Elke Haber im Interview
"Führungskraft zu sein, hat ihren Preis"

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Elke Haber ist kaufmännische Direktorin des Elisabethinen Krankenhauses in Klagenfurt. Als einzige Kärntnerin schloss sie im letzten Durchlauf das Führungskräfteprogramm "Zukunft.Frau" ab. Im WOCHE Interview spricht sie über ihre Karriere und deren Preis.

VELDEN, KLAGENFURT. Erfolg gelingt nur durch eigene Leistung, ein Credo, welches Elke Haber schon in der Kinderstube gelehrt bekommen hat, wie sie erzählt.
In einem nicht akademischen Umfeld aufgewachsen, ermöglichten es ihr – wie auch ihrer Schwester – die Eltern zu studieren. Heute ist die promovierte Betriebswirtin aus Velden kaufmännische Direktorin des Elisabethinen Krankenhauses in Klagenfurt. Als einzige Kärntnerin schloss sie im letzten Durchgang das Führungskräfteprogramm "Zukunft Frauen" ab. Ein Programm zur Förderung qualifizierter Frauen auf ihrem Weg in die Aufsichtsratsebene.

Leistung ist das, was zählt

Eine Ebene, wie sie nur allzu oft noch männlich dominiert ist, weiß Haber. "Das mag mehrere Gründe haben", sinniert die Direktorin. "Man muss diesen Weg auch wollen", weiß sie.

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"Es hat seinen Preis"

Neben überdurchschnittlicher Leistungsbereitschaft – Haber erzählt von Zeiten, in denen sie neben Fulltime-Job in einer Steuerberatungkanzlei zeitintensive Weiterbildungen absolvierte – gehöre dazu auch eine gewisse "harte Schale". "Man muss beizeiten die persönlichen Befindlichkeiten hintanstellen können", weiß die Direktorin. "Deinen Job würde ich nicht machen wollen", Sager wie diesen hätte sie wohl schon öfter gehört.
Auf die Frage, ob es als Frau schwieriger ist, überlegt Haber. Auch sie hätte sich im Laufe ihrer Karriere schon benachteiligt gefühlt, "jedoch war dies mehr als Dienstnehmer denn als Frau", stellt die Direktorin fest. Rückblickend betrachtet, zieht die 47-jährige Veldenerin ihr Fazit: "Führungskraft zu sein hat natürlich seinen Preis." Gleichzeitig daheim zu sein und im Büro, das "geht eben nicht", schließt Haber. So wäre kein Arbeitstag in den letzten Corona-Wochen vergangen, an dem sie nicht im Büro gewesen wäre. "Selbst in Zeiten einer Pandemie heißt es, dann vor Ort zu sein, ansprechbar zu sein, verfügbar zu sein", berichtet Elke Haber. 

Die Frage der Gleichstellung

Ihrem Empfinden nach sei man im Jahr 2020 bei einer Gleichbehandlung von Frau und Mann in der Wirtschaft angekommen. "Den Grundstein bildet der freie Zugang zu Berufsausbildungen und die freie Wahl des Berufs als auch die Wahl des persönlichen Einsatzes für die Ausübung eines Berufs."

"Für die Quote"

Dennoch spricht sich die Direktorin für eine Quotenregelung aus. Haber: "Das Aufbrechen von etablierten Strukturen, wenn man von Rollenbildern, Mustern und Gewohnheiten spricht, kann in der Realität nur mit einer Quote initialisiert werden." Die Veldenerin ergänzt: "Dies ist ein langer Prozess, der kontinuierliche Arbeit von Frauen erfordert mit der Unterstützung der Männer. Diese sollten Frauen in diesem Prozess unterstützen, indem sie es schlicht ,wollen‘."

Autor:

Alexandra Wrann aus Villach

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