Er hat den Mittagskogel 366 Mal im Fokus

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VILLACH. (dg). Mehr als 365 Tage sind vergangen seit der Villacher Schriftsteller und Schauspieler Gerald Eschenauer mit dem Projekt „Mittagskogel 365 + 1“ begann. 366 Mal war der markante Berg Mittagskogel das Motiv.
Täglich und das ohne Ausnahme stand Eschenauer um 15 Uhr auf der Villacher Stadtbrücke und fotografierte den Gipfel.
WOCHE: Mit dem Jahreswechsel war Ihr Fotoprojekt zu Ende. Was ist Ihr Resümee?
ESCHENAUER: Das Projekt hat mehrere Facetten bekommen. Neben den 366 Aufnahmen vom Mittagskogel ist es zu Begegnungen mit Menschen, sogenannten „Brückengesprächen“ gekommen.
Diese Begegnungen wurden auch fotografiert. Drittens habe ich wöchtenlich literarische Kommentare auf www.mittagskogel.org abgegeben. Daraus wird der Band "Miefke Saga II" entstehen.
Was steckt hinter der Idee 366 Fotos vom Mittagskogel zu machen. Warum dieser Berg als ihr Motiv?
Der Mittagskogel in seiner markanten Form ist einzigartig. In den Brückengesprächen stellt sich heraus, dass sich viele Leute in dieser Region mit dem Berg identifizieren. Die strikt festgelegten Aufnahmezeiten und die Kontinuität der Aufnahmen sollen den Mittagskogel real, unverfälscht und unretouchiert zeigen.
Ich will den Berg mit all seinen Facetten zeigen. Die Frage, was ist Echtheit, was ist Wahrhaftigkeit steht im Mittelpunkt.
Ein Foto zeigt nur einen Ausschnitt. Kann damit überhaupt Echtes, Wahrhaftes, die Realität abgebildet werden?
Das Foto ist hier das Medium. Ich distanziere mich bewusst davon, etwas Schönes zu produzieren. Mich langweilt es, wenn Fotoserien das Schöne, gesellschaftlich Akzeptierte abbilden.
Den Berg auch bei Nebel oder Regen zu fotografieren, hat bei den vorbeikommenden Leuten für Irritation gesorgt. Das ist es, was mich interessiert.
Wie waren die Begegnungen mit den Leuten auf der Brücke?
Im Zyklus eines ganzen Jahres habe ich auf der Brücke viele Menschen kennengelernt. Die Frage, die mir am öftesten gestellt wurde lautet: Wenn Sie jeden Tag zur selben Zeit auf der Brücke sind, können Sie nie Urlaub machen. Ich habe Gäste, Gestrandete oder Unternehmer getroffen. Das war der unkalkulierbare Bestandteil des Projekts. Einige kamen täglich vorbei, Freundschaften entstanden.
Das Jahr 2012 ist vorbei. Was passiert mit den Fotografien und aufgezeichneten Gesprächen?
Mein fünfköpfiges Team und ich planen für 2013 eine Ausstellung. Ich bin gerade auf der Suche nach einem geeigneten Ort. Ich suche ein von der Gesellschaft abgestoßenes Gebäude, etwa ein leer stehendes Geschäftslokal, wie das Kastner & Öhler Gebäude in der Villacher Innensstadt.

Autor:

Doris Grießner aus Villach

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