Fraktion Erde kontert: "Bedarf für Heim ist gegeben"

Sascha Jabali-Adeh ist gegen Alplog Nord und für ein Obdachlosenheim
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  • hochgeladen von Julia Astner

VILLACH (aju). Sowohl der Widerstand gegen das geplante Gewerbegebiet Alplog Nord sowie die Diskussion um ein Obdachlosenheim in Villach sorgte in den letzten Wochen für Gesprächsstoff. Nun meldet sich Sascha Jabali-Adeh, Mandatar der Fraktion Erde, zu Wort.

Alplog Nord

"Trotz der mittlerweile unüberhörbaren Warnungen aus den verschiedensten Bereichen der Gesellschaft wird in Villach eisern am ’Kampf um Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum‘ am Rücken unserer Lebensgrundlagen festgehalten", sagt Jabali-Adeh. Konkret spricht er hier vom geplanten Gewerbegebiet in Villach/Federaun. "Die geplante Versiegelung von mehr als 20 Hektar Grünraum in Schütt/Federaun zugunsten eines Transport- und Logistik-Zentrums setzt diese Entwicklung der letzten Jahre unreflektiert fort", sagt Jabali-Adeh. Für ihn sei es wichtiger, die Bedürfnisse mit den Möglichkeiten des Lebensraums zu decken. "Nicht Arbeitsplätze sichern unser Überleben –es sind die Lebensgrundlagen wie der Boden, ohne den unser Dasein auf diesem Planeten, und somit auch alle Arbeitsplätze, nicht mehr möglich sind", sagt Jabali-Adeh.

Experimentierfeld

Die Fraktion Erde schlage daher vor, die betroffene Fläche in ein Experimentierfeld für alternative Formen der Nahrungsmittelerzeugung umzuwandeln. "Ich bin kein Anhänger der Arbeitsideologie, sondern glaube, dass der Mensch schon vor und somit unabhängig der Lohnarbeit da und tätig war", sagt Jabali-Adeh. Die Lebensfähigkeit und Existenzberechtigung eines Menschen von einer Lohnarbeit abhängig zu machen, sei seines Erachtens keine fruchtbare Perspektive. "Sie entspricht auch nicht meiner Wahrnehmung des Menschen als lebendiges, kreatives und empathisches Wesen. Es wird also neue Formen des sinnvollen Tätigseins brauchen, die eine freie Entfaltung von Potenzialen ermöglicht, ohne uns dabei unserer Zukunft zu berauben", sagt Jabali-Adeh.

Obdachlosenheim

Beim Thema Obdachlosenheim ist er sich hingegen sicher, dass die Notwendigkeit für eine Erwachsenen-Notschlafstelle gegeben sei. "Das wurde nicht nur seit Jahren von einigen unabhängigen Institutionen, privaten Hausbesitzern, den Betroffenen selbst und von unserer Bewegung festgestellt – sie ist seit der Auskunft des Bürgermeisters nach der im September 17 Menschen als obdachlos gemeldet waren, auch amtlich", sagt Jabali-Adeh.

Warmer Schlafplatz

Es sei auch möglich, obdachlosen Menschen einerseits Wohnraum zur Verfügung zu stellen und andererseits rasch eine Schlaf-Möglichkeit für Menschen zu errichten, die sich in akuten Notlagen befinden. "Eine Notschlafstelle zu verhindern, weil man sich angeblich vor einem ’Betteltourismus‘ fürchtet, bedeutet Menschen, die in Villach verwurzelt sind, einen warmen Schlafplatz zu verwehren", sagt Jabali-Adeh.

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