalten des Menschen nachahmen und aus der Vergangenheit lernen können", sagt Hungerländer.

Mehr Freizeit

Wenn er gerade nicht an seiner Forschung arbeitet, lenkt sich der gebürtige Weißensteiner gerne mit Sport ab. Denn obwohl Hungerländer bereits zwei Mal sub auspiciis Praesidentis promoviert hat, ist er am Boden geblieben. "Ich bin am Land aufgewachsen, in einem Haus gleich neben dem Wald und mein Vater hat sehr viel Sport mit mir gemacht", sagt Hungerländer. Nach seiner Schulzeit folgte ein Studium an der Universität in Klagenfurt. "Hier habe ich das beste Rüstzeug mitbekommen um auch im internationalen, kompetitiven Wettbewerb mitzuhalten", sagt Hungerländer. Für die Zukunft wünscht er sich nun vor allem, manchmal etwas kürzer treten zu können. "Reduzieren ist aber sehr schwierig, weil alles so faszinierend ist", sagt Hungerländer.

Zur Sache

  • Zur Preisverleihung: Jährlich werden die Kärntner Kulturpreisträger ausgezeichnet. Diese werden vom Kärntner Kulturbeirat vorgeschlagen und dann von der Kärntner Landesregierung beschlossen. Es gibt neun Sparten, in denen Preise vergeben werden können, wobei zwei davon in den Bereich "Wissenschaft" fallen, nämlich "Sozial- und Wirtschaftswissenschaften" und "Naturwissenschaften und Technische Wissenschaften". In diesen Kategorien können Würdigungspreise (fürs Lebenswerk) und Förderungspreise (für "jüngere" Leute) vergeben werden und  "Naturwissenschaften und Technische Wissenschaften". Die Preisverleihung findet am 13.12. statt.
  • sub auspiciis Praesidentis: Um diesen Zusatz zu erhalten müssen vor und während des Studiums gewisse Kriterien erfüllt werden. So müssen alle Oberstufenklassen sowie die Matura mit ausgezeichnetem Erfolg abgeschlossen werden. Im Studium müssen dann alle Prüfungen und Abschlussarbeiten bis hin zur Dissertation mit "Sehr gut" beurteilt werden. Die Studiendauer darf maximal der Durchschnittsdauer entsprechen und die Lebensführung muss auszeichnungswürdig sein (Nachweis mittels Lebenslauf und Auszug aus dem Strafregister)."

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